Im Jubiläumstest des SC Brühl liefert die Mannschaft dem FC St.Gallen einen packenden Schaulauf mit sechs Toren. Brühl geht in der 86. Minute in Führung, doch Dario Stöber gleicht in der Nachspielzeit aus. Zwei St.Galler-Spieler verletzen sich, während Tunahan Cicek mit einem schönen Distanztor das schönste Tor des Spiels erzielt.
Der SC Brühl fordert den grossen Nachbarn bis zum Schluss und verpasst den Sieg erst in der Nachspielzeit. Für den FC St.Gallen endet der intensive Test mit zwei Wermutstropfen.
Brühl führt spät, doch St.Gallen gleicht in der Nachspielzeit noch aus.1750 Zuschauerinnen und Zuschauer wohnten der Partie im Paul-Grüninger-Stadion bei. Das Testspiel wurde aus Anlass des 125. Geburtstags des SC Brühl ausgetragen. Sechs Tore, zahlreiche Chancen und ein munteres Hin und Her prägten die Partie.
Es war ein Jubiläumsspiel, das dem Anlass gerecht wurde. Brühls Trainer Denis Sonderegger sagte: «Das war gute Werbung für uns. Bei uns gibt es immer Action. » Der 35‑jährige Coach des Promotion-League-Teams war zufrieden.
Brühl hatte den grossen Nachbarn bis zum Schluss gefordert und war noch in der 86. Minute durch ein schönes Weitschusstor von David Mistrafovic in Führung gegangen. Die St.Galler, nach vielen Wechseln in der zweiten Halbzeit mit einer jungen Mannschaft auf dem Platz, gaben jedoch nicht auf: Nach einem Pfostenschuss von Leo Lucic traf Dario Stöber in der Nachspielzeit zum 3:3. Am Ende war es ein gerechtes Resultat.
Brühl belohnte sich wenigstens zum Teil für einen leidenschaftlichen, phasenweise gar dominanten Auftritt. St.Gallen hingegen war zu den deutlich besseren Torchancen gekommen, liess aber einige fast fahrlässig aus. Hinzu kamen zwei Wermutstropfen: Chima Okoroji und Diego Besio haben sich verletzt. Okoroji hielt sich kurz vor der Pause die Leiste.
Nur 13 Minuten nach seiner Einwechslung musste Besio das Feld nach einem Notbremsefoul mit schmerzverzerrtem Gesicht bereits wieder verlassen. Noch ist offen, ob die Verletzungen der beiden St.Galler gravierend sind. Das schönste Tor des Nachmittags erzielte Brühls Tunahan Cicek. In der 33.
Minute traf der Captain aus gut 18 Metern zum 1:1. Der Ausgleich für das Team aus der Promotion League war verdient. Brühl, in der Meisterschaft seit fünf Partien ohne Sieg und zuletzt mit drei Niederlagen nacheinander, trat engagiert und spielfreudig auf. Das unterklassige Team trug viel zu einer unterhaltsamen ersten Halbzeit bei.
Standesgemäss war jedoch St.Gallen in Führung gegangen. Andrin Hunziker hatte per Hacke auf Lukas Daschner zurückgelegt, der Deutsche verwertete in der zwölften Minute zum 1:0. St.Gallens Trainer Enrico Maassen musste nebst Captain Lukas Görtler unter anderem auch auf den kranken Jozo Stanic verzichten. Für Stanic kam der 19-jährige Mostafa Heydari in der zentralen Abwehr zum Einsatz.
Anstelle von Aliou Baldé, der mit der Nationalmannschaft Guineas unterwegs ist, spielte Enoch Owusu im Angriff. Auch Brühl hatte den einen oder anderen Abwesenden zu beklagen. Dafür kehrte der zuletzt verletzt gewesene Tunahan Cicek ins Team zurück, was dem Team sichtlich half. Brühl war zwar mehr im Ballbesitz, aber die besseren Chancen erspielte sich St.Gallen.
Doch das Super-League-Team war zu wenig durchschlagskräftig. Das zeigte sich exemplarisch in der 39. Minute, als Carlo Boukhalfa freistehend aus fünf Metern den Ball neben das Tor setzte. Wenig später traf Owusu nur den Pfosten.
Kurz davor war allerdings auch Brühl nahe am 2:1. Nach einer starken Aktion scheiterte Metin Bahtiyari an Torhüter Lukas Watkowiak. Kurz nach der Pause nutzte Owusu einen Abwehrschnitzer des Gegners und traf zum 2:1 für St.Gallen. Nur fünf Minuten später war wieder Gleichstand: ein abgefälschter Freistoss von Fabio Lymann, wie viele Spieler des SC Brühl ein ehemaliger St.Galler Junior, kullerte zum 2:2 ins Tor.
Es war weiterhin eine muntere Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Die beste Möglichkeit nach der Pause vergab Besio, der den Ball aus wenigen Metern neben das Tor setzte. Maassen sagte: «Der Gegner war hochmotiviert und hat es gut gemacht. Wir haben zwar zu viel zugelassen, hatten auf der anderen Seite aber Torchancen en masse.
» Zudem habe man ein paar Dinge ausprobiert, etwa Owusu im Sturm.
«Das hat gut funktioniert. Insgesamt war es ein intensiver Test – genau so, wie wir uns das gewünscht hatten. Es war ordentlich Zündstoff drin. Einziger Wermutstropfen sind natürlich die beiden Verletzten.
»Für Sonderegger war es «ein geniales Spiel mit vielen schönen Toren. Wenn man gegen St.Gallen spielt, wird es immer intensiv. Für ein Jubiläum war es das perfekte Spiel. » Der Brühler Trainer hofft, den Schwung aus der Partie nun in die Meisterschaft mitnehmen zu können.
«Auch dort haben wir zuletzt gut gespielt, nur die Tore nicht gemacht. Heute herrschte aber eine festliche Stimmung, alle waren locker – und plötzlich gehen die Bälle rein. Das gibt uns Energie. » Und die Hoffnung, dass der Knopf bald auch in der Meisterschaft wieder aufgehen wird.
Brühl bestreitet die nächste Partie am kommenden Samstag zu Hause gegen Grand-Saconnex. St.Gallen empfängt einen Tag später nach der langen Länderspielpause Lausanne-Sport.12. Daschner 0:1. 33. Tunahan Cicek 1:1. 51.
Owusu 1:2. 56. Lymann 2:2. 86. Mistrafovic 3:2. 93. Dario Stöber 3:3.
Heim ; Kucani , Rahimi , Abdiji, Mistrafovic; Stadler , Zumberi ; Tunahan Cicek , Samet Cicek , Dorta ; Bahtiyari .
Watkowiak; Gaal , Heydari, Okoroji ; Stevanovic ; Witzig , Daschner , Boukhalfa , Vandermersch ; Hunziker , Owusu . Brühl ohne Wörnhard, Razzetti , Traber .
St.Gallen ohne Kleine-Bekel , Stanic , Weibel, Görtler, Efekele, Konietzke, Bujard , Zigi, Baldé, Scherrer, Ruiz . – 45. Pfostenschuss von Owusu. – 93.
Pfostenschuss Lucic. – Verwarnung: 71. Stadler . St.Gallens Captain Lukas Görtler macht Fortschritte, Cyrill May sammelt nach einem halben Jahr Pause mit der U21 wieder Spielpraxis.
Vor dem Test gegen Brühl gibt es aber auch neue Ausfälle. Sie haben Aufstiege gefeiert, Junioren geprägt, Trikots gewaschen und den Verein durch schwierige Zeiten begleitet. Zum 125. Geburtstag erzählen fünf Brühlerinnen und Brühler, warum sie ihr Klub bis heute nicht loslässt.
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SC Brühl FC St.Gallen Testspiel Promotion League 3:3
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