Weil Wolodymyr Selenskyj öffentlich gemacht hat, dass die Ukraine zwei nordkoreanische Kriegsgefangene an Südkorea übergeben hat, ist ein Streit entbrannt: Seoul wirft Kiew vor, eine Verabredung gebrochen zu haben, das Ganze geheimzuhalten – und fordert nun eine Entschuldigung.
Weil Wolodymyr Selenskyj öffentlich gemacht hat, dass die Ukraine zwei nordkoreanische Kriegsgefangene an Südkorea übergeben hat, ist ein Streit entbrannt: Seoul wirft Kiew vor, eine Verabredung gebrochen zu haben, das Ganze geheimzuhalten – und fordert nun eine Entschuldigung.
In einer Rede vor den UN hat Wolodymyr Selenskyj am 23. September berichtet, seine Streitkräfte hätten zwei nordkoreanische Kriegsgefangene Südkorea übergeben. Südkoreas Präsident Lee Jae Myung kontert, die Übergabe sei geheim gewesen: Er fordert nun eine Entschuldigung und droht mit «weiteren Massnahmen» wenn Kiew nicht Folge leistet. Der südkoreanische Präsident wählt deutliche Worte – und das in aller Öffentlichkeit.
Auf X schreibt Lee Jae Myung nicht nur, dass die Ukraine ihn als «Lügner» dastehen lässt, sondern auch, dass es um die «Würde der Bürger und des Staates der Republik Korea» geht. Myung droht Wolodymyr Selenskyj mit Konsequenzen: «Sollte man sich weiterhin weigern, die Tatsachen anzuerkennen und sich öffentlich zu entschuldigen, werden wir weitere Massnahmen ergreifen. »Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
Dabei zählt Südkorea zu den wenigen Staaten in Asien, die Russlands Überfall auf das Nachbarland klar verurteilt haben: Seoul liefert Kiew zwar keine Waffen, weil die Verfassung das verbietet, unterstützt die Ukraine aber bei zivilen und humanitären Problemen. Warum nun dieser diplomatische Eklat? Angefangen hat alles mit einer Rede, die Wolodymyr Selenskyj am 23.
September bei der Vollversammlung der UN in New York gehalten hat: Darin berichtet der ukrainische Präsident von der Gefangennahme zweier nordkoreanischer Soldaten im Januar 2025 in der russischen Region Kursk. Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
«Die Typen sind nicht leicht lebend zu fangen», sagt Selenskyj damals. «Als ihm klar wurde, dass er gefangen genommen wird, versucht einer von ihnen hat, sich umzubringen, und er war schockiert, dass das Schicksal ihn nicht sterben liess. So werden die Leute im Norden erzogen. » Das Duo gehört zu geschätzt rund 15'000 Soldaten aus Nordkorea, die der russischen Armee zur Verfügung gestellt werden.
Rund 2000 von ihnen verlieren bei dem Einsatz ihr Leben, schätztSüdkorea ist von der Rede überrumpelt: Laut Präsident Myung hat Kiew darum gebeten, die Überstellung der beiden Nordkoreaner geheimzuhalten – angeblich um Kritik im Inneren zu vermeiden, weil die Ukraine keine Kriegsgefangenen im Austausch bekommt. Diese Diskretion habe Selenskyj einseitig über Bord geworfen, so die Darstellung Seouls. Das Aussenministerium bestellt am 28. September wegen des Vorfalls den ukrainischen Botschafter ein.
Seoul begründet die Reaktion auch damit, dass die Ukraine die Familien der Kriegsgefangenen in Gefahr bringt, die Repressalien fürchten müsse, weil die Soldaten lebend gefangen wurden, ergänzt diePräsident Myung stellt die Sache in seinem Post vom 2. Oktober jedoch ganz anders dar: «Als wir forderten, die Vereinbarung anzuerkennen und sich zu entschuldigen, wurde stattdessen von einem bevorstehenden militärischen Zusammenstoss zwischen Nord und Süd gesprochen – wir bringen unser tiefes Bedauern gegenüber der Ukraine zum Ausdruck, die den Ausbruch eines Krieges auf der koreanischen Halbinsel anzustreben scheint.
»Aussenminister Andrij Sybiha.
«Sagen wir es so: Es ist ein diplomatisches Missverständnis. Ich wünsche mir sehr, dass diese Situation kurzfristig geklärt wird, und wir arbeiten daran. Südkorea ist für uns ein wichtiges Land. »: «Was die Sache wirklich kompliziert macht, ist die Tatsache, dass die südkoreanische Regierung versucht, neue Wege zur Aussöhnung mit dem nordkoreanischen Regime zu finden.
» Der Vorfall könnte eine Entspannung der Beziehung zu Pjöngjang torpedieren, so Sangmin. Zudem stehe die aktuelle Regierung in Südkorea «der Idee zur Wiederaufnahme der Beziehungen» zu Russland «offener gegenüber»: Eine Kooperation mit Kiew sehe Seoul skeptisch. Das könnte sich nun noch verstärkt haben.
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