Laut einer Studie der Institute ARGE Schleswig-Holstein und IFB Niedersachsen verhindern zu viele und komplexe Bauvorschriften den dringend benötigten Wohnungsneubau. Durch weniger Normen könnten Kosten gesenkt und deutlich mehr Wohnungen gebaut werden.
In Deutschland wird der Neubau von dringend benötigten Wohnungen durch zu viele und zu komplexe Auflagen gebremst. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Analyse der Institute ARGE Schleswig-Holstein und IFB Niedersachsen hervor.
Demnach sind Normen mitverantwortlich für die Wohnungsnot, steigende Kaufpreise und explodierende Mieten. Durch weniger und bessere Normen könnte etwa ein Drittel mehr Wohnungen gebaut und die Gesamtkosten im Neubau um rund 1000 Euro pro Quadratmeter gesenkt werden. Der "Normen-Frust" in der Bauwirtschaft sei enorm, so die Institutsleiter. Die Fülle an Vorschriften sei aus dem Ruder gelaufen.
Wer mehr Wohnungen bauen wolle, müsse dringend bei den Normen "abrüsten" und sie wieder zu einem Werkzeug machen, um Kosten zu senken. Deutschland habe sich "vernormt". Seit dem Jahr 2000 haben sich die Kosten im Wohnungsneubau bundesweit um rund 245 Prozent erhöht. Etwa 20 Prozent dieser Steigerung gehen auf das Konto von mehr und komplexeren Normen.
In den letzten 25 Jahren hätten Normen die Gesamtkosten im Neubau um etwa 600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche erhöht. Auch wegen dieser "Überregulierung" werde weniger gebaut. Als konkretes Beispiel nennen die Experten den Schallschutz: Seit 2015 hätten sich der Arbeitsaufwand und die Kosten hinter der Normung zum Schallschutz verdreifacht, wobei jedes Maß verlorengegangen sei. Kritisch äußern sich die Bauforscher zudem zur Energieeffizienz.
Diese führe dazu, dass manche Häuser völlig überdämmt, luftdicht und mit wartungsaufwändiger Lüftungstechnik ausgestattet seien, gleichzeitig aber anfällig für Feuchtigkeitsschäden würden. Die Institute plädieren gemeinsam mit der Bau- und Immobilien-Lobby für die schnellstmögliche Umsetzung des geplanten Gebäudetyps E für einfacheres Bauen. Es müsse verstärkt ein "Basis-Standard-Wohnungsbau" gefördert werden, damit deutlich günstigere und vor allem mehr Wohnungen entstehen können. Nur so könne der dringend benötigte Wohnungsbau in Deutschland wieder in Schwung gebracht werden
Wohnungsbau Bauauflagen Normen Kosten Wohnungsnot
Switzerland Neuesten Nachrichten, Switzerland Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Buckelwal «Hartwin» nähert sich Deutschland – Experten sehen kaum ChancenErneut schwimmt ein Buckelwal vor deutschen Gewässern. Experten sehen kaum Chancen für das Tier und werfen den Behörden mangelnde Vorbereitung vor.
Weiterlesen »
Deutschland plant massiven Ausbau von GaskraftwerkenDer Bundesrat hat den Bau neuer Gaskraftwerke mit einer Kapazität von 11 Gigawatt gebilligt, um die Stromversorgung bei Dunkelflauten zu sichern. Die Anlagen sollen ab 2045 auf Wasserstoff umgestellt werden und werden durch eine neue Stromumlage finanziert.
Weiterlesen »
Ryanair-Maschine nach Deutschland kehrt umEine Ryanair-Maschine auf dem Weg von Thessaloniki in Griechenland ins süddeutsche Memmingen ist nach einem Zwischenfall kurz nach dem Start zum Ursprungsflughafen zurückgekehrt.
Weiterlesen »
Laut einer Studie lohnt sich der Neubau eines AKWs für die SchweizEin neues Atomkraftwerk würde der Schweizer Wirtschaft jährlich 1,6 Milliarden Franken einbringen und über 2900 Arbeitsplätze schaffen. Das zeigt eine Analyse des Wirtschaftsforschungsinstituts Bak Economics im Auftrag von Economiesuisse.
Weiterlesen »




