Brasiliens Generalanwalt schlägt Alarm: Ein US-Fonds soll Gegner des Obersten Gerichts unterstützen – kurz vor der Präsidentenwahl.
«Besonders besorgniserregend»: Brasiliens Generalanwalt warnt vor US-Einmischung unmittelbar vor Präsidentschaftswahl Ein Bericht über US-Gelder für Kritiker des brasilianischen Obersten Gerichts sorgt kurz vor der Präsidentenwahl für Aufsehen.
Der Generalanwalt der Regierung warnt vor ausländischer Einflussnahme. Brasiliens Generalanwalt Jorge Messias hat nach einem Bericht über geplante US-Mittel für Kritiker des Obersten Gerichts vor einer Einmischung der USA in die brasilianischen Institutionen gewarnt. Der Bericht sei ein wichtiges Warnsignal für die brasilianische Souveränität, äusserte Messias über die Plattform X. Am Sonntag findet in dem grössten Land Lateinamerikas die Präsidentenwahl statt. An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt.
Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.sollen eine Million Dollar aus einem Fonds des US-Aussenministeriums für ein Programm mit dem Titel «Countering Lawfare and Censorship in Brazil» vorgesehen sein. Das Geld soll demnach zivilgesellschaftliche Gruppen finanzieren, die dem brasilianischen Obersten Gericht eine Überschreitung seiner Befugnisse und Zensur vorwerfen.
Unklar ist, ob das Geld bereits überwiesen oder lediglich haushaltsrechtlich gebunden wurde.
«Diese Information ist angesichts des brasilianischen Wahlprozesses und der jüngsten Vorfälle, bei denen von aussen Druck auf unsere Institutionen ausgeübt wurde, besonders besorgniserregend», schrieb Messias. Es dürfe nicht hingenommen werden, dass «ausländische politische Interessen versuchen, in das Funktionieren der brasilianischen Institutionen einzugreifen oder direkt oder indirekt die Entscheidungen zu beeinflussen, die ausschliesslich dem brasilianischen Volk zustehen».
Die von Messias geleitete Generalanwaltschaft der Regierung bat deswegen Polizei und Staatsanwaltschaft um Ermittlungen zu möglichen Empfängern der Gelder, wie die Nachrichtenagentur Agência Brasil berichtete. Das Oberste Gericht stand zuletzt häufiger im Zentrum der gesellschaftlichen Debatte – etwa im Zusammenhang mit einem der mutmasslich grössten Finanzbetrugsfälle des Landes, bei dem auch mögliche Verbindungen zu einem Richter des Gerichts öffentlich diskutiert werden. Die brasilianische Regierung sieht bereits seit einiger Zeit die Gefahr einer ausländischen Einflussnahme auf die Präsidentenwahl.
Der brasilianische Geheimdienst Abin verwies laut Agência Brasil in einem Ende August erstellten Bericht auf ein Risiko durch die USA und eine zunehmende Ausübung von Druck auf Brasilien. Die jüngsten Umfragen sehen Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und den rechten Senator Flávio Bolsonaro – Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro – nahezu gleichauf und deutlich vor den übrigen Bewerbern. Eine Stichwahl gilt als wahrscheinlich. US-Präsident Donald Trump gilt als Unterstützer Jair Bolsonaros.
Der Ex-Staatschef, der zwischen 2019 und 2022 regierte, wurde wegen seiner Beteiligung an einem versuchten Staatsstreich zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilt. Aus gesundheitlichen Gründen verbüsst der Ex-Militär seine Strafe derzeit unter Hausarrest.
Switzerland Neuesten Nachrichten, Switzerland Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Wahl in Brasilien: So will der Bolsonaro-Clan zurück an die MachtEx-Präsident Jair Bolsonaro steht unter Hausarrest. Bei der Wahl am kommenden Wochenende greift sein Sohn Flávio nach der Macht. Wer ist der Mann, der Amtsinhaber Lula schlagen will?
Weiterlesen »
Messias warnt vor US-Einmischung in BrasilienBrasiliens Generalanwalt Messias hat auf die Gefahr einer US-Einmischung in die brasilianischen Institutionen vor der Präsidentenwahl hingewiesen. Ein Bericht legt nahe, dass die USA eine Kampagne gegen den brasilianischen Obersten Gerichtshof unterstützen könnte.
Weiterlesen »
Brasiliens Generalanwalt warnt vor US-Einmischung vor PräsidentschaftswahlUnmittelbar vor der Präsidentenwahl hat Brasiliens Generalanwalt Jorge Messias vor einer möglichen Einmischung der USA in brasilianische Institutionen gewarnt. Auslöser war ein Bericht über geplante US-Mittel in Höhe von einer Million Dollar für kritische zivilgesellschaftliche Gruppen, die das brasilianische Oberste Gericht wegen Justizmissbrauch und Zensur kritisieren.
Weiterlesen »
