Schwache US-Arbeitsmarktdaten mit nur 29.000 neuen Stellen im September dämpfen Zinssorgen, während Nike-Aktien um 7,5 Prozent einbrechen und der SMI stabil höher notiert.
Die überraschend schwachen US-Arbeitsmarktdaten für September haben die Hoffnung der Anleger auf eine Zinspause der US-Notenbank genährt und die Kurse an der Wall Street angeschoben. In den USA entstanden im September nur 29.000 Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft, wie aus dem Bericht der Regierung hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit 90.000 Stellen gerechnet.
Schwache Arbeitsmarktdaten beeinflussen Aktienmärkte
Die schwächeren Arbeitsmarktdaten sind merkwürdigerweise eine gute Nachricht für die Aktienmärkte, sagte Todd Schoenberger, Investmentchef bei CrossCheck Management. Die Zahlen nährten die Hoffnung der Anleger, dass die Fed bei Zinserhöhungen langsamer vorgeht. Die Währungshüter versuchen, mit straffer Geldpolitik die Inflation einzudämmen und den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abzukühlen. Am Aktienmarkt kommt dies positiv an, weil es die Zinssorgen der Anleger dämpft.
Nike-Aktien brechen nach Sparprogramm ein
Nike-Aktien brachen um rund 7,5 Prozent ein. Der Sportartikelhersteller kommt nicht aus der Krise. Vorstandschef Elliott Hill verpasst dem weltgrößten Sportartikelhersteller deshalb das nächste Sparprogramm mit weiteren Stellenstreichungen. Zwischenzeitlich lagen die Aktien auf dem tiefsten Stand seit 13 Jahren. Im bisherigen Jahresverlauf ist das Unternehmen mit einem Kursminus von 45 Prozent ohnehin bereits das abgeschlagene.
SMI stabil höher und AMS Osram auf Drei-Jahres-Hoch
Der SMI notierte stabil höher. Die Aktie von AMS Osram erreichte ein neues Drei-Jahres-Hoch. Die US-Arbeitsmarktdaten hellten die ohnehin bessere Stimmung weiter auf. Der Terminkontrakt für zehnjährige Staatsanleihen (T-Note-Future) stieg um 0,24 Prozent auf 104,91 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe fiel im Gegenzug auf 5,19 Prozent. Am Donnerstag war die zehnjährige Rendite noch zeitweise bis auf 5,34 Prozent gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit 2002, bevor eine Gegenbewegung am Anleihemarkt einsetzte.
Weitere Unternehmensnachrichten und Marktausblick
Der Dow Jones Jones stieg um 0,9 Prozent auf 51.400 Punkte. Tags zuvor war er mit 50.546 Zählern noch auf das tiefste Niveau seit Mitte Juni abgesackt. Der Tech-Index wird von IG gut ein Prozent höher bei 30.842 Punkten erwartet, womit er seinen Höchststand in der Vorwoche bei 30.770 Zählern übertreffen würde. Ulrich Wortberg von Helaba Research schrieb, der Arbeitsmarktbericht enttäusche angesichts der positiven Indikationen, die es vonseiten der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, des Reports oder des ISM-Beschäftigungsindexes gegeben hatte.
ON will seine im Sommer bekannt gegebene Übernahme nun nicht mehr mit eigenen Aktien, sondern bar bezahlen, womit er für den Spezialisten für Leistungshalbleiter billiger wird. Die Aktie verliert 8,7 Prozent. Einem Insider zufolge kann die Übernahme der MediaSaturn-Muttergesellschaft nach eingehender Prüfung und neuen Zugeständnissen auf Zustimmung der EU-Kommission hoffen. Die Transaktion stehe vor der Billigung durch die Brüsseler Behörde, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Freitag. Die EU-Kommission wollte sich dazu nicht äußern. Die Kommission will ihre endgültige Entscheidung bis zum 4. November fällen. Untersucht wird die Transaktion auch noch von den Behörden in Österreich.
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