Der Schaffhauser Regierungsrat hat seine Pläne für mögliche neue Windparks im Kanton überarbeitet. Das Gebiet 'Hagenturm' ist vorerst vom Tisch, während 'Randenhus' weiterverfolgt wird. Windräder beim Hagenturm würden militärische Infrastruktur gefährden.
Der Schaffhauser Regierungsrat hat seine Pläne für mögliche neue Windparks im Kanton überarbeitet. Das Gebiet"Hagenturm" ist vorerst vom Tisch, während"Randenhus" weiterverfolgt wird. Windräder beim Hagenturm würden militärische Infrastruktur gefährden.
Wegen unlösbarer Konflikte mit militärischen Anlagen stuft die Schaffhauser Kantonsregierung den Standort Hagenturm bei Merishausen im Richtplan lediglich als «Zwischenergebnis» ein, wie sie am Donnerstag mitteilte. Ursprünglich war für das Gebiet eine verbindliche «Festsetzung» vorgesehen, um die weitere Planung von Windrädern zu ermöglichen. Der Bund hatte im Rahmen der Vorprüfung jedoch massive Bedenken angemeldet. Geplante Windenergieanlagen beim Hagenturm würden bestehende militärische Systeme in unmittelbarer Nähe stark beeinträchtigen oder unbrauchbar machen.
Das Vorhaben sei mit den militärischen Interessen derzeit nicht vereinbar, weshalb der Bund eine Festsetzung nicht genehmigt hätte. Mit diesem Zurückkrebsen fällt ein beträchtliches Windenergiepotenzial weg. Der Standort Hagenturm hätte rund 37 Gigawattstunden Windstrom pro Jahr liefern können. Eine Nutzung dieses Potenzials ist erst wieder denkbar, falls technologische Neuerungen oder eine veränderte Verteidigungslage eine Kompatibilität mit der Armee-Infrastruktur zulassen.
Besser sieht es für den zweiten untersuchten Standort auf dem Randen aus: Das Windenergiegebiet Randenhus in der Gemeinde Siblingen wird wie geplant im Richtplan festgesetzt. Dieses Gebiet weist ein geschätztes Potenzial von rund 40 Gigawattstunden pro Jahr auf. Doch auch bei diesem Standort gibt es Auflagen des Bundes. Bei der konkreten Platzierung der Windräder im Gebiet Randenhus ist eine detaillierte Abstimmung mit dem Militär zwingend, um eine Richtfunkstrecke freizuhalten und bestehende Systeme nicht zu stören.
Die Teilrevision des Richtplans wird nun dem Kantonsrat zur Genehmigung vorgelegt. Insgesamt strebt der Kanton Schaffhausen bis ins Jahr 2035 eine jährliche Windstromproduktion von 53 Gigawattstunden an. Neben dem nun festgesetzten Standort Randenhus verbleibt dafür das bereits zuvor im Richtplan verankerte und weiter fortgeschrittene Projekt Chroobach, das einen Ertrag von 27 bis 30 Gigawattstunden bringen soll.
Switzerland Neuesten Nachrichten, Switzerland Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Kanton Obwaldner Regierungsrat beantragt Kredit zur Vereinfachung der SteuerdeklarationDer Regierungsrat von Obwald erteilt einen Antrag auf einen Kredit von rund 1,4 Millionen Franken, um die Steuerdeklaration für die Steuerpflichtigen zu vereinfachen. Durch vorausgefüllte Daten und Bildverarbeitung sollen die Verfahren beschleunigt und bis 2031 etwa 1,1 Millionen Franken Einsparungen erzielt werden. Das Projekt dient als Pilot für die Einführung der Individualbesteuerung 2032 und wird gemeinsam mit Nidwalden umgesetzt.
Weiterlesen »
Schaffhauser Polizei warnt vor Betrügern und unseriösen Kurier-JobangebotenEin Betrugsversuch in Schaffhausen führte zur Verhaftung zweier Geldkurier, die ein Jobangebot über eine Online-Plattform annahmen. Die Polizei rät zur Vorsicht bei Jobs, die schnellen Verdienst bei minimalem Aufwand versprechen.
Weiterlesen »
Regierungsrat beschließt Instandsetzung der Blattibach-BrückeDer Regierungsrat hat die Instandsetzung der Blattibach-Brücke beschlossen, um deren Nutzung für weitere 50 Jahre zu sichern. Mit Gesamtkosten von 710'000 Franken wird der letzte Abschnitt der Sanierung der Melchtalerstrasse umgesetzt. Die Brücke wird unter anderem erdbebensicher gemacht und bleibt während der Bauarbeiten befahrbar.
Weiterlesen »
Kanton Thurgau: Regierungsrat kritisiert Verschärfung der HärtefallklauselDer Kanton Thurgau befürwortet strenge Landesverweisungen nach schweren Gewaltdelikten. Die vorgeschlagene Änderung des Strafgesetzbuchs sieht er kritisch.
Weiterlesen »
