Rund 1,7 Millionen Menschen in der Schweiz leiden unter Schlafstörungen. Erfahre, wie viel Schlaf du brauchst, welche Folgen Schlafmangel hat und was dagegen hilft.
Fast zwei Millionen Menschen in der Schweiz leiden unter Schlafstörungen. Rund 1,7 Millionen sind betroffen, und die Zahl steigt. Schlafmangel kann Konzentration, Leistungsfähigkeit und Gesundheit beeinträchtigen. Doch wie viel Schlaf braucht der Mensch tatsächlich? Die Antwort hängt von der Person und vom Alter ab.
Wie viel Schlaf ist nötig?
Im Laufe eines Lebens verändert sich der Schlafbedarf. Babys schlafen fast den ganzen Tag, mit fortschreitendem Alter verkürzt sich die Schlafenszeit. Im mittleren Alter benötigen wir sieben Stunden und 14 Minuten Schlaf.
Warum manche besser oder leichter schlafen als andere, hat unterschiedliche Gründe und hängt vom jeweiligen Menschen ab. Speziell Personen, die in Schichten arbeiten, also zeitweise nachts wach sein und tagsüber schlafen müssen, sind häufig von Schlafstörungen betroffen. Für ihren Körper ist es oft schwer, sich an den ständig wechselnden Rhythmus anzupassen.
Auch Umwelteinflüsse wie Hitze oder extreme Lautstärke können schlaflose Nächte bereiten. Stress und psychische Probleme beeinflussen den Schlaf ebenfalls. Schlafstörungen können zudem genetische Ursachen haben. Die konkrete Ursache müssen Betroffene also für sich selbst ergründen.
Rekorde im Schlafentzug
Im Jahr 1964 stellte ein 17-jähriger Amerikaner einen Weltrekord in Schlaflosigkeit auf. Randy Gardner blieb insgesamt elf Tage am Stück wach. Unter ärztlicher Aufsicht schlief er 264 Stunden nicht und schaffte es damit ins Guinness-Buch der Rekorde.
Ein Brite hielt es 2007 sogar zwei Stunden länger aus. Ein Finne soll es 1964 sogar auf 276 Stunden geschafft haben. Aus solchen Ereignissen konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Erkenntnisse ziehen, welche Auswirkungen Schlafentzug auf den Körper haben kann.
Auswirkungen von Schlafmangel
Den grössten Effekt hat Schlafmangel auf unser Gehirn. Bereits bei geringem Schlafmangel können wir uns schlechter konzentrieren, die kognitiven Fähigkeiten leiden am meisten. Schlafen wir mehrere Tage zu wenig, so verhält es sich im Körper in etwa, als hätten wir einen Blutalkoholwert von 0,6 Promille, wie Forscher entdeckten.
Nach 24 Stunden ohne Schlaf verschlechtern sich Aufmerksamkeit und Langzeitgedächtnis. Tätigkeiten können nicht mit voller Leistung ausgeführt werden, auch die gewohnte Gründlichkeit geht verloren. Die Reaktionsfähigkeit des Körpers verringert sich. Das Gehirn kann Reize schwieriger trennen, so sind wir etwa empfindsamer gegenüber lauten Tönen. Wir agieren, als hätten wir einen Blutalkohol von 1,0 Promille, sind nicht ausgeglichen und daher schneller reizbar. Auch das Immunsystem kann Schädlinge schlechter abwehren: Das Risiko zu erkranken steigt.
Bereits nach 48 Stunden Schlafentzug verfügen wir nur noch über 50 Prozent unseres eigentlichen Leistungsvermögens. Der Körper wird in eine Stresssituation versetzt, sowohl Blutdruck als auch Herzschlag steigen an. Die Temperatur des Körpers wird gesenkt und wir verlieren allmählich unser sprachliches Vermögen, etwa indem wir Wörter vergessen. Vor allem im Strassenverkehr äusserst gefährlich ist der Sekundenschlaf, in den wir dann fallen können. Wenn wir 72 Stunden nicht schlafen, erleiden wir unterschiedliche psychische Störungen. So treten Halluzinationen, Stimmungsschwankungen und Angstzustände auf. Festzuhalten ist: Dauerhafter Schlafentzug ist sehr ungesund für den Körper.
Tipps für besseren Schlaf
Sind Schlafprobleme stressbedingt, können folgende Tipps helfen, nachts leichter zur Ruhe zu kommen und besser zu schlafen. Im Handel gibt es verschiedene frei verkäufliche Schlaftees mit Kräutern, die entspannend wirken sollen. Trink den beruhigenden Tee am besten am Abend, damit er beim Schlafengehen wirken kann.
Ausserdem solltest du dich ausreichend bewegen, Sport treiben und dich mindestens 30 Minuten draussen an der frischen Luft aufhalten. Achte darauf, dein Abendessen nicht zu spät zu dir zu nehmen – zwischen der Mahlzeit und der Nachtruhe sollten einige Stunden liegen. Auch Getränke können den Schlaf erschweren: Trink deshalb ungefähr sechs Stunden vor dem Schlafengehen keine koffeinhaltigen Getränke mehr. Auf Zigaretten und Alkohol solltest du ebenfalls verzichten. Entspannende Aktivitäten können dir helfen, zur Ruhe zu kommen: Lies ein Buch oder hör Musik. Fernseher und Smartphone sind hingegen eher kontraproduktiv.
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