Treibstoffpreise Schweiz: Diesel erreicht neuen Höchststand

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Treibstoffpreise Schweiz: Diesel erreicht neuen Höchststand
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Die Treibstoffpreise in der Schweiz sind massiv gestiegen, Diesel erreicht neuen Höchststand. SRF-Wirtschaftsredaktor Matthias Heim erklärt die Ursachen und ob hohe Preise bleiben.

Die Treibstoffpreise in der Schweiz sind massiv gestiegen und haben insbesondere beim Diesel einen neuen Höchststand erreicht. Das berichtet SRF-Wirtschaftsredaktor Matthias Heim, der die Hintergründe der aktuellen Entwicklung analysiert. Die Preise an den Zapfsäulen haben damit ein Niveau erreicht, das an frühere Krisenzeiten erinnert.

Ursachen der hohen Treibstoffpreise

Die Gründe für die hohen Preise sind vielschichtig. Am Anfang steht der Konflikt zwischen dem Iran und den USA. Dieser führt dazu, dass die Strasse von Hormus blockiert ist und sehr viel weniger Erdöl auf den Markt gelangt.

Hinzu kommt, dass verschiedene Raffinerien weltweit nicht so produzieren können wie normalerweise. Zum Teil liegt das an Kriegsschäden, beispielsweise in der Golfregion oder in Russland. Und nicht zuletzt verteuert das anhaltende Niedrigwasser des Rheins den Schiffstransport von Benzin und Diesel in die Schweiz.

Dauerzustand oder Entspannung?

Ob die hohen Preise an der Zapfsäule zum Dauerzustand werden, hängt stark von der Entwicklung im Iran ab. Bei einer Einigung mit den USA könnte es schnell zu einer Entspannung beim Rohölpreis kommen.

Allerdings kann man Rohöl nicht direkt tanken. Da die Reparaturen an den Raffinerien teils Monate oder Jahre dauern können, bleibt der Engpass bei der Verarbeitung bestehen. Diesel und Benzin dürften daher tendenziell noch länger teuer bleiben.

Historischer Vergleich der Dieselpreise

Die aktuelle Lage beim Diesel ist historisch betrachtet nicht einzigartig. Es gab zwei vergleichbare Phasen: Während der Finanzkrise 2008 kostete der Liter inflationsbereinigt etwa 2.43 Franken, im ersten Jahr des Ukraine-Kriegs 2022 rund 2.46 Franken – also ähnlich viel wie heute.

Man darf aber nicht vergessen, dass moderne Dieselautos heute dank des technologischen Fortschritts rund ein Drittel weniger Treibstoff verbrauchen als noch vor 20 Jahren. Eine Tankfüllung belastete das Haushaltsbudget im Jahr 2008 also real noch deutlich stärker als heute.

Elektromobilität als entscheidender Unterschied

Die Elektromobilität verändert die Situation tatsächlich. Das ist der entscheidende Unterschied zu früheren Ölkrisen. Zwar schwankt auch der Strompreis, aber die Situation ist doch eine andere.

Das Elektroauto kann man selbst tanken, beispielsweise mit dem Strom der eigenen Solaranlage. Aber auch an öffentlichen Ladestationen lädt man vergleichsweise günstig. Das hat auch mit der Effizienz des Elektroautos zu tun.

Zudem produziert die Schweiz fast ihren gesamten Strom selbst, während wir bei Benzin und Diesel zu 100 Prozent vom Ausland abhängig sind. Beim Erdöl werden wir darum die Schwankungen der Weltmärkte, Kriege und politische Krisen auch in Zukunft immer viel direkter und stärker spüren.

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