Die Geburtenzahl sinkt seit vier Jahren in Folge. 2025 lag die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau bei 1,28.
In der Schweiz kommen immer weniger Kinder zur Welt. Der Abwärtstrend hält seit vier Jahren an und zeigt sich auch in zahlreichen anderen Ländern Europas – ausser in Portugal.
Seit dem Ende des Babybooms ist die Anzahl Kinder pro Frau in der Schweiz rückläufig. Lag die Geburtenrate 1964 noch bei 2,7 Kindern pro Frau, ist im Jahr 2025 nun erneut ein Tiefstpunkt erreicht worden. Nach einem kleinen Geburtenhoch im Jahr 2021 sinkt der Wert zum vierten Mal in Folge. Im letzten Jahr wurden in der Schweiz 78 200 Geburten registriert.
Das sind 100 Geburten beziehungsweise 0,1 Prozent weniger als 2024. Gemäss den Zahlen des Bundesamtes für Statistik belief sich die durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau 2025 auf 1,28. Die Geburtenzahl ist somit zwar rückläufig, hat aber weniger stark abgenommen als in den Vorjahren. Die BFS-Zahlen zeigen auch, dass die Mütter generell älter werden.
Zwischen 2024 und 2025 verringerten sich die Geburten bei Müttern unter 35 Jahren, bei Müttern ab 35 Jahren nahmen sie dagegen um 3,1 Prozent zu. Das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt lag im Jahr 2025 bei 32,5 Jahren und erhöhte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Jahre. Der Rückgang der Geburtenhäufigkeit ist seit rund vier Jahren nicht nur in der Schweiz, sondern auch in den Nachbarländern und anderen europäischen Staaten zu beobachten.
In Frankreich lag sie bei 1,56 und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem Ende des Ersten Weltkriegs. Das Gleiche gilt für Italien: 2025 wurden durchschnittlich 1,14 Kinder pro Frau geboren, was einem der europaweit niedrigsten Werte entspricht. Die Geburtenziffer in Österreich ist beinahe wie in der Schweiz und belief sich 2025 auf durchschnittlich 1,29 Kinder pro Frau. Als einziges Land ist Portugal mit 1,5 Kindern pro Frau stabil, dort sind die Geburtenzahlen sogar leicht angestiegen gegenüber dem Vorjahr.
Interessant ist auch die kantonale Verteilung: In 18 von 26 Kantonen gab es weniger Geburten als 2024. Nur Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Nidwalden, Genf, Basel-Stadt, Waadt, Solothurn und Schaffhausen verzeichneten einen Anstieg. Gemäss dem Bundesamt lassen sich die Ursachen für die rückläufige Geburtenhäufigkeit nicht eindeutig bestimmen. Generell liegt das Niveau jedoch deutlich unter der Schwelle von 2,1 Kindern pro Frau, die für den Ersatz der Elterngeneration ohne Migration und eine ausgewogene Bevölkerungsstruktur erforderlich wäre.
Für den Geburtenrückgang werden mehrere mögliche Gründe genannt: Zum einen die Inflation und die steigenden Lebenshaltungskosten, wirtschaftliche und gesellschaftliche Unsicherheit sowie Wohnungsknappheit. Gesprochen wird auch über Nachwirkungen der Pandemie, eine erschwerte Partnersuche und das Aufschieben der Familiengründung. Copyright © Aargauer Zeitung. Alle Rechte vorbehalten.
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