Überraschende Erkenntnis: Fieber nach der Impfung sagt nichts über den Impfschutz aus

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Überraschende Erkenntnis: Fieber nach der Impfung sagt nichts über den Impfschutz aus
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Fieber nach der Impfung? Kein Beweis für guten Schutz. Neue Studien zeigen: Was wirklich schützt, ist komplexer als gedacht.

Zwei neue Studien untersuchen individuelle Unterschiede bei Impfreaktionen. Gene, Alter und chronische Krankheiten beeinflussen die Schutzwirkung. Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf eine Impfung. Das wissen wir spätestens seit der Pandemie.

Manche spürten kaum etwas nach der Covid-Impfung, andere lagen nach der Spritze mit Fieber im Bett. Doch nicht nur die individuelle Reaktion unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Auch wie gut das Immunsystem nach Impfungen einen Schutz aufbaut, ist nicht bei allen gleich. Gleich zwei neue Studien beschäftigen sich mit diesen beiden Aspekten von Impfreaktionen.

Ein Team der Arizona State University ist der Frage nachgegangen, warum nicht alle Personen nach einer Impfung gleich gut geschützt sind, und hat dabei eine interessantegemacht. Das Forscherteam untersuchte Proben von rund 4000 Testpersonen nach der Covid-Impfung und fand bei Menschen, die einen guten Schutz aufbauten, eine höhere Anzahl von bereits vorhandenen Antikörpern gegen gängige Erkältungsviren.

«Das ist eine sehr interessante Studie», sagt Immunologin Kyra Zens, die an der Universität Zürich zur Wirkung von Impfungen forscht. Es bedeute jedoch nicht, dass bei den Testpersonen die bereits vorhandenen Antikörper gegen Erkältungsviren, für den stärkeren Impfschutz sorgten.

«Die Resultate zeigen uns viel mehr, dass diese Personen grundsätzlich gute Antikörperantworten produzieren. » Warum das so ist, kann die Studie nicht beantworten, da es eine Beobachtungsstudie ist. Wie gut der Schutz ist, den jemand nach einer Impfung entwickelt, hängt von verschiedenenab. Ein wichtiger Punkt ist das Alter, weshalb Menschen ab 75 Jahren in der Schweiz beispielsweise ein wirkverstärkter Impfstoff gegen Grippe empfohlen wird.

Auch die Gene spielen eine Rolle.

«Die Gene beeinflussen zum Beispiel, wie effizient das Immunsystem eines Einzelnen auf eine Impfung reagiert und wie stark es die Immunzellen aktiviert», sagt Zens. Zudem können auch chronische Erkrankungen, Medikamente oder der Stoffwechsel die Schutzwirkung beeinflussen.

«Interessant an dieser neuen Covid-Studie ist aber gerade, dass diese Faktoren nicht alles erklären», sagt Christoph Berger, leitender Arzt am Universitären Zentrum für Immunologie des Unispitals Basel. «Auch etwa fünf bis sechs Prozent der gesunden Personen zeigen eine schwache Antikörperantwort, während manche immunsupprimierte Personen gut reagieren. » Allerdings untersuchten die Forschenden nur die Antikörper. Einen wichtigen Teil des Immunschutzes übernehmen jedoch zusätzlich die T-Zellen.

Ihre Körperantwort untersuchte das Team hingegen nicht. Noch ist nicht klar, ob das Antikörperprofil, das bei den Testpersonen mit einer guten Wirkung der Covid-Impfung einherging, auch bei anderen Impfungen ähnlich gut funktioniert.

Zudem reagieren einzelne Personen nicht auf jede Impfung gleich gut.einen weniger guten», sagt Berger. Es gebe keinen «universellen Typus des guten Impfresponders». Viele fragen sich, ob Schmerzen im Arm, Abgeschlagenheit und Fieber nach einer Impfung gleichbedeutend sind mit einer guten Schutzwirkung. Genau mit diesem Thema beschäftigt sich ein Forscherteam der Universität Genf in einer neuenUnser Immunsystem besteht aus zwei Teilen: aus der angeborenen und aus der erworbenen Immunantwort, Letztere lernt aus vergangenen Infektionen.

Nicht bei allen Menschen reagiert das angeborene Immunsystem gleich stark. Wenn ein Virus Zellen befällt, produzieren diese Interferone, eine Art Alarmsystem für die Nachbarzellen, damit diese sich bereit machen, um gegen den Eindringling zu kämpfen. Auch auf diese Interferone reagiert der Organismus nicht bei allen gleich. Wer heftig auf Interferone reagiert, der entwickelt nach einer Impfung eher vorübergehende Symptome wie Fieber oder Müdigkeit, wie die Genfer Studie zeigt.

Eine zweite Impfdosis kann diese Reaktion noch verstärken, da die erworbene Immunität dann schnell Entzündungszellen aktiviert. Wer sich nach den Symptomen damit tröstet, nun vermutlich besonders gut geschützt zu sein, der wird von den Studienergebnissen jedoch enttäuscht. Die Schwere der Symptome sagt nichts über die Schutzwirkung aus. Das zeigte bereits eine der Universität Basel im Frühjahr.

«Wer nach einer Impfung nichts spürt, der kann trotzdem gut geschützt sein», sagt Zens. Tipps, News und Geschichten zu Gesundheit, Ernährung, Psychologie, Fitness und Wohlbefinden. Jeden zweiten Montag in Ihrem Postfach.ist Wissenschaftsjournalistin und Autorin des historischen Romans «Yrsa. Die Liebe der Wikingerin». Sie schreibt über Gesundheitsthemen und über Geschichte und Archäologie.

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