Ein mexikanisches Elternpaar sass fünf Monate in US-Haft, weil es seinen krebskranken Sohn besuchen wollte. Ein Richter ordnete die Freilassung an – das Wiedersehen fand in Mexiko statt.
Isidoro González Avilés und seine Frau Norma konnten am Samstag ihre Tränen kaum zurückhalten, als sie ihren Sohn Kevin nach fünf Monaten endlich wieder in die Arme schliessen konnten.
Erst zwei Tage zuvor hatte ein US-Bezirksrichter in Tucson im Bundesstaat Arizona die Freilassung des Ehepaars aus einem US-Gefängnis angeordnet, damit es nach Durango in Mexiko reisen könne, um seinen Sohn zu sehen. Der 18-Jährige liegt wegen unheilbarem Darmkrebs im Sterben. Die Leidensgeschichte der Familie González begann bereits im Dezember. Kevins Eltern lebten seit 2011 wieder in Mexiko, nachdem sie von den US-Behörden abgeschoben worden waren.
Laut dem Ministerium für Innere Sicherheit waren die beiden bereits 2005 erstmals illegal in die Vereinigten Staaten eingereist. Eltern wird Visa verweigert Als ihr Sohn – ein US-Staatsangehöriger – über Weihnachten in Chicago schwer erkrankte und nicht mehr nach Mexiko zurückreisen konnte, versuchte das Paar im April erneut in die USA einzureisen, wie der Radiosender WLS berichtete.
Isidoro González Avilés und Norma beantragten ein temporäres Nicht-Einwanderungsvisum, dieses wurde jedoch «aufgrund ihres früheren illegalen Aufenthalts und ihrer illegalen Einreisen in die Vereinigten Staaten» abgelehnt. Nach Angaben der Familie sahen sie keine andere Möglichkeit mehr, als erneut illegal die Grenze zu überqueren. Wiedersehen in Mexiko Am 14. April wurden die beiden Mexikaner jedoch nahe der Stadt Douglas im Bundesstaat Arizona festgenommen und in ein Abschiebegefängnis gebracht.
Die Eltern hatten grosse Angst, ihren Sohn nie mehr ein letztes Mal umarmen zu können. Kevin reiste vor wenigen Wochen selbst nach Mexiko – in der Hoffnung, dass seine Eltern bald freigelassen und abgeschoben würden. Erst am Samstag, einen Tag nach ihrer Entlassung aus einer Haftanstalt des US-Heimatschutzministeriums in Arizona, kam es schliesslich zur emotionalen Wiedervereinigung mit ihrem schwer kranken Sohn.
In den USA wie Kriminelle behandelt «Wir haben es geschafft, den Traum meines Sohnes wahr werden zu lassen: wieder bei ihm zu sein und ihm die Liebe zu geben, die wir ihm in den Monaten der Trennung nicht geben konnten», sagte die Mutter dem Sender CNN.
«Wir haben viel durchgemacht», erklärte der Vater. Während ihrer Haft seien sie wie Kriminelle behandelt und bei Gerichtsterminen an Händen und Füssen gefesselt worden.
Zudem sei der Familie ein humanitäres Visum für einen Besuch in Chicago verweigert worden. «Wir wollten doch einfach nur bei ihm sein. »
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