Gute Nachrichten für junge Schweizer: Entgegen dem globalen Trend ist die Spermienqualität bei Schweizer Rekruten stabil.
Im Vergleich zu 2021 hat sich die Spermien-Qualität Schweizer Rekruten kaum verändert. Im Gegensatz zu Ländern wie den USA oder Frankreich gibt es hierzulande in Sachen Sperma keinen Stadt-Land-Graben.
Die Qualität der Spermien Schweizer Rekruten hat sich nicht verschlechtert: Die in der Juni-Ausgabe des Fachjournals «New Microbes and New Infections» publizierteder Universität Zürich vergleicht die Daten von 194 Armeerekruten aus dem Jahr 2021 mit den Daten von 2523 jungen Männern, die zwischen 2005 und 2017 untersucht wurden.
«Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Spermienqualitätsparameter bei jungen Schweizer Männern nicht signifikant verändert haben», schrieben die Forscherinnen und Forscher in der Studie. Wichtige Messwerte wie das Samenvolumen, die Gesamtspermienzahl, die Konzentration sowie die Beweglichkeit und Morphologie der Spermien blieben über die Jahre relativ konstant. Im Jahr 2021 wiesen sogar nur noch 41 Prozent der Rekruten bei mindestens einem Spermien-Parameter einen Wert unterhalb der Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation auf.
In der älteren Untersuchungsgruppe lag dieser Anteil noch bei 62 Prozent. Dieser scheinbar positive Trend könnte laut den Forschenden aber auch mit einer Verzerrung durch die Teilnehmerauswahl erklärt werden. Die Männer der 2021-Studie waren aktive Soldaten, die die Rekrutierung bereits erfolgreich durchlaufen hatten und somit vermutlich eine höhere körperliche Grundfitness aufwiesen als die Vorgängergruppe. Die Vergleichsgruppe beinhaltete hingegen auch Männer, die das medizinische Screening bei der Aushebung noch nicht durchlaufen hatten.
Die Forschenden räumen daher ein, dass die aktuelle Untersuchung im direkten Vergleich «möglicherweise zugunsten gesünderer und körperlich fitterer Männer verzerrt ist». Wohnort und Sprache scheinen dieser Studie zufolge bei der männlichen Fruchtbarkeit in der Schweiz keine Rolle zu spielen. Weder zwischen Stadt und Land noch zwischen der Deutschschweiz und der Romandie und dem Tessin zeigten sich statistisch relevante Abweichungen.
Dies steht im Gegensatz zu internationalen Studien aus den USA oder Frankreich, die wiederholt zeigten, dass Männer in ländlichen Regionen, die einer intensiven Landwirtschaft ausgesetzt sind, schlechtere Spermienwerte aufweisen als urbane Bevölkerungsgruppen. Auch eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Analyse der Schweizer Rekrutendaten von 2005 bis 2017 hatte regionale Unterschiede und tiefere Spermienwerte in Gebieten mit hohem Anteil an Landwirtschaft nachgewiesen.
Das Zürcher Forschungsteam räumt jedoch ein, dass die geringe Teilnehmerzahl von 194 Männern in der aktuellen Studie nicht ausreicht, um solch feine geografische «Hotspots» oder «Coldspots» statistisch belastbar zu erkennen. Ein spezieller Fokus der Untersuchung lag auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Auswertungen zeigten, dass jene Untergruppe von Rekruten, die weniger als ein halbes Jahr vor den Test positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde, die niedrigste Spermienkonzentration und die geringste Gesamtspermienzahlen aufwies.
Dies lässt laut der Studie vermuten, «dass COVID-19 einen vorübergehenden Einfluss auf die Spermienqualität gehabt haben könnte». Dieser negative Effekt erwies sich jedoch als nicht von Dauer: Bei Männern, deren Covid-Infektion mehr als 180 Tage zurücklag, waren diese Einbussen nicht mehr feststellbar.
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