US‑Anleihenkurse auf 5,3 %-Wie steigende Zinsen Technologie‑ und Industrie‑aktien anziehen

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US‑Anleihenkurse auf 5,3 %-Wie steigende Zinsen Technologie‑ und Industrie‑aktien anziehen
US‑Zinsen, Technologiesektor, Industrie

Analyse von HQ Trust prüft, warum Technologie- und Industrieaktien trotz steigender US‑Zinsen steigen, während Versorger darunter leiden.

Die US-Präsidenten-10-Jahres-Staatsanleihen haben am Donnerstag ihren höchsten Stand seit über zwanzig Jahren erreicht, indem sie nun 5,3 % Rendite verzeichnen. Dieses wurde in unmittelbarem Zusammenhang mit einem Rückgang der weltweiten Aktienmärkte beobachtet, wobei der MSCI ACWI Index in den letzten Tagen um 1,1 % nachgegeben hat.

Technologie und Industrie profitieren

Anleger denken daher schnell, dass steigende Zinsen grundsätzlich Aktien formen. Doch die Realität wirkt sich anders aus, wie eine kürzlich verfasste Analyse von HQ Trust, einem Family Office aus Bad Homburg, zeigt. Der Kapitals strategische Redakteur Sebastian Dörr hat zehn historische Phasen steigernder Zinsen seit 1978 untersucht und dabei die Performance von elf US‑Sektorindizes analysiert.

Diskretioniert bei der relativen Outperformance zum Gesamtmarkt, hebt er eindeutig den Technologiesektor hervor, der acht von zehn Zinsanstiegsphasen übertraf und dabei eine durchschnittliche Outperformance von 13,2 % erzielte. Gleichfalls profitierte die Industrie, die ebenfalls acht von zehn Phasen konnte und eine relative Mehrrendite von 3,8 % aufwies. Diese beiden Branchen stehen im Gegensatz zum klassischen Logikbild des defensiven Versorgungssektors, der in neun von zehn Phasen schlechter als der Gesamtmarkt abschloss und sich durch eine durchschnittliche Underperformance von 10,7 % auszeichnete.

Warum also laufen Technologie- und Industrieaktien bei steigenden Zinsen noch, eher als dass sie zurückgehen? Die Antwort liegt im Zusammenspiel von Zinsen mit Wirtschafts­dynamik: Oft treten Zinsanstiege mit einem boomenden Wirtschaftsumfeld ein, bei dem zyklische Sektoren wie Technologie und Industrie starke Impulse erhalten. Gleichzeitig verbünden sich Wachstumsunternehmen der Technologiefirma mit einer üblichen Struktur, in der ein großer Teil des Unternehmenswerts auf zukünftige Gewinne abzielt.

Höhere Diskontierungsfaktoren senken dann die Bewertung von Wachstums­unternehmen, but die steigende Zinskurve kann Banken und Kreditverbände marginalieren und ihnen dadurch mehr Gewinnmöglichkeiten verschaffen. Unter diesen Bedingungen profitieren Kantonal- und Regionalbanken meist stärker, während Großbanken weniger stark bis neutral sind. Der Versorgungssektor wird dagegen besonders stark von steigenden Zinsen belastet, weil er einen hohen Verschuldungsgrad aufweist und durch Anleiheähnliche Dividenden strukturiert ist.

Zinsen belasten Versorger und Immobilien

Die höhere Zinsen erhöhen die Finanzierungskosten von Unternehmen wie Stromversorgern und Immobilienunternehmen, die zudem mit festverzinslichen Alternativen verglichen nicht mehr attraktiv sind. Somit ziehen sich Anleger von solchen Aktien zurück. Rohlichere Dinge, wie Immobilienprofite, gewinnen an Attraktivität, wenn die Zinsen fallen und ihre Finanzierungskosten sinken.

Schließlich wirken sich die Zinsen auch nach dem Höhepunkt ihrer Entwicklung aus. Wenn die Zinsen zurückgehen, aber weil die Konjunktur geschwächt wird, geraten zyklische Industrien zurück, anders als wenn sie sofort steigen. Im Schweizer Kontext lassen sich die Schwerpunkte für die Aktien, die in Zeiten steigender und fallender Zinsen gut und schlecht abschneiden, ebenfalls erkennen und das Portfolio entsprechend anpassen.

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