– Swisscom-Techniker gekündigt, weil er 83-jährige Nachbarin im Shop verteidigte

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Sébastien Perriard wollte nur seiner betagten Nachbarin helfen. Dann wurde er von der Swisscom entlassen, wo er seit seinem 16. Lebensjahr arbeitete.

Nach 38 Jahren bei der Swisscom entlassen – nachdem er 83-jähriger Nachbarin half Der 54-jährige Techniker begleitete seine betagte Nachbarin zu einem Swisscom-Shop, um ein unnötiges Abo loszuwerden.

Er wehrt sich nun gegen die Entlassung.

«Meine Karriere, die Bemühungen eines ganzen Arbeitslebens, sind am 9. März plötzlich zum Stillstand gekommen», sagt Sébastien Perriard vor dem Swisscom-Shop in Bulle. Der Techniker arbeitete 38 Jahre bei der Swisscom, bevor ihm im letzten März gekündigt wurde. Seine Arbeit wurde stets als tadellos beschrieben.

Nachdem er seine 83-jährige Nachbarin in einen Swisscom-Shop begleitet hatte, wo sie Abos, die sie nicht brauchte, auflösen wollte, wurde dem 54-Jährigen gekündigt. Die Gewerkschaft Syndicom fordert vor Arbeitsgericht eine Entschädigung von sechs Monatslöhnen für den entlassenen Techniker. Sébastien Perriard arbeitete seit seinem 16. Lebensjahr bei der Swisscom.

Er war in der technischen Abteilung als Projektleiter im Bereich Mobilfunkantennen tätig. Doch am 9. März 2026 endete seine berufliche Laufbahn beim Telekommunikationsunternehmen abrupt: An diesem Tag erhielt der im Kanton Freiburg wohnhafte 54-jährige Techniker ein knappes Kündigungsschreiben, in dem er über die Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 31. August informiert wurde.

«Meine Karriere, die Bemühungen eines ganzen Arbeitslebens, sind am 9. März plötzlich zum Stillstand gekommen. Wegen einer missbräuchlichen Kündigung, weil ich meiner Nachbarin, die 83 Jahre alt ist, geholfen habe», erzählt Sébastien Perriard. Im November 2025 war besagte Nachbarin in den Swisscom-Shop von Bulle gegangen, um ihr altes Prepaidhandy zu wechseln.

Gemäss dem ehemaligen Swisscom-Angestellten verkaufte der Filialleiter der Seniorin ein iPhone 15 mit Zubehör für 600 Franken und liess sie Aboverträge unterschreiben, die sie nicht brauchte. Das bestätigt die Nachbarin: Nachdem sie im Shop gewesen sei, habe sie «per Post Material erhalten, mit dem ich nichts anzufangen wusste». Am 29. Januar 2026 begleitete Sébastien Perriard zusammen mit seiner Partnerin seine Nachbarin in den Swisscom-Shop – in seiner Freizeit und als Privatperson.

Die 83-Jährige erzählt: «Um eine Lösung zu finden, sind wir zum Laden. Der Chef empfing uns und meinte sofort, dass er nichts tun könne. » Der Leiter habe dem ehemaligen Swisscom-Mitarbeiter nicht zugehört, sondern sei ihm ins Wort gefallen. Perriard habe versucht, seine Sätze zu Ende zu bringen, ohne sich Gehör zu verschaffen.

«Dann gab er uns einfach eine Telefonnummer, um dem Gespräch ein Ende zu setzen», erzählt die Kundin. Ein Anruf auf diese Nummer ein paar Tage später habe ihr erlaubt, das Problem zu beheben. Der Leiter des Swisscom-Shops in Bulle meldete seinen Vorgesetzten Sébastien Perriards Eingreifen. Gemäss dem Filialleiter hat dieser im Laden einen bissigen Ton angeschlagen.

So habe der Techniker auf einen Artikel von «» von Mai 2025 angespielt. In besagtem Artikel mit dem Titel «Ich würde meine Grossmutter nicht allein zu Swisscom schicken» wurdenangeprangert. Der Techniker gibt allerdings an, den Artikel nicht gekannt zu haben. Und er weist auf kritische Google-Rezensionen zum Shop in Bulle hin, die vor dem Vorfall vom 29.

Januar verfasst wurden. Im Kündigungsschreiben steht: «Nach Prüfung der Situation und der Anhörung von zusätzlichen Zeugen teilen wir Ihnen Folgendes mit: Aufgrund des Verhaltens, das Sie gemäss dem Shopmanager bei Ihrem Besuch des Swisscom-Shops von Bulle am 29. Januar 2026 an den Tag gelegt haben, beenden wir das Arbeitsverhältnis per 31. August 2026.

» Der von der Swisscom entlassene Techniker wehrt sich gegen seine Kündigung. Sébastien Perriard findet, dass seine Sicht der Dinge, die von seiner Partnerin und Nachbarin gestützt wird, angesichts der Aussagen des Filialleiters – der seinerseits von zwei Mitarbeiterinnen unterstützt wird – nicht ins Gewicht gefallen sei. Er hat seinen Fall dem Arbeitsgericht des Saanebezirks in Granges-Paccot vorgelegt, das eine Verhandlung auf den 3. November angesetzt hat.

Die Geschäftsleitung des Telekommunikationsunternehmens will sich nicht dazu äussern: «Da die Angelegenheit Gegenstand eines laufenden Verfahrens ist, wird sich Swisscom weder zum Fall noch zu den damit verbundenen Fragen äussern», sagt Swisscom-Sprecher Christian Neuhaus.werden, hatten sich Gewerkschaften besorgt gezeigt. Darauf angesprochen, meint Swisscom-Sprecher Christian Neuhaus: «Wir können grundsätzlich nachvollziehen, dass der angesprochene Kontext zu Fragen und vielleicht auch Verunsicherung führen kann.

» Und er fügte an: «Es besteht kein Zusammenhang zwischen diesem konkreten FallBei seiner Klage wird Sébastien Perriard von der Gewerkschaft Syndicom unterstützt. Diese äussert sich nicht öffentlich zum Fall. Doch die juristische Argumentation entspricht jener, die bei einer missbräuchlichen Kündigung angewendet wird: Die Gewerkschaft forderte zuerst die Wiedereinstellung des Technikers, jedoch ohne Erfolg. Von der Swisscom verlangt sie eine Entschädigung in der Höhe von sechs Monatslöhnen.

Warum Swisscom so einschneidende Konsequenzen zog, kann Sébastien Perriard nicht nachvollziehen. Gemäss der Prüfung der Akten durch die Rechtsabteilung von Syndicombei der Swisscom, «ohne auch nur eine Verwarnung, Ermahnung oder disziplinarische Massnahme erhalten zu haben». Sein Verhalten am Arbeitsplatz wird als «tadellos» beschrieben. Beim Vorfall im Swisscom-Shop in Bulle stehe zudem Aussage gegen Aussage: Die beiden Zeuginnen des entlassenen Technikers widersprechen den beiden Mitarbeiterinnen des Filialleiters.

Im Hinblick auf die Anhörung am Arbeitsgericht sagen Sébastien Perriard und Syndicom, dass die Kündigung im Wesentlichen auf «umstrittenen Vorwürfen gründet, die mit einer internen Untersuchung nicht objektiv nachgewiesen werden konnten». Daher verfügte Swisscom über keinen sachlichen Grund, der die Auflösung des Arbeitsverhältnisses gerechtfertigt hätte. In einem Brief vom 7. August wandte sich Sébastien Perriard direkt an Swisscom-Chef Christoph Aeschlimann.

Er bat darum, dass der Vorfall neu untersucht werde und dass er an seinen Arbeitsplatz zurückkehren könne: «Als Arbeitgeber muss Swisscom seine soziale Verantwortung vollumfänglich wahrnehmen: Für ältere Mitarbeitende gilt eine erhöhte Sorgfaltspflicht, die hier nicht eingehalten wurde. Ein solcher Vorfall darf nicht zu einer Kündigung führen. » Die Antwort der Personalabteilung von Swisscom am 3. September fiel knapp aus: «Gemäss unseren Kenntnissen läuft ein Zivilverfahren.

Wir überlassen es daher der Justiz, ihre Arbeit zu tun. »est journaliste généraliste et enquêteur à la rubrique vaudoise. Il a travaillé dans le domaine du journalisme local, a été responsable des rédactions régionales et a suivi les affaires judiciaires. Il se consacre actuellement à tous les sujets qui touchent les gens dans leur vie quotidienne.

«Meine Karriere, die Bemühungen eines ganzen Arbeitslebens, sind am 9. März plötzlich zum Stillstand gekommen», sagt Sébastien Perriard vor dem Swisscom-Shop in Bulle.

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