Sturzflut in Nepal und Tibet: Über 1450 Tote und 5700 Vermisste

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Sturzflut in Nepal und Tibet: Über 1450 Tote und 5700 Vermisste
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Ein Monat nach der Sturzflutkatastrophe in Nepal und Tibet sind über 1450 Menschen tot und mehr als 5700 vermisst. Die Überlebenden brauchen dringend psychologische Hilfe.

Ein Monat nach der verheerenden Sturzflut katastrophe in Nepal und Tibet kämpfen die Überlebenden noch immer mit den Folgen. Am 26. August riss eine gewaltige Flutwelle, ausgelöst durch eine Eis- und Felslawine im Himalaya, mehr als 1450 Menschen in den Tod. In Nepal gelten zudem mehr als 5700 Menschen als vermisst. Besonders betroffen ist die 54-jährige Nepal esin Chameli Tamang, die ihre Tochter, ihren Schwiegersohn und weitere Verwandte verlor. Ihre beiden Enkel im Alter von fünf und acht Jahren wissen noch immer nicht, was mit ihren Eltern passiert ist.

Ausmaß der Katastrophe in Nepal

Die Flutwelle zerstörte ganze Dörfer und Infrastruktur. Allein in Nepal werden mehr als 5700 Menschen vermisst, die Zahl der Todesopfer liegt bei über 1450. Die Lawine brach etwa 20 Kilometer flussaufwärts des Grenzübergangs Rasuwagadhi eine Bergflanke mit Gletscher ab und löste die Katastrophe aus. Chameli Tamang überlebte, weil sie sich rechtzeitig auf einen Berghang retten konnte. Von ihrem Besitz im Heimatdorf Sallitar in der Provinz Bagmati, wo sie eine Ziegenfarm betrieb, ist nichts geblieben. Sie sagt: Wir sind jetzt ohne Land und Zuhause.

Psychologische Not und Trauer

Viele Überlebende stehen unter Schock. Yasoda Rijal, die in der Gemeinde Bidur psychosoziale Beratung anbietet, berichtet: Alles geschah völlig unerwartet. Deshalb und aufgrund des Ausmaßes der Katastrophe stehen die Menschen unter Schock – sie sind verstört, unruhig und psychisch völlig überfordert. Viele litten noch immer unter schwerer psychischer Belastung. Sobald jemand von Überschwemmungen, Bächen, Flüssen oder Schluchten spricht, geraten sie in panische Zustände. Die Gemeinden benötigen langfristige Hilfe.

Forderungen nach offizieller Todeserklärung

Die Menschen wollen Gewissheit über ihre vermissten Angehörigen. Es würde ihnen bereits helfen, wenn diese für tot erklärt werden könnten, sagt Kaisang Nurpu Tamang, Vorsteher der Gemeinde Gosaikunda im Distrikt Rasuwa. Doch nach geltender Rechtslage ist es in Nepal schwierig, Vermisste schnell offiziell für tot erklären zu lassen. Familien und lokale Behörden üben deshalb Druck auf die Zentralregierung aus, dies zu beschleunigen. Ein Monat ist vergangen, doch es gibt immer noch Menschen, die nicht einmal wissen, wo sie sich befinden oder was ihnen widerfahren ist, so Tamang.

Wiederaufbau und humanitäre Lage

Die Aufräumarbeiten laufen. Viele Ortschaften und Straßen sind noch mit Schlamm und Trümmern bedeckt, entlegene Dörfer teilweise noch immer nur zu Fuß erreichbar. Der Wiederaufbau könnte Jahre dauern. Die Hilfsorganisation Care schreibt: Einen Monat nach der verheerenden Flutkatastrophe befindet sich Nepal nicht mehr in der akuten Rettungsphase, sondern in einer schwierigen Übergangsphase zwischen Nothilfe und Wiederaufbau. Außenminister Shisir Khanal sagte der Zeitung The Kathmandu Post, der Schuldenanteil sei seit 2015 erheblich gestiegen; diesen wolle man minimieren. Auf Kredite könne Nepal wohl trotzdem nicht verzichten. Nach sechs Monaten oder einem Jahr könnten die Probleme und der Hilfsbedarf noch zunehmen, sagt Beraterin Yasoda Rijal. Zwar stellten Organisationen derzeit Lebensmittel und Kleidung bereit, doch nach sechs Monaten würden Reis und Linsen aufgebraucht sein. Für diejenigen, die Angehörige und ihr Land verloren haben, wird die Not dann noch größer sein.

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