Seit seinem Amtsantritt hat SVP-Grossrat Patrik Meier keinen Vorstoss eingereicht oder mitunterzeichnet. Der Landwirt wartet gezielt ab, um Themen ausreichend zu prüfen und den Alltag mit Familie und Hof zu bewältigen. Titus Meier vom FDP sieht demgegenüber Vorstösse als wirksames Mittel, um frühzeitig Einfluss auf die Aargauer Politik zu nehmen.
Vor zwei Jahren wurde Patrik Meier überraschend in den Grossen Rat gewählt. Seither politisiert er stramm auf SVP -Linie, hat aber noch nie einen Vorstoss eingereicht oder mitunterzeichnet.
Warum nicht? Titus Meier bildet den Gegenpol. Der FDP-Grossrat sagt, wann er Vorstösse als sinnvoll erachtet. Im Aargauer Grossen Rat werden zahlreiche Vorstösse eingereicht und abgearbeitet, zuletzt mit deutlich mehr Neueingaben als erledigten Geschäften.
Der Artikel stellt zwei Gegensätze gegenüber: Patrik Meier hat bisher keinen Vorstoss eingereicht, Titus Meier zählt zu den aktiveren Grossräten. Titus Meier sieht Vorstösse als wichtiges Mittel, um Themen aufzugreifen und Geschäfte früh zu beeinflussen, während Patrik Meier gezielt abwarten will. In der Aargauer Politik mangelt es nicht an Vorstössen. Im Gegenteil: An der letzten Grossratssitzung wurden 23 Vorstösse abgearbeitet und 23 neu eingereicht.
Weniger ausgewogen war der Saldo nach der Sitzung vom 25. August, wie Grossratspräsident Urs Plüss vorrechnete: «Acht Vorstösse wurden abgearbeitet und 46 neu eingereicht. Saldo positiv 38. ».
Anders SVP-Grossrat Patrik Meier: Seit seinem Amtsantritt am 7. Januar 2025 hat er noch keinen Vorstoss eingereicht oder mitunterzeichnet. Warum nicht? Der 49-jährige Landwirt schaffte bei den Wahlen 2024 den Sprung vom letzten Listenplatz aus in den Grossen Rat – und war völlig überwältigt.
Sofort erhielt er, jemanden für den Hof anzustellen, den er 2009 von den Eltern übernommen hatte. Er habe jetzt eine Stallchefin, sagte Patrik Meier zwei Monate nach seinem Amtsantritt.beschäftigte. Im Ratsbetrieb lebte sich der ehemalige Vizeammann von Zeihen schnell ein. Von seinem «Ratsgötti» Emanuel Suter und Alex Reimann wurde er bei Unklarheiten stets unterstützt.
Die zusätzlichen Termine erfordern allerdings eine noch präzisere Planung der Arbeits- und Familienzeit. Bisher hat Patrik Meier bewusst darauf verzichtet, einen eigenen Vorstoss einzureichen. Schon mehrmals hätte er einen Vorstoss mitunterzeichnen können.
«Ich möchte nicht einfach Vorstösse einreichen, um präsent zu sein, sondern dort aktiv werden, wo ich tatsächlich etwas bewegen und konkrete Lösungen anstossen kann», fügt er an. In Zukunft kann er sich eigene oder die Unterstützung von anderen Vorstössen vorstellen. Besonders am Herzen liegen ihm die Landwirtschaft, das Fricktal sowie migrationspolitische Fragestellungen. Sein erster Vorstoss werde voraussichtlich eines dieser Themen betreffen.
Neben der Arbeit auf dem Hof ist der Grossrat noch bei einer Genossenschaft für Milchproduzenten tätig. Diesen Sommer war der Landwirt vor allem durch die Hitze im Stall gefordert: «Die Tiere hatten teilweise stark unter der Hitze zu leiden. Da kühlere Phasen selten waren, wirkte sich dies auch auf ihre Gesundheit aus.
» Eine kurzfristig improvisierte Kuhdusche habe den Milchkühen ab Mitte Juli Abkühlung gebracht.unter anderem Land vom Kanton gepachtet hat, ist weiterhin froh um die Mithilfe seiner Frau und Eltern auf dem Hof sowie die Entlastung durch die Stallchefin. Herausfordernd sind für Patrik Meier die vielen Einladungen zu Abendveranstaltungen, da diese zulasten der Familienzeit gehen. Zurück zu den Vorstössen im Grossen Rat: Mit 110 eigenen oder mitunterzeichneten Vorstössen bildet FDP-Grossrat Titus Meier quasi den Gegenpol zu Patrik Meier.
Die hohe Zahl ist der mit 17 Jahren relativ langen Amtszeit des Historikers im Kantonsparlament geschuldet. Sie bedeutet nicht, dass der Lehrer aus Brugg einen Vorstoss nach dem anderen einreicht. Dafür gäbe es andere Beispiele: Mitte-Grossrat Daniele Mezzi hat in drei Jahren 43 Vorstösse unterstützt, Colette Basler in zehn Jahren 93 oder Martin Brügger in 13 Jahren 138. Für Titus Meier sind Vorstösse eine gute Möglichkeit, relevante Themen aufzugreifen, die nicht auf der politischen Traktandenliste stehen.
Gleichzeitig kann man damit bei Geschäften, die bald in den Grossen Rat kommen, Einfluss auf den Inhalt nehmen. Letzteres wird aus Sicht des FDPlers immer wichtiger, da der Gesetzgebungsprozess stark formalisiert sei und der Grosse Rat nicht mehr so wie früher in der Kommissions- oder Ratsdebatte «frei gestalten» könne oder wolle.beitrug. 2015 reichte er erfolgreich eine Motion zur Weitergabe von Informationen und Übernahme von Auflagen in der Sozialhilfe bei Wohnortswechseln ein. Eine Bestimmung, die für die Gemeinden wichtig sei.
Pendent sind Vorstösse zur Verbesserung der Bildungsqualität. Der 45-Jährige weiss, dass es in der Politik einen «langen Atem» braucht, damit überwiesene Vorstösse nicht «versanden». Nach den Herbstferien plant Titus Meier, einen Vorstoss zum Thema Sicherheit einzureichen. Denn die veränderte Sicherheitslage in Europa fordere nicht nur den Bund und die Armee heraus, sondern auch die Kantone.
SVP-Fraktionskollege Fabian Schütz, der wie Patrik Meier seit 2025 Grossrat ist, hat bisher sechs Vorstösse eingereicht. Den Kantonsangestellten strich er bereits den, Gemeindeammann von Döttingen. Er rückte im März 2026 für den zurückgetretenen Hansjörg Erne ins Kantonsparlament nach und unterzeichnete bisher noch keinen Vorstoss. Motionen müssten gut überlegt sein und einen konkreten Nutzen bringen, sagt Mäder.
Nur Geld und Ressourcen für die Bearbeitung durch die Verwaltung auszugeben, könne nicht der richtige Weg sein. FDP-Grossrat Martin Egloff, Gemeinderat in Wettingen, hat sich in drei Jahren an einem Vorstoss beteiligt, in dem es um die Finanzierung der Restkosten in der stationären Langzeitpflege ging. Zeitnah möchte er einen Vorstoss zur Umsetzung des Gesamtverkehrskonzepts Raum Baden und Umgebung einreichen. Entscheidend für einen Vorstoss seien Qualität und Wirkung.
Auf seinem rechten Auge sieht André Rehmann noch rund fünf Prozent. Nun ist der Klingnauer als Grossrat vereidigt worden. Sein erster Tag im Kantonsparlament erforderte für ihn und Blindenführhund Mysak einige besondere Vorkehrungen. Nach dem Rücktritt von Hansjörg Erne hatte Michael Mäder seinen ersten Tag im Kantonsparlament.
Wie es dem SVP-Politiker ergangen ist. Landwirt Patrik Meier sitzt seit Anfang Jahr im Kantonsparlament. Neben der grossen Freude über das neue Amt brachte die Wahl für den 47-Jährigen auch organisatorische Schwierigkeiten mit sich. In einer ersten Zwischenbilanz erzählt der ehemalige Vizeammann, was er in den letzten Monaten gelernt hat.
Rechtsrutsch folgt auf grüne Welle – SVP als grosse Siegerin mit einem Rekordergebnis Die rechtsbürgerlichen Parteien SVP, FDP und EDU holen zusammen 73 Sitze – und damit die absolute Mehrheit im Grossen Rat. Das wird die Politik im Kanton Aargau stark verändern. Rund 1,3 Millionen Franken hat die Beantwortung der über 900 Vorstösse des Kantonsparlaments in den letzten vier Jahren gekostet. Spitzenreiter sind SVP und FDP.
In den Sitzungen verbrachte ein Regierungsrat besonders viel Zeit am Rednerpult. Copyright © Aargauer Zeitung. Alle Rechte vorbehalten. Eine Weiterverarbeitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung zu gewerblichen oder anderen Zwecken ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von Aargauer Zeitung ist nicht gestattet.
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