Die in Gossau lebenden Menschen prangern Einschnitte im Bildungsbereich und hohe Investitionen an, zeigen aber auch Verständnis für die Sparmassnahmen.
Einwohnende der Stadt Gossau prangern Einschnitte im Bildungsbereich und hohe Investitionen an, zeigen aber auch Verständnis für die Sparmassnahmen. Am 8. März 2026 entschied die Gossau er Stimmbevölkerung, dass der Steuerfuss bei 116 Prozent bleibt und nicht auf 121 Prozent erhöht wird.
Anfang September kündigte der Stadtrat dann ein Entlastungspaket an – als Reaktion auf ein Defizit von mehr als 11 Millionen Franken im Stadthaushalt. Über 100 Massnahmen sollen den Haushalt jährlich um rund 3,4 Millionen Franken entlasten. Unter anderem will Gossau die Angebote der Begabtenförderung reduzieren, die Parkgebühren erhöhen und die Bundesfeier vollständig streichen. Die Liste liesse sich noch lange fortsetzen.
Was die Gossauerinnen und Gossauer davon halten, zeigt eine Strassenumfrage. Die Gossauer haben falsch abgestimmt, als sie die Steuererhöhung versenkt haben. Darum haben sie jetzt so ein Theater. Es ist für niemanden toll.
Bei der Bildung und den Kindern sollte man nicht sparen. Beim Hallenbad haben sie schon so viel Geld ausgegeben. Modul 2 und 3 der Sportwelt würde ich jetzt vorläufig sicher auf Eis legen. Über eine Steuerfusserhöhung sollte man nochmals befinden.
Ich würde nicht Parlamentarier sein wollen, wenn ich kein Geld ausgeben kann für wichtige Projekte. Man kann doch nicht den Beutel zuschnüren, wenn man nichts hat. Ich bin mit den Sparmassnahmen einverstanden. Sie reichen aus.
Ich finde es schwierig, wenn die Kinderbetreuung teurer wird. Ich arbeite 50 Prozent und bin eine alleinerziehende Mutter und muss die Kinderbetreuung zahlen. Eine Steuererhöhung möchte ich lieber nicht. Ich bin eine Mami von zwei Kindern im Schulalter.
Ich finde die Sparmassnahmen besonders im Schulbereich und in den familienergänzenden Tagesstrukturen nicht optimal. Ich verstehe, dass man irgendwo sparen muss, wenn man die Steuern nicht erhöhen möchte. Ich glaube, dass man über eine Erhöhung des Steuerfusses reden sollte. Im Bereich Schule sind die Sparmassnahmen nicht zukunftsorientiert.
Man kann in der Verwaltung sparen. Nicht alle Investitionen sind in diesem Ausmass sinnvoll. Zum Beispiel das neue Hallenbad. Auch wenn es schön ist, ein neues zu haben.
Die Steuerzahler haben in den letzten Jahren aus dem Vollen geschöpft. Was gebaut wurde, ist schön. Irgendwann muss man sich aber etwas zurückhalten. So wie man nicht zu allen Investitionen Ja sagen kann, kann man auch nicht überall sparen.
Ich finde das Sportzentrum in Ordnung. Das Bauen eines neuen Hallenbads oder einer Dreifachturnhalle liegt aber nicht im Aufgabenbereich der Gemeinde, wenn man sieht, dass die Geburtenzahlen zurückgehen. Statt einer Steuererhöhung sage ich: Geld sparen und dann ausgeben. Ich finde einige der Sparmassnahmen gut, aber im Bereich der Entwicklungsförderung von Kindern oder bei der Schule sollte man nicht sparen.
Das ist der falsche Ort. Sparen kann man beim Modul 3 der Sportwelt Gossau. Das finde ich nicht nötig. Da hat man jetzt schon massiv überzogen.
Wir sollten sparen, denn Steuern zahlen wir schon genug. Grundsätzlich finde ich es gut, dass man spart. Nur spart man teilweise an den falschen Orten. Vor allem Sparmassnahmen im Bereich der Bildung finde ich nicht in Ordnung.
Es gibt Kinder, die besondere Unterstützung brauchen. Andere Massnahmen, wie die erhöhten Parktarife, finde ich nicht schlecht. Auch dass nicht immer gereinigt wird, ist nicht so schlimm. Wenn man der Bevölkerung sagt, sie müsse mehr Steuern zahlen, ist wohl kaum jemand begeistert.
Da ich zu wenig Einblick in die Thematik habe, sind die Personen im Stadtrat schon die Richtigen, um das zu entscheiden. Sie sollen das auch tun – aber nicht, ohne die Bevölkerung mitzunehmen. Man hätte die Steuern erhöhen dürfen. Wir wollen ja auch vieles – wie jetzt hier die Sportwelt Gossau.
Sie ist so schön geworden, aber kostet halt einfach Geld. Es geht nicht ohne. Gut finde ich, wenn Gossau bei den Abläufen spart – also bei der Gemeinde selbst. Vielleicht könnte man das eine oder andere Bürokratische weglassen und etwas direkt praktisch lösen.
Dann kostet es vielleicht auch weniger. Auch dass sie die Badesaison kürzen wollen, finde ich falsch. Statt fixe kürzere Öffnungszeiten festzulegen, sollte die Stadt je nach Wetter entscheiden, wie lange das Bad geöffnet bleibt. Man hat in den letzten Jahren den Steuersatz enorm heruntergesetzt, sodass man jetzt kein Geld mehr hat.
Ich finde, man dürfte den Steuerfuss jetzt wieder anheben. Dann bräuchte es all diese Massnahmen nämlich nicht. Im Bildungsbereich zu sparen ist falsch. In der Kultur ebenso.
All diese Dinge gehören zu einer Stadt. Wenn es dann im Parlament darum geht, diese Massnahmen durchzubringen, werden die einen gegen diese, die anderen gegen jene sein. Also wird man lange nicht den Betrag sparen, den der Stadtrat vorsieht. Darum wird es wahrscheinlich doch eine Steuererhöhung geben.
Die Frage ist dann einfach, wie hoch. Ich finde es ein wenig extrem, dass man bei der Kinderbetreuung, der Bildung und der Förderung sparen will. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man gefördert wird. Dort sollte man sicher nicht sparen.
Ich denke, wir leben hier sehr sauber. Wenn man bei der Reinigung etwas zurückschalten würde, hätten wir es immer noch sauber und schön. Ganz darauf verzichten sollte man aber nicht. Schwierig ist auch, dass manche ihren Abfall einfach liegen lassen.
Würden alle ihren Abfall richtig entsorgen, könnte man das Problem wohl selbst gut in den Griff bekommen. Man sollte nicht in den Bereichen sparen, die zur Lebensqualität beitragen. Deshalb würde ich beispielsweise bei der Bildung und Schulen nicht zu viel sparen. Ich bin ganz klar dafür, die Diskussion zur Steuerfusserhöhung nochmals anzustossen.
Man kann eine Gemeinde auch totsparen. Einem Gemeindewesen muss man halt einfach genug Geld zur Verfügung stellen. In diese Spardebatte sollte etwas Ruhe kommen. Sie kommt immer wieder auf.
Irgendwann sind die Sparmöglichkeiten ausgeschöpft. Dann müssen wir akzeptieren, dass gewisse Kosten bleiben – und allenfalls wieder über den Steuerfuss sprechen. Ein Paket mit über 100 Massnahmen soll den Stadthaushalt jährlich um rund 3,4 Millionen Franken entlasten. Zahlreiche Angebote und Dienstleistungen will der Stadtrat kürzen oder streichen.
Eine Steuerfusserhöhung bleibt trotzdem Thema. Steuererhöhung als einziger Weg oder als Ultima Ratio: Das sagen die Fraktionen zum Entlastungspaket Der Gossauer Stadtrat hat vergangene Woche ein Entlastungspaket mit Sparmassnahmen präsentiert. Die Fraktionen sind sich einig, dass gespart werden muss. Doch beim Wie gehen die Meinungen auseinander.
Auch eine Steuererhöhung ist weiterhin Thema. Am Dienstag hat der Gossauer Stadtrat ein Entlastungspaket präsentiert. Auch die Interessengemeinschaft «Gesunde Finanzen der Stadt Gossau» hat Sparmassnahmen erarbeitet. Sie will nicht auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger sparen, sondern schlägt stattdessen Kürzungen in der Verwaltung und bei der Schule vor.
Copyright © St. Galler Tagblatt. Alle Rechte vorbehalten. Eine Weiterverarbeitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung zu gewerblichen oder anderen Zwecken ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von St. Galler Tagblatt ist nicht gestattet.
Schule Steuern Gesundheitswesen Schule Und Bildung Gossau 1. August Robert Kaufman
Switzerland Neuesten Nachrichten, Switzerland Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Nach emotionaler Debatte im Parlament: Gossauer Bevölkerung stimmt über Westspange abDas Gossauer Stadtparlament hat die Volksmotion Westspange gutgeheissen. Damit kann die Stimmbevölkerung über die Haltung der Stadt zur geplanten Umfahrung entscheiden. Ob die Westspange weiterverfolgt werden soll, darüber gingen die Ansichten im Parlament auseinander.
Weiterlesen »
Streit um Geburtsrecht: US-Regierung will Visa-VerschärfungDie US-Regierung von Präsident Donald Trump legt im Streit um das Geburtsrecht in den Vereinigten Staaten nach und hat Visa-Einschränkungen angekündigt. Betroffen sind Personen, denen die USA vorwerfen, «Geburtstourismus» zu betreiben oder zu unterstützen, wie das US-Aussenministerium mitteilte.
Weiterlesen »
Trump und Xi: US-Regierung meldet Zollpause bis JanuarDie USA sprechen von einer Verlängerung der Zollpause um zwei Monate. Peking hat das Abkommen zunächst nicht bestätigt.
Weiterlesen »
SP Luzern: Regierung soll Governance-Standards LUKB prüfenDer geplante Wechsel des LUKB-CEOs Daniel Salzmann in den Verwaltungsrat werfe zentrale Fragen zur Governance-Kultur der Bank auf, kritisiert die SP Luzern.
Weiterlesen »
