Die Regierung des Kantons Waadt hat nun eine Zahl präsentiert: 202 Millionen Franken hätten ohne das umstrittene Steuergeschenk zusätzlich eingespielt werden können. Die Regierungspräsidentin Christelle Luisier Brodard betont jedoch, dass es sich um einen theoretischen Verlust handelt, da nicht bekannt sei, wie die Steuerzahler reagiert hätten. Fast 3000 Steuerzahlende profitierten vom Steuergeschenk, rund 2000 davon hatten jedoch kein Anrecht darauf. Ein Strafverfahren ist im Gange, um die Verantwortlichen zu klären. Der Missstand wurde von der ehemaligen Finanzdirektorin Valérie Dittli aufgedeckt, die Regierung hat ihr jedoch das Finanzdepartement entzogen.
Bis jetzt wussten die Waadtländerinnen und Waadtländer nur dies: Von 2009 bis 2021 wurden Bürgerinnen und Bürger, die hauptsächlich von ihren Vermögen und Erträgen aus Immobilienanlagen oder Aktien leben, widerrechtlich zu tief besteuert.
Wie hoch der Schaden ist, wollte die Regierung mit Verweis auf das Steuergeheimnis zunächst nicht berechnen lassen. Doch der politische Druck stieg. Und jetzt hat die Steuerverwaltung eine Zahl vorgelegt: 202 Millionen Franken hätte der Kanton ohne Steuergeschenke zusätzlich eingenommen. Luisier: Nur ein theoretischer Verlust Von einem Verlust will die Regierungspräsidentin Christelle Luisier Brodard, die auch für die Finanzen zuständig ist, dennoch nicht reden.
Es sei ein theoretischer, kein realer Verlust, betont sie. Niemand könne sagen, wie die Steuerzahler reagiert hätten, wenn man ihnen das Steuergeschenk genommen hätte. Vielleicht hätten sie die Waadt dann verlassen. Fest steht: Fast 3000 Steuerzahlende profitierten vom Steuergeschenk.
Rund 2000 von ihnen hätten aber gar kein Anrecht darauf gehabt. Das sei zwar ein schwerer Missstand. Nachträglich zurückfordern könne der Kanton das Geld aber nicht, so die FDP-Regierungsrätin. Strafverfahren im Gange Den Missstand gab es in der Ära des ehemaligen Finanzdirektors Pascal Broulis, der heute für die FDP im Ständerat politisiert.
Ihn verantwortlich machen will Christelle Luisier Brodard aber nicht. Das Dossier sei in den Händen der Staatsanwaltschaft. Diese habe ein Strafverfahren eröffnet und habe alle Möglichkeiten, die Hintergründe zu klären. Den Missstand aufgedeckt hatte Mitte-Regierungsrätin Valérie Dittli.
Die Regierung hat ihr im März 2025 das Finanzdepartement aber entzogen. Mitunter hatte sich Dittli mit den Spitzen der Steuerverwaltung überworfen.
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