Syngenta erreicht fast 1800 Pflanzenschutzmittel-Zulassungen und festigt Marktführerschaft

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Syngenta erreicht fast 1800 Pflanzenschutzmittel-Zulassungen und festigt Marktführerschaft
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Syngenta hat 2025 für fast 1800 Pflanzenschutzmittel Zulassungen erhalten und ist Weltmarktführer. Die Konzentration in der Agrarindustrie verringert die Auswahl für Landwirte.

Syngenta, der führende Agrarkonzern mit Hauptsitz in der Schweiz, hat im vergangenen Jahr für fast 1800 Pflanzenschutzmittel eine Erst- oder Wiederzulassung oder eine Verlängerung der Zulassung erreicht. Das geht aus dem Geschäftsbericht 2025 hervor. Damit ist Syngenta Weltmarktführer bei Pflanzenschutzmittel n, was dem Unternehmen einen erheblichen Vorteil verschafft. Gleichzeitig reduziert der eingeschränkte Wettbewerb die Auswahl für Landwirte.

Syngenta profitiert von strengerer Regulierung

Ein großes Pestizidportfolio ist umso wertvoller geworden, da Behörden weltweit die Regulierung von Pestiziden verschärft haben, um Menschen und Umwelt zu schützen. Die EU hat beispielsweise die Zahl der zugelassenen Wirkstoffe in Pestiziden in den vergangenen 25 Jahren von über 1000 auf rund 500 reduziert. Bis ein neues Pestizid in der EU zugelassen ist, kann es sieben bis zehn Jahre dauern. Die Zulassung gilt jeweils höchstens fünfzehn Jahre. Diese Zahlen, etwa aus einem Bericht des Agrarforschungskollektivs ETC, zeigen, wie stark sich die Macht bei wenigen Unternehmen konzentriert.

Historische Entwicklung der Marktkonzentration

Die Konzentration in der Industrie für landwirtschaftliche Produktionsmittel begann bereits vor rund 150 Jahren. Landmaschinenhersteller wie John Deere bauten große Industrieunternehmen auf, was in den 1870er-Jahren dazu führte, dass Bauernbewegungen in den USA sie als Monopole ins Visier nahmen. Auch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts dominierten einige wenige Unternehmen den Saatgut- und den Agrarchemiesektor. In den 1980er-Jahren begannen diese Firmen zu fusionieren, um ihre Geschäfte zu konsolidieren.

In jüngerer Zeit kam es zu mehreren Megafusionen: 2018 übernahm Bayer Monsanto, 2019 schlossen sich Dow und Dupont zu Corteva Agriscience zusammen, 2018 fusionierten die Düngemittelriesen Potash Corporation und Agrium zu Nutrien, und Syngenta wurde 2017 von Chemchina übernommen, bevor Chemchina 2022 mit Sinochem fusionierte.

Auswirkungen auf Landwirte und Marktmacht

Die Konzentration wirtschaftlicher Macht kann sich negativ auf Landwirtinnen und Landwirte auswirken, da sie bei der Beschaffung von Saatgut, Chemikalien und Landmaschinen nur eine begrenzte Auswahl haben. Auch auf den nachgelagerten Märkten ist die Konzentration hoch: Einige wenige Unternehmen dominieren die Verarbeitung und den Detailhandel. Robert Finger, Professor für Agrarökonomie und -politik an der ETH Zürich, sagt, das bringe landwirtschaftliche Produzenten oft in eine schwierige Lage zwischen diesen konzentrierten vor- und nachgelagerten Märkten.

Eine hohe Konzentration führe jedoch nicht zwangsläufig zu einem Missbrauch von Marktmacht, sagt Max Koppenberg, Assistenzprofessor für Betriebswirtschaft an der Wageningen University & Research in den Niederlanden. In vielen Branchen für landwirtschaftliche Produktionsmittel sei eine hohe Konzentration zu beobachten, die sich nicht in hohen Gewinnmargen niederschlage, da die Unternehmen ihre Bruttogewinne in Marketing, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung investieren müssten, um ihre Marktanteile zu halten.

Politische Maßnahmen als Lösungsansatz

Eine Möglichkeit, die Marktmacht dieser Unternehmen zu begrenzen, sind politische Maßnahmen, die die Markteintrittsbarrieren für neue Unternehmen senken. Koppenberg empfiehlt etwa, die Zulassungsverfahren für neue Pflanzenschutzmittel zu beschleunigen. Ein weiteres Instrument ist das Kartellrecht. So stellten sich die Wettbewerbsbehörden in den USA und der EU zunächst gegen die Übernahme von Monsanto durch Bayer. Letztlich wurde sie dann doch zugelassen, allerdings erst nach umfangreichen Veräußerungen von Geschäftsbereichen. Unter anderem verkaufte Bayer sein globales Saatgutgeschäft an den Konkurrenten BASF.

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