Nach dem Rücktritt von Guy Parmelin sucht die SVP eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger im Bundesrat. Als Top-Kandidatinnen gelten Natalie Rickli und Céline Amaudruz. Ein Wechsel könnte eine Premiere bedeuten, da noch nie eine Frau der SVP in der Landesregierung sass. Besonders wichtig ist der Verweis auf die Führungskompetenz für die Departemente EJPD und VBS.
Die SVP sucht nun eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger – als Favoritinnen gelten Natalie Rickli und Céline Amaudruz. Eine SVP -Frau sass noch nie in der Landesregierung – Parmelins Nachfolge könnte eine Premiere bringen.
als amtierender Bundespräsident aus der Landesregierung. Damit beginnt für die SVP die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger. Die Departemente mit «den grössten Zukunftsproblemen und dem grössten Führungsdefizit sind das EJPD sowie das VBS», schreibt die SVP. Da eines dieser Departemente frei werden und der SVP zufallen könnte, werde die Partei bei der Nachfolge «besonderes Augenmerk auf die Fähigkeit zur Übernahme der Führungsverantwortung für das EJPD und das VBS legen.
» Nach elf Jahren im Bundesrat nimmt Guy Parmelin den Hut. Für die SVP beginnt nun die Suche nach einem Nachfolger – oder einer Nachfolgerin. Weil schon länger mit dem Rücktritt gerechnet wurde, dürften sich viele SVP-Promis bereits Gedanken gemacht haben. Eine der grossen Fragen wird sein, ob die SVP Parmelin mit einem Deutschschweizer ersetzen will.
Mit Elisabeth Baume-Schneider und Ignazio Cassis bleiben Romandie und Tessin im Bundesrat vertreten. Zu einer Premiere könnte es ebenfalls kommen: Noch nie sass eine SVP-Frau in der Landesregierung, da Eveline Widmer-Schlumpf 2007 umgehend aus der Partei geschmissen wurde. 20 Minuten zeigt, wer im Dezember zum Favoritenkreis gehört. Die Zürcher Gesundheitsdirektorin sass von 2007 bis 2019 im Nationalrat und profilierte sich besonders in den Bereichen Medien und Kinderschutz. Ihre Kontakte in die Fraktion dürften nach wie vor gut sein.
Dazu kann sie mehrere Jahre Regierungserfahrung im grössten Kanton vorweisen. Als Zürcherin passt auch der Heimatkanton, da dieser aktuell nicht im Bundesrat vertreten ist. Nach dem Austritt von Ständerat Daniel Jositsch hatte sie kurz mit dem Gedanken gespielt, für die Kleine Kammer zu kandidieren, verwarf das aber rasch wieder. Auch ihr Alter von 49 Jahren würde für eine Kandidatur passen.
Die Genferin sitzt seit 2011 im Nationalrat und ist vor allem in der Romandie bekannt. Die 47-Jährige ist SVP-Vizepräsidentin und galt als Strippenzieherin bei der Wahl Parmelins. Politisch weicht sie in gesellschaftspolitischen Fragen auch mal von der Parteilinie ab. Vor etwa zehn Jahren sorgte sie für Schlagzeilen, als sie betrunken durch Genf fuhr – und vom Polizeiposten aus Parmelin anrief.
Privat freute sie sich im letzten Jahr über die Geburt ihres zweiten Kindes. Der Thurgauer Pascal Schmid ist erst seit 2023 Nationalrat, machte sich aber als neuer Asylchef einen Namen in der Sünneli-Partei. Der Jurist und ehemalige Richter sprach die erste lebenslängliche Verwahrung der Schweiz aus. Der Thurgauer Pascal Schmid ist Asylchef der SVP.
Liebäugelt er damit, das EJPD von Beat Jans zu übernehmen und so Asylchef des Landes zu werden? Die SVP-nahe «Weltwoche» portierte Schmid kürzlich als idealen Bundesratskandidaten, der das Justiz- und Asyldossier von SP-Magistrat Beat Jans übernehmen könnte. Jüngst diese Woche hat er bekannt gegeben, im Herbst für den Ständerat zu kandidieren. Esther Friedli schaffte 2023 das, woran zuvor viele SVP-Vertreter gescheitert sind: Sie sicherte der SVP einen St. Galler Ständeratssitz.
Dieser Erfolg sorgte für ein hohes Standing innerhalb von Partei und Fraktion. Die St. Galler Ständerätin Esther Friedli wurde in den letzten Jahren immer wieder ins Spiel gebracht. Das Problem: Mit Karin Keller-Sutter sitzt bereits eine Vertreterin ihres Kantons im Bundesrat. Die 49-Jährige ist Gastronomin und seit Kurzem mit dem langjährigen SVP-Chef Toni Brunner verheiratet.
Ihr grosses Manko ist, dass mit Karin Keller-Sutter bereits eine Vertreterin des Kantons St. Gallen im Bundesrat sitzt. Sollte SVP-Vizepräsidentin Magdalena Martullo-Blocher antreten, könnte sie in die Regierungs-Fussstapfen ihres Vaters treten. Bereits bei früheren Vakanzen wurde die Unternehmerin heiss gehandelt, verzichtete aber. Sie müsste die Führung der EMS-Chemie abgeben.
Und ob die Unterstützung in anderen Fraktionen gross genug wäre für eine Wahl, scheint unklar. Der Zürcher Gregor Rutz hat seine Schwerpunkte in den Bereichen Medienpolitik und Immobilien. Der Präsident des Schweizerischen Hauseigentümerverbands amtet seit 2012 als Nationalrat und ist als ehemaliger Generalsekretär bestens vertraut mit der Partei und den Mechanismen im Bundeshaus.2022 sagte er nach dem Rücktritt von Ueli Maurer, viele hätten ihn zu einer Kandidatur ermuntert. Er verzichtete jedoch nach Bedenkzeit.
Als grösste Partei des Landes gibt es in der SVP auch viele weitere prominente Namen. Parteipräsident Marcel Dettling und der Luzerner Nationalrat Franz Grüter etwa haben aber eine Kandidatur 2022 klar ausgeschlossen. Nach dem Rücktritt Parmelins sagt Grüter allerdings, er werde von verschiedenen Seiten angefragt.
«Ich werde mir Gedanken machen», sagt Grüter vielsagend. Bei anderen möglichen Interessierten wie den Bernern Werner Salzmann und Lars Guggisberg passt die Herkunft nicht, weil Albert Rösti aus dem gleichen Kanton stammt. Céline Amaudruz, weil sie aus der Romandie kommt. Gregor Rutz, weil er die Partei und das Bundeshaus gut kennt.
Keiner davon, ich würde auf einen ganz anderen Namen setzen. Gut möglich ist auch, dass ein eher unbekannter Regierungsrat plötzlich auf den Schild gehoben wird, wie es etwa die Mitte mit dem Zuger Martin Pfister erfolgreich getan hat. Sicher ist bloss: Die nächsten Wochen werden in der SVP höchst interessant. Die SVP hat eine Findungskommission unter Leitung von alt Nationalrat Caspar Baader eingesetzt.
Die Kantonalsektionen müssen dieser bis am 23. Oktober ihre Kandidaturen melden. Im Anschluss finden Anhörungen statt. Bis am 13.
November will die Kommission der Fraktionsspitze ihren Antrag unterbreiten. Die Nomination durch die Fraktion findet am Freitag, 13. November statt. Die Wahl durch die Bundesversammlung ist für den 9.
Dezember geplant. Christof Vuille leitet seit 2023 das Ressort Politik und ist Mitglied der Redaktionsleitung. Er berichtet für 20 Minuten nah am Puls der Bundespolitik.
SVP Guy Parmelin Natalie Rickli Céline Amaudruz Bundesrat
Switzerland Neuesten Nachrichten, Switzerland Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Guy Parmelin kündigt Rücktritt aus dem Bundesrat anBundesrat Guy Parmelin hat nach elf Jahren in der Schweizer Landesregierung seinen Rücktritt angekündigt. Der SVP-Wirtschaftsminister will sein Amt Ende des laufenden Präsidialjahres aufgeben. Sein Rücktritt bietet der Partei kurz vor dem Wahljahr 2027 die Möglichkeit, neue Kandidaten für den Bundesrat ins Zentrum zu stellen.
Weiterlesen »
Medienkonferenz im Liveticker: So erklärt Guy Parmelin seinen Rücktritt aus dem BundesratNach 11 Jahren in der Landesregierung kündigt Bundesrat Guy Parmelin seinen Rücktritt an. An einer Medienkonferenz in Bern erklärt der Wirtschaftsminister seine Gründe und zieht Bilanz.
Weiterlesen »
Parmelin-Nachfolge: Diese Namen werden als SVP-Kandidaten genanntVon Nationalrats- bis Regierungsmitglieder: In der Partei werden mehrere mögliche Nachfolgerinnen und Nachfolger gehandelt. Die Auswahl ist politisch heikel.
Weiterlesen »
Guy Parmelin Rücktritt: Parteien und Wirtschaft reagieren auf SVP-BundesratNach dem Rücktritt von Bundesrat Guy Parmelin fordern Parteien Anforderungen an seine Nachfolge. SVP und Wirtschaft loben seinen Einsatz für den Standort Schweiz.
Weiterlesen »
