Bei Bodenuntersuchungen im Gebiet Feisler wurden PFAS entdeckt. Die Gemeinde lässt nun zusätzliche Flächen prüfen, weil das Ausmass noch unklar ist.
Bei Bodenuntersuchungen im Gebiet Feisler wurde PFAS entdeckt. Die Gemeinde klärt jetzt ab, wie weit die Belastung reicht – mit Folgen für das geplante Bauprojekt.
Die Gemeinde Riniken lässt zusätzliche Flächen untersuchen, um das Ausmass der Belastung herauszufinden. Wie stark ist die Belastung? Woher stammen die Chemikalien und wer bezahlt am Ende die Sanierung? All das sind Fragen, die sich bei PFAS-Funden immer wieder stellen.
Vor Kurzem wurde bekannt, dass die PFAS-Sanierungen im Reichholdareal zwischen Hausen und Lupfig abgeschlossen wurden. Und genau damit muss sich nun auch die Gemeinde Riniken auseinandersetzen. Bei Bodenuntersuchungen im Zusammenhang mit der geplanten Wohnüberbauung Feisler sind PFAS festgestellt worden. Das schreibt der Gemeinderat im aktuellen Mitteilungsblatt.
Weil das Ausmass der Belastung derzeit noch unklar ist, will die Gemeinde jetzt auch angrenzende Flächen untersuchen lassen. In Neu-Riniken soll zwischen den Mehrfamilienhäusern an der Kirchackerstrasse und dem Waldrand am Bruggerberg ein neues Wohnquartier entstehen. Geplant sind acht Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 48 Eigentumswohnungen, in denen dereinst 100 Menschen wohnen sollen. Ende November 2025 wurde das entsprechende Baugesuch eingereicht.
Aktuell befindet sich das Projekt noch im Bewilligungsverfahren. Nun haben die neuesten PFAS-Funde Auswirkungen auf den Zeitplan.
«Auf der Ebene der Bewilligung rechnen wir mit einer Verzögerung von etwa sechs bis acht Monaten», sagt Philip Doka, Geschäftsführer von der Wetter Immobilien AG, auf Anfrage dieser Zeitung. Das Immobilienbüro mit Sitz in Baden gehört zur Bauherrschaft. Welche Folgen die PFAS-Belastung für die Ausführung des Projekts hat, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen. Dies könne erst beurteilt werden, wenn die laufenden Untersuchungen abgeschlossen und von Kanton und Gemeinde genehmigt sei, sagt er.
Ebenfalls noch offen sind die finanziellen Folgen der PFAS-Funde in Riniken. Wie hoch die Mehrkosten ausfallen werden, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös beziffert werden, so Doka. Dafür müssten zunächst die Untersuchungsresultate vorliegen. Parallel dazu laufen Abklärungen, wer die Kosten für die Analyse und eine allfällige Sanierung tragen müsse.
Wie die Chemikalie überhaupt in den Boden gelangen konnte, ist momentan nicht bekannt.
«Die Ursache der Belastung ist derzeit nicht geklärt», schreibt Gemeindeschreiberin Daniela Hunziker auf Anfrage. Mit den zusätzlichen Untersuchungen will die Riniker Exekutive nun herausfinden, ob sich die Belastung über das eigentliche Bauareal hinaus erstreckt. Hinweise darauf gebe es aber keine.
«Auch wir sind überrascht über die Untersuchungsergebnisse», hält Hunziker fest. Die bisherigen Baggerschlitze hätten sich bereits über verschiedene Bereiche des Areals und teilweise bis in die angrenzende Landwirtschaftszone erstreckt. Die zusätzlichen Untersuchungen dienen nun dazu, die räumliche Ausdehnung der Belastung besser beurteilen zu können. Besondere Aufmerksamkeit gilt indessen dem Bereich des Kreuzwegs sowie den angrenzenden Schrebergärten.
Ob sich daraus Nutzungseinschränkungen oder Empfehlungen für die Pächterinnen und Pächter ergeben, könne derzeit nicht gesagt werden, heisst es. Der Gemeinderat kläre zusammen mit den zuständigen kantonalen Fachstellen möglichst rasch ab, ob vorsorgliche Massnahmen angezeigt seien. Einen verbindlichen Termin, bis wann die Untersuchungen abgeschlossen seien, könne die Gemeinde derzeit nicht nennen. Sobald gesicherte Erkenntnisse vorlägen, werde die Bevölkerung über die Resultate und das weitere Vorgehen informiert, steht im Mitteilungsblatt.
Das ist eine grosse Gruppe von Industriechemikalien, die unter anderem in Pfannen, Kosmetika, Outdoorkleidung und Löschschäumen vorkommen und sich in der Umwelt praktisch nicht abbauen. Daher werden sie auch als «Ewigkeitschemikalien» bezeichnet. Die gesundheitsschädlichen Auswirkungen sind erst für einige der zur PFAS-Gruppe gehörenden Stoffe erforscht. Studien weisen etwa darauf hin, dass diese krebserregend sind oder die Wirkung von Impfungen verschlechtern können.
Auch auf politischer Ebene beschäftigt das Thema PFAS. Nachdem der Bund die Übernahme der neuen EU-Grenzwerte für PFAS verschoben hatte, schickte der Bundesrat Ende Mai strengere Höchstwerte für PFAS im Trinkwasser in die Vernehmlassung. Diese dauerte bis zum 18. September.
Überdies wird im Parlament weiter über die Umsetzung diskutiert. Der Ständerat sprach sich kürzlich dafür aus, den Vollzug neuer PFAS-Höchstwerte vorläufig zu sistieren, bis offene Fragen und Unterstützungsmassnahmen für betroffene Betriebe geklärt sind.
«Als Nachbar bin ich verunsichert»: Auf dem Gebiet Feisler sollen 48 Wohnungen in acht Gebäuden entstehen Bis am 24. Mai läuft das öffentliche Mitwirkungsverfahren zum Gestaltungsplan für die Parzelle Nr. 367. Um dieses einzuleiten, hat die Gemeinde Riniken eine Orientierungsversammlung veranstaltet.40 Eingaben von 16 Parteien: Das beschäftigt die Bevölkerung bei den Plänen mit dem Gebiet Feisler Bis Ende Mai lief die öffentliche Mitwirkung für den Gestaltungsplan zum Areal in Neu-Riniken. Seither hat sich der Zeitplan des Projekts verschoben.
Die Arealbesitzerin Hiag macht einen Rückblick auf die bisher erfolgten Bauarbeiten auf dem Gebiet zwischen Hausen und Lupfig und erörtert, wieso noch nicht geklärt ist, wer die PFAS-Sanierung bezahlt. Copyright © Aargauer Zeitung. Alle Rechte vorbehalten. Eine Weiterverarbeitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung zu gewerblichen oder anderen Zwecken ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von Aargauer Zeitung ist nicht gestattet.
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