Das Schloss Herdern wird seine seit 1897 bestehende Käserei per Ende Jahr schliessen. Die Entscheidung der Betriebskomission basiert auf den zu hohen Kosten für eine nötige Sanierung und dem Willen, künftig stärker in klientennahe Bereiche zu investieren. Zwei Mitarbeitende sind betroffen, wobei das Schloss bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen im Lebensmittelbereich unterstützt.
Das Schloss Herdern schliesst seine traditionsreiche Käserei auf Ende Jahr. Die Institution, die sich um Menschen mit sozialpsychiatrischen Schwierigkeiten kümmert, begründet den Entscheid mit einer zu teuren Sanierung.
Davon betroffen sind zwei Mitarbeitende. Im Schloss Herdern endet dieses Jahr eine langjährige Ära. Seit 1897 produziert das Schloss in seiner Käserei eine Vielzahl an Milchprodukten. Nun wird die Käserei geschlossen, wie einer Mitteilung der Herdermer Institution zu entnehmen ist.
Die Betriebskommission hat demnach beschlossen, dass die Käserei per 31. Dezember geschlossen wird. Der Grund für die Schliessung liegt vor allem in den hohen Kosten, die für eine dringend nötige Sanierung investiert werden müssten, erklärt Jürg Wetli, der stellvertretende Geschäftsleiter des Schlosses. Man hätte die gesamte Gebäudehülle sowie die inneren Anlagen und die Produktionsanlagen sanieren müssen, weshalb die Betriebskommission zu ihrem Entscheid gelangt ist.
Von der Massnahme sind zwei Mitarbeitende betroffen, wie Wetli auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt. Als zweiten Grund für die Käserei-Schliessung will Schloss Herdern laut seiner Mitteilung künftig für seine Bewohner stärker in klientennahe Bereiche investieren.
«Das Schloss Herdern ist kein gewinnorientierter Verein», heisst es dazu in der Mitteilung. Der finanzielle Aufwand für den Betrieb einer kleinen Käserei lohne sich nicht mehr. Das Schloss Herdern will den beiden betroffenen Mitarbeitenden helfen, eine Weiterbeschäftigung im Lebensmittelbereich zu finden. Grundsätzlich wurde die Schliessung von den Bewohnern und Mitarbeitern aber mit Bedauern zur Kenntnis genommen, führt Wetli aus.
Gespräche mit potenziellen Partnern, welche die Käsereiprodukte nach den Rezepturen von Schloss Herdern herstellen können, seien bereits weit fortgeschritten, meint Wetli. Wo und ab wann es weitergeht, ist aber noch unklar.
«Wertschöpfung und Tradition sollen erhalten bleiben und die Kunden weiterhin ihren Käse geniessen können», wie Wetli ausführt. Die Käserei war laut Wetli ein sehr traditionsreicher Betriebsbereich im Schloss Herdern. Dieser habe viele innovative Produkte auf den Markt gebracht, wie beispielsweise das «Schlossmutschli» und den «Schlosskäse», erklärt er. Diese sollen mit der gleichen Rezeptur weitergeführt werden.
Schloss Herdern bietet seit über 130 Jahren über 100 Menschen Wohn-, Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten, die aus sozialpsychiatrischen Gründen auf einen geschützten Rahmen angewiesen sind. Nun endet mit der Schliessung der Käserei eine über 100 Jahre lange Ära. Nach fast 20 Jahren im Gemeinderat und über zehn Jahren im Präsidium nimmt Ulrich Marti in Herdern Mitte 2027 den Hut. Ende September erfolgt die Ersatzwahl, bisher aber ohne Aspiranten.
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