Verzögerte Eröffnung: Gerhard Butz bleibt noch in der Iddaburg

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Verzögerte Eröffnung: Gerhard Butz bleibt noch in der Iddaburg
Gerhard Butz, Iddaburg, Gähwil

Gerhard Butz plant eigentlich, das Restaurant Brückenwaage in Dussnang zu übernehmen, doch Bauverzögerungen wegen Brandschutzauflagen halten ihn weiterhin in der Iddaburg.

Seit rund zwölf Jahren wirtet Gerhard Butz im Gasthaus auf der Iddaburg. Eigentlich wollte er längst ins Restaurant Brückenwaage nach Dussnang wechseln. Doch wegen zusätzlicher Anforderungen kam es zu Verspätungen.

Wäre alles nach Plan verlaufen, so würde Gerhard Butz nun in Dussnang wirten. Doch dem ist nicht so. Er fährt weiterhin mit seinem Motorrad von Kirchberg aus die kurvenreiche Strasse hinauf bis zum Gasthaus St.Iddaburg oberhalb von Gähwil. An diesem Wallfahrtsort arbeitet Butz seit rund zwölf Jahren.

Der 57-Jährige sitzt an einem der freien Tische im Restaurant. Dieses hat aktuell immer am Wochenende und bei schönem Wetter geöffnet. Entsprechend war es für Butz und seine Partnerin Martina Gilanova ein intensiver Sommer mit langen Arbeitszeiten. Butz erzählt, dass er bei seinem damaligen Stellenantritt eigentlich gedacht habe, bis zu seiner Pensionierung hier zu arbeiten.

Doch weil die Stiftungsmitglieder der Iddaburg mit einem Neubau planen, stand für Butz fest, sich nach einem neuen Betrieb umzusehen. Durch den Hinweis eines Gastes wurde er auf das Restaurant Brückenwaage in Dussnang aufmerksam. Dort ging die damalige Pächterschaft vor rund einem Jahr in Pension. Butz setzte sich mit den Eigentümern der Liegenschaft in Verbindung.

Und es habe gepasst. Dem Wirtenpaar wurde versprochen, dass es in der Brückenwaage anfangen könne. Doch auf diesen Start warten Butz und Gilanova nun seit rund einem Jahr. Auf der Website des Restaurants ist weiterhin zu lesen, dass die Eröffnung für diesen Frühling geplant war.

Doch es kam anders. Die Brückenwaage wurde von der Tannzapfen Immobilien AG gekauft. Mitarbeiter Benni Senn sagt auf Anfrage dieser Zeitung, dass es aufgrund des Brandschutzgesetzes zu der Verzögerung gekommen sei. Im Restaurant inklusive des Saals finden rund 120 Personen Platz.

Entsprechend wurden drei weitere Fluchtwege notwendig.

«Eigentlich wollten wir nur den Saal renovieren», meint Senn. Doch aufgrund der notwendigen Anpassungen hat sich daraus ein grosser Umbau im gesamten Restaurant und in der Küche ergeben.

Zudem wurde auch ein Personenlift eingebaut. So wurde vor Kurzem der neue Parkettboden verlegt. Die Brückenwaage soll frische Farben erhalten, in Hellgrün erstrahlen und mit einer Steinwand verziert werden. Senn ist zuversichtlich, dass die Umbauarbeiten bis Ende Oktober abgeschlossen sind.

Senn merkt an, dass er immer wieder gefragt wurde, wann das Restaurant nun wieder öffnen könne. Er ergänzt: «Wenn es für den Pächter auch passt, können wir Mitte November wieder eröffnen. » Einen Vertrag hat Butz noch nicht unterzeichnet. Er meint: «Ich vertraue Benni Senn.

» Dieser erklärt, dass es bei ihnen üblich ist, den Vertrag erst aufzusetzen, wenn alles fertig ist.

«Zuvor gibt es bei uns eine mündliche Zusage als Pächter, und das gilt. »Butz und Gilanova informierten damals ihre Gäste sowie die Stiftung über den geplanten Wechsel. Doch es kam bekanntlich anders. Weil es bei der Stiftung Einsprachen betreffend der Bauarbeiten gibt, konnten die beiden weiterhin in Gähwil wirten.

Mit den angepassten Öffnungszeiten kann das Restaurant weiterhin Gäste begrüssen.

«Es ist für die Stiftung und mich eine Win-win-Situation», sagt Butz. Gilanova hat sich neben ihren Partner gesetzt. Sie merkt an, dass sie sich auf den Neuanfang in der Brückenwaage freue. Und Butz meint: «Ich bin motiviert und habe schon viele Ideen.

» So möchte er eine gutbürgerliche Küche mit seinen zahlreichen Cordon-bleu-Varianten und diversen Desserts anbieten. Zudem soll saisonal und regional gekocht werden. Weiter soll es Musikabende, eine Metzgete, Wildabende oder Töffsegnungen geben. Ebenfalls möchten die beiden einen Znüni, ein Mittagsmenü, am Nachmittag eine kleine Karte und zum Abendessen wieder eine warme Küche anbieten.

Butz lebt für seine Arbeit, die er als sehr vielseitig beschreibt. Er lerne nie aus sowie komme er ständig mit Leuten in Kontakt.

«Ich bin ein ‹Schnorri› und komme sehr gerne mit den Gästen ins Gespräch», merkt er an und lacht. Vor allem hier auf der Iddaburg seien viele Touristen oder Gäste von überallher gekommen und hätten auch über ihre Probleme oder Zukunftsängste gesprochen.

«Es war eine schöne, wenn auch manchmal ruppige Zeit», merkt Butz an. Auch Gilanova schätzt ihre vergangenen drei Jahre auf der Iddaburg. Sie arbeitete zuvor als Pflegerin, bevor sie den Schritt in die Gastronomie wagte.

«Es ist schön, hier zu arbeiten, und der Kontakt zu den Gästen bedeutet mir viel. » Die beiden freuen sich auf die bevorstehende Zeit in der Brückenwaage. Unklar sei für sie, ob die Fischingerinnen und Fischinger nach so langer Zeit den Weg wieder in das Restaurant finden werden. Butz merkt an: «Ich hoffe, dass wir dann im November auf eine grosse Unterstützung zählen können und viele Gäste begrüssen dürfen.

»«Hätten uns mehr Wertschätzung gewünscht»: Gastronomen am Wallfahrtsort Iddaburg hören auf – eine Nachfolge zu finden, ist schwierig 2026 stehen am Wallfahrtsort Iddaburg Bauarbeiten an. Das jetzige Gasthaus soll einem modernen Neubau weichen. Damit neigt sich die Ära des Wirts Gerhard Butz dem Ende zu, der seit 2015 auf der Iddaburg wirtete – die letzten drei Jahre mit Partnerin Martina Gilanova. Sie sprechen über Höhe- und Tiefpunkte – und was sie etwas traurig stimmt.

Gerüchten zu Folge war lange unklar, wie es mit dem beliebten Restaurant Brückenwaage weitergehen wird. Fest stand einzig, dass das langjährige Wirtepaar Heidi Bärlocher und Kony Böni altersbedingt auf Ende dieses Jahres aufhören wird. Nun steht aber fest: Das Gasthaus ist in neuem Besitz und neue Pächter werden den Wirtebetrieb kommendes Jahr aufrechterhalten. Die Reformation machte auch – oder insbesondere – vor dem Kloster Fischingen nicht Halt. 1526 heiratete Abt Heinrich V. gar eine ehemalige Nonne.

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