Die Zürcher Lehrerin und Gewerkschafterin Sophie Blaser erklärt, warum eine Rückkehr zum Förderklassenmodell falsch wäre – und was die tatsächlichen Herausforderungen im Lehralltag sind.
WOZ: Frau Blaser, in vielen Kantonen hat die Schule bereits begonnen, in Zürich geht es am Montag wieder los. Haben Sie sich für das neue Schuljahr etwas vorgenommen?Ich versuche durchzuhalten, ohne dass es mir ablöscht. Als Gewerkschafterin ist das manchmal schwierig, weil es so lange dauert, Dinge zu verändern. Als Lehrperson finde ich es herausfordernd, schon wieder eine neue Schulleitung zu haben. Ich arbeite an einer grossen Schule mit zwei Schulleiter:innen.
Gleichzeitig gibt es aber durchaus ein Bewusstsein für dieses Problem und Bemühungen, mehr Bildungsgerechtigkeit herzustellen, Stichwort «integrative Schule». Laufen diese alle ins Leere? Der Lektionenfaktor soll nun leider doch nicht erhöht werden, obwohl dies während der Vernehmlassung zur Debatte stand. Damit hätten alle Lehrpersonen zwei Stunden mehr Vor- und Nachbereitungszeit pro Lektion und Jahr bekommen, das hätte uns entlastet. Das ist nicht mehr vorgesehen, mit der Begründung, dass es die Gemeinden zu viel kosten würde.
Ebenfalls in diesem Sommer entdeckte sich die FDP als Bildungspartei und erklärte das integrative Modell für gescheitert und mitschuldig an der Überlastung des Lehrpersonals. Was war Ihr erster Gedanke, als Sie davon erfuhren? Der Diskurs von links hat in den letzten Jahren erreicht, dass mehr über Diskriminierung gesprochen wird. Das hat einen Effekt, und den bemerkt die FDP. Ich glaube, sie hat Angst, Privilegien zu verlieren. Angst davor, ihre Deutungshoheit darüber zu verlieren, wer ein Teil dieser Gesellschaft ist und wer nicht. Und wenn ihre Vertreter:innen von auffälligen und störenden Kindern sprechen, meinen sie damit immer die Kinder der anderen.
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