Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) verzeichnete im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand an Zwischenfällen mit schwierigen Fluggästen. Alkohol-, Drogenkonsum und Missachtung von Sicherheitsbestimmungen sind die häufigsten Ursachen. Airlines suchen nach Lösungen, um die Sicherheit an Bord zu gewährleisten.
Das Bundesamt für Zivilluftfahrt ( Bazl ) verzeichnete im vergangenen Jahr 1730 gemeldete Zwischenfälle mit Problem-Passagieren – ein neuer Rekord und ein Anstieg von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Obwohl das Passagieraufkommen noch nicht wieder auf dem Niveau der Zeit vor der Coronapandemie liegt, übertrifft die Anzahl der Vorfälle sogar die Werte aus dieser Zeit.
Die Hauptprobleme sind die Missachtung von Crew-Anweisungen, Alkohol- und Drogenkonsum sowie verbale und körperliche Angriffe auf das Flugpersonal.In 432 Fällen meldeten Fluggesellschaften wie Swiss, Edelweiss oder Chair, dass sich Fluggäste nicht anschnallten, ihr Gepäck falsch verstauteten oder elektronische Geräte trotz Aufforderung nicht ausschalteten. Dicht dahinter folgen verbale Auseinandersetzungen zwischen Passagieren und der Crew (360 Fälle), das Ignorieren des Rauchverbots (308 Fälle) sowie übermässiger Alkohol- oder Drogenkonsum (201 Fälle). In knapp 100 Fällen kam es sogar zu Gewaltanwendungen gegen das Flugpersonal.Das Bazl verhängte im vergangenen Jahr 142 Bussen gegen auffällige Fluggäste. Die Strafen liegen in der Regel zwischen 400 und 1000 Franken. Doch die Durchsetzung ist oft schwierig, da viele Passagiere nach ihrer Rückkehr ins Ausland schwer zu identifizieren sind. Auch die Swiss bestätigt einen langfristigen Anstieg solcher Vorfälle. Die Airline gibt jedoch keine genauen Zahlen zu verhängten Flugverboten bekannt. Sprecher Mike Pelzer betont gegenüber der «Aargauer Zeitung»: «Die Sicherheit an Bord hat oberste Priorität. Unser Personal wird gezielt geschult, um auffällige Passagiere frühzeitig zu erkennen und deeskalierend einzugreifen.» Ein Beispiel für die Eskalationssituationen war ein Vorfall, bei dem eine Swiss-Maschine von New York nach Zürich umkehren musste. Ein Passagier rastete völlig aus. Laut FBI-Bericht griff er eine Flugbegleiterin an, versuchte, ins Cockpit einzudringen und schlug auf Crew-Mitglieder ein, bevor er schliesslich überwältigt wurde. Das Vorfall wurde von einem Crew-Mitglied über einen Monitor gefilmt, das Video verbreitete sich unter Mitarbeitenden und kam schliesslich an die Öffentlichkeit. Auch der Airline-Verband IATA bestätigt die zunehmende Anzahl von Vorfällen mit renitenten Passagieren. Laut IATA kommt es derzeit auf jedem 480. Flug zu einem Vorfall mit einem renitenten Passagier. 2022 lag die Quote noch bei einem Zwischenfall pro 568 Flüge. Die Zahlen zeigen: Das Problem wächst – und Airlines stehen unter Druck, eine Lösung zu finden. Immer wieder werden Vorschläge diskutiert, wie zum Beispiel eine Begrenzung des Alkoholkonsums an Flughäfen auf maximal zwei alkoholische Getränke pro Person, um Eskalationen zu vermeiden
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