Ständerat verabschiedet EU-Vertragspaket nach 24-stündiger Debatte mit verschärften Hürden

Politik Nachrichten

Ständerat verabschiedet EU-Vertragspaket nach 24-stündiger Debatte mit verschärften Hürden
Ständerat, EU-Vertragspaket, Schutzklausel

Der Ständerat hat das EU-Vertragspaket nach einer vier Tage andauernden Sitzung und 24 Stunden Debatte grundsätzlich gutgeheissen. Dabei wurden zusätzliche Hürden eingeführt, darunter die Pflicht für EU-Bürger, einen Strafregisterauszug vorzulegen, sowie die Entscheidung, dass die Vorlage von Volk und Ständen gutgeheissen werden soll. Die Debatte offenbarte scharfe Fronten zwischen der FDP und der Mitte. Der Nationalrat wird im Dezember über das Paket beraten.

Nach 24 Stunden Debatte hat der Ständerat das EU-Vertragspaket grundsätzlich gutgeheissen, zugleich aber zusätzliche Hürden eingebaut. Auch bei der UBS-Regulierung und beim Epidemiengesetz fasste die kleine Kammer wichtige Entscheidungen.

Ein Überblick von Urs Leuthard und Yuki Schmid Hossli. 24 Stunden für die EU-Verträge: ein bilateraler Weg mit Hürden Drei Tage reservierte der Ständerat für das EU-Vertragspaket. Schlussendlich wurden es gar vier. Schon die Eintretensdebatte dauerte sechs Stunden, mehr als die Hälfte der 46 Mitglieder meldete sich zu Wort. Die längste Rede hielt Beat Rieder : 32 Minuten gegen die Verträge.

Nach insgesamt 24 Stunden Debatte stimmte die kleine Kammer dem Vertragspaket grundsätzlich zu, erhöhte aber die Hürden für das Abkommen. Bei der Schutzklausel folgte der Rat dem Antrag von Esther Friedli , dass EU-Bürgerinnen und EU-Bürger beim Zuzug in die Schweiz einen Strafregisterauszug vorlegen müssen. Beim Lohnschutz unterstützte der Ständerat hingegen den Bundesrat und den umstrittenen Kündigungsschutz. Den Schlusspunkt setzte die Diskussion um das Ständemehr.

Der Rat entschied: Das EU-Paket soll von Volk und Ständen gutgeheissen werden. Dies würde ein Ja an der Urne erschweren, weshalb sich dieser Entscheid als Misstrauensantrag an das EU-Paket lesen lässt. Die Debatte offenbarte zudem die Fronten, die durch die FDP und Mitte verlaufen. Je vier FDP- und Mitte-Räte wollten gar nicht erst auf die Vorlage eintreten.

Im Dezember setzt sich der Nationalrat mit dem EU-Vertragspaket auseinander – auch dort dürfte es eine lange Debatte werden. Nach insgesamt 24 Stunden Debatte stimmte die kleine Kammer dem Vertragspaket grundsätzlich zu, erhöhte aber die Hürden für das Abkommen. Bei der Schutzklausel folgte der Rat dem Antrag von Esther Friedli , dass EU-Bürgerinnen und EU-Bürger beim Zuzug in die Schweiz einen Strafregisterauszug vorlegen müssen. Beim Lohnschutz unterstützte der Ständerat hingegen den Bundesrat und den umstrittenen Kündigungsschutz.

Den Schlusspunkt setzte die Diskussion um das Ständemehr. Der Rat entschied: Das EU-Paket soll von Volk und Ständen gutgeheissen werden. Dies würde ein Ja an der Urne erschweren, weshalb sich dieser Entscheid als Misstrauensantrag an das EU-Paket lesen lässt. Die Debatte offenbarte zudem die Fronten, die durch die FDP und Mitte verlaufen.

Je vier FDP- und Mitte-Räte wollten gar nicht erst auf die Vorlage eintreten. Im Dezember setzt sich der Nationalrat mit dem EU-Vertragspaket auseinander – auch dort dürfte es eine lange Debatte werden. 16-Milliarden-Rechnung für die UBS Monatelang wurde es heiss diskutiert, nun fällte der Ständerat einen ersten Entscheid, wie die UBS nach der CS-Krise stärker abgesichert werden sollte. Die letzte Schweizer Grossbank soll ihre ausländischen Tochtergesellschaften künftig mit 90 Prozent hartem Eigenkapital unterlegen.

Damit rückt die kleine Kammer nah an die Linie von Bundesrätin Karin Keller-Sutter, die eine Eigenkapitalunterlegung von 100 Prozent anstrebte – für die Finanzministerin ein wichtiger Etappensieg. Bis jetzt muss die UBS ihre ausländischen Tochtergesellschaften nur zu 45 Prozent mit Kernkapital unterlegen. In einem Statement schreibt die UBS, dass der ständerätliche Vorschlag sie rund 16 Milliarden US-Dollar kosten würde.

Als nächstes berät der Nationalrat darüber. 43 zu 1 für Lehren aus Corona Oft sind es wenige Stimmen, die den Unterschied machen. Nicht so beim erneuerten Epidemiengesetz. Mit 43 zu 1 Stimmen bejahte der Ständerat das Gesetz, das Lehren aus Corona ziehen will. Einzig Pirmin Schwander stimmte dagegen.

Durch das erneuerte Gesetz soll die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Kantonen bei einer weiteren Pandemie geklärt werden. Bund und Kantone werden durch einen nationalen Pandemieplan verpflichtet, sich auf gesundheitliche Notlagen vorzubereiten. Trotz der klaren Zustimmung baute der Ständerat Schranken für staatliches Handeln ein. So soll der Staat bei Schulschliessungen, Home-Office sowie Impfpflicht möglichst zurückhaltend agieren.

Der Nationalrat dürfte ähnlich deutlich entscheiden, er berät als nächstes über das Epidemiengesetz. Minus ein Bundesrat Die Session war offiziell schon beendet, als doch noch das passierte, worüber schon länger spekuliert wurde. Bundesrat Guy Parmelin gab vor den Medien in Bern seinen Rücktritt auf Ende Jahr bekannt. Er war 11 Jahre im Amt.

Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

srfnews /  🏆 52. in CH

Ständerat EU-Vertragspaket Schutzklausel Ständemehr UBS-Regulierung

 

Switzerland Neuesten Nachrichten, Switzerland Schlagzeilen

Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

Ständerat verschärft die Hürden für das EU-VertragspaketStänderat verschärft die Hürden für das EU-VertragspaketBesonders bei Zuwanderung geht der Ständerat auf Distanz zur EU. Das könnte das Vertragspaket im Parlament zusätzlich belasten.
Weiterlesen »

Ständerat schafft EU-Vertragspaket: Befürworter gewinnen an StärkeStänderat schafft EU-Vertragspaket: Befürworter gewinnen an StärkeDer Ständerat hat ein neues EU-Vertragspaket verabschiedet, nachdem drei Tage intensiv über dynamische Rechtsübernahme, Personenfreizügigkeit, Lohnschutz und Ständemehr diskutiert wurden. Die Debatte zeigte, dass die Befürworter stärker waren, als zunächst angenommen, und das Ergebnis legt den Grundstein für mögliche Volksabstimmungen.
Weiterlesen »

Ständerat einigt sich nach drei Tagen Debatte über das EU-VertragspaketStänderat einigt sich nach drei Tagen Debatte über das EU-VertragspaketDer Ständerat hat in einer mehrtägigen Sondersitzung über das neue Vertragspaket mit der EU beraten und sich zu zentralen Punkten wie der dynamischen Rechtsübernahme, der Personenfreizügigkeit und dem Ständemehr geeinigt. Ein Experte analysiert im Podcast die politischen Streitpunkte und die Chancen des Pakets bei einer möglichen Volksabstimmung.
Weiterlesen »

Ständerat beschliesst nach harter Debatte über EU-VertragspaketStänderat beschliesst nach harter Debatte über EU-VertragspaketNach einer dreitägigen und intensiven Debatte im Ständerat wurden erste Beschlüsse zum neuen Vertragspaket mit der EU gefasst. Zentrale Streitpunkte waren die dynamische Rechtsübernahme, die Personenfreizügigkeit, der Lohnschutz und die Frage des Ständemehrs. Experten analysieren die politischen Dynamiken und bewerten die Chancen des Pakets bei einer allfälligen Volksabstimmung.
Weiterlesen »