Der Trübsee bei Engelberg bietet Familien numerous Freizeitmöglichkeiten mit Kanufahrten, Erlebniswegen, Spielplätzen und Restaurants. Vom Rundweg führt eine Seilbahn zum Titlis, wo Besucher den neuen Aussichtsturm auf 3020 Metern und Einblicke in Europas höchstgelegene Baustelle erleben können.
Lachen vermischt sich mit dem Plätschern des Wassers, als eine Gruppe Jugendlicher bei der Bootsstation am Trübsee in Kajaks steigt und die Paddel in die spiegelglatte Oberfläche schlägt.
Die aufspritzenden Wassertropfen funkeln in der Herbstsonne. Nur eine Gondelfahrt von Engelberg entfernt, wartet hier ein Ort der Entschleunigung auf Entdeckung. Etwas weiter dem Uferweg entlang, platziert sich eine Familie an der Feuerstelle, die mit dem See zu Füssen auf einer Erhebung thront. Die Kinder stürmen auf die Spielstation in der Nähe.
Überhaupt gibts rund um den Trübsee auch für die Kleinsten jede Menge zu entdecken – wie den Schmuggli-Erlebnisweg mit Schatzsuche, den Sbrinz-Rätselwanderweg oder den Abenteuerspielplatz mit Säumerlager und Grillplatz. Erwachsene finden abseits davon auf der Terrasse des Restaurants Alpstubli einen lauschigen Sonnenplatz und kulinarische Stärkung oder verweilen in einer der Hängematten am Uferweg, der in einer knappen Stunde von der Mittelstation aus um den Trübsee führt. Über dem Idyll erhebt sich oberhalb des Gletschers weithin sichtbar der Titlis.
Wie ein Finger reckt sich aus seinem Gipfel auf 3020 Meter über dem Meer der gleichnamige Sende- und Aussichtsturm ins Himmelsblau. Seit Juni dieses Jahres ist das neue Wahrzeichen der Schweizer Alpen für Besucher geöffnet. In Stand, der Bergstation nach Trübsee, steigen sie zur Gipfelfahrt um.
Foto: Luzern Tourismus Die rund um das Projekt auf der Bergspitze voraussichtlich noch bis 2029 andauernden Arbeiten machen einen Besuch umso eindrücklicher, da sie am Rande ihrer bereits zugänglichen Attraktionen einzigartige Einblicke in Europas höchstgelegene Baustelle gestatten. An der Bergstation plaudert ein Besucherpaar mit einem Mitarbeiter.
«Oft kommen auch Bauleute aus der Gegend zu uns, um zu schauen, wie wir hier unter Extrembedingungen arbeiten», erzählt dieser. Die Pläne des Schweizer Architektenbüros Herzog & de Meuron umfassen die Modernisierung und den Ausbau der Bergstation. Der ehemalige Richtstrahlturm aus den 1980er-Jahren wurde mit zwei Gebäuderiegeln ergänzt, die unter anderem eine Aussichtsplattform und ein Restaurant beherbergen. Ein Grüppchen Neugieriger schlendert an der laufenden Baustelle vorbei in die Gletscherhöhle.
Die unebenen Eiswände schimmern bläulich-grau. Der wie ein Kristall geformte Thron im Inneren ist für die meisten ein unwiderstehliches Fotosujet. Atemberaubende Eindrücke fangen Augen und Handykamera später auf der offenen Aussichtsplattform im neunten Stock des Titlis Towers ein, die rundum begehbar ist. Der Blick streift weit über unzählige Berggipfel hinweg in den unendlich scheinenden Horizont und es fällt schwer, sich von dieser Aussicht loszureissen.
Dabei warten noch weitere Highlights. Spätestens beim ersten Schritt auf dem Cliff Walk stellt sich ein Kribbeln im Bauchraum ein. Die 100 Meter lange Hängebrücke schwingt sich 500 Meter über dem Abgrund von Fels zu Fels. Nach derartiger Aufregung ist das sich unterhalb der Aussichtsplattform im Turm befindliche Joseph’s Restaurant der ideale Ort, um zu entspannen.
So ähnlich muss es sich anfühlen, auf einer Wolke zu sitzen, die Welt zu Füssen. Denn das rundum bodenhoch verglaste Refugium bietet unverstellte Ausblicke in alle Himmelsrichtungen, die sich mit exzellenter Küche geniessen lassen. Ganz anders, doch auch nicht wenig imposant, präsentiert sich ein Ausflugsziel am anderen Ende von Engelberg.
«Achtung, es geht los», sagt die Frau an der Talstation Fürenalp. Sie gibt der kleinen Gondelkabine noch einen liebevollen Stups zum Abschied, die sodann steil der breiten Felswand entgegen schwebt und alles darunter zu einer Miniaturlandschaft schrumpfen lässt. Wenige Minuten später hält sie ruckelnd auf dem Hochplateau. So mancher Gast schwenkt ohne Umweg auf die Sonnenterrasse des Bergrestaurants ein, zu dessen Infrastruktur auch ein Spielplatz mit grossem Trampolin gehört.
Im Spiegelseeli, einen Steinwurf weiter, glänzen die umliegenden Berggipfel im Wasser. Ein Tretbecken und ein Holztrog laden Passanten zur Kneipp-Anwendung ein. Die Fürenalp gilt ohnehin als besonderer Kraftort. Gleich bei der Bergstation beginnt der Naturlehrpfad Grotzliweg, der seinen Namen den kleinen krummen Nadelbäumen verdankt, die ihn säumen.
Näheres dazu – wie zu Geschichte, Gestein, Pflanzen und Tieren – offenbart der 3.4 Kilometer lange Rundweg mit Hinweistafeln unterwegs. Schmal mäandert er durch wilde Beerensträucher und Fichten, denen der leichte Wind ein Raunen entlockt. In der Ferne gurgelt ein Bachlauf. Bänke am Wegrand bieten zahlreich Möglichkeiten zum Innehalten. Der Alltagstrubel ist weit weg, das Nebelgrau ebenso.
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