Recyclingbaustoffe im Thurgau: Kreislaufwirtschaft im Bau

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Recyclingbaustoffe im Thurgau: Kreislaufwirtschaft im Bau
Recyclingbaustoffe, Thomas Imhof, Baustoff Kreislauf Thurgau

Mineralische Recyclingbaustoffe sind im Bau etabliert. Thomas Imhof erklärt, wie sie den Deponienotstand im Thurgau lindern und warum Planer frühzeitig einsteigen müssen.

Mineralische Bauabfälle sind wertvolle Rohstoffe, die nach dem Rückbau aufbereitet und wieder eingesetzt werden müssen, um im Kreislauf zu bleiben. Thomas Imhof, Präsident von Baustoff Kreislauf Thurgau, erläutert die Vorteile und Chancen von Recyclingbaustoffe n. Seinen Ursprung hat der Recyclingbaustoff im Jahr 2016, als die Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen ( VVEA) die gesetzliche Grundlage lieferte. Im Thurgau wird bereits seit rund 20 Jahren Baustoffrecycling betrieben, durch die VVEA fand eine Neuausrichtung statt.

Recyclingbaustoffe im Thurgau etabliert

Noch bevor mit einem Neubau begonnen wird, muss meist der Altbau abgerissen werden. Bereits beim Abbruch beginnt das wertvolle Recycling von Baustoffen. Auf der Baustelle werden die verschiedenen Baustoffe sortiert und grob verkleinert. Anschliessend wird der Bauschutt in Werke wie die Aufbereitungsanlage BRT (Baustoff Recycling Thurgau AG) nach Weinfelden transportiert. Dort werden die Materialien weiter verkleinert und sortiert, mit dem Ziel, möglichst viel wieder im Bau zu verwenden. So wird Kies etwa häufig im Strassen- und Tiefbau eingesetzt, wohingegen Beton für den Hochbau verwendet wird, erklärt Imhof.

Aus technischer Sicht sei man bereits ausserordentlich weit, was die Qualität der Baustoffe angeht. Das Ziel ist es, möglichst wenig Material zu deponieren, da im Kanton Thurgau ohnehin schon ein Deponienotstand herrscht. Das Baustoffrecycling leistet daher einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Deponien. So fallen im Kanton Thurgau jährlich etwa 900'000 Kubikmeter Aushubmaterial an, die neue Deponie Bernrain in Kreuzlingen verfügt aber nur über eine Kapazität von einer Million Kubikmetern.

Zahlen auf Bundesebene

Wie gut das Baustoffrecycling in der Schweiz angekommen ist, zeigen die Zahlen auf Bundesebene. In einer Veröffentlichung vom 15. September 2025 schrieb das Bundesamt für Umwelt: Jährlich fallen 16 bis 18 Millionen Tonnen Rückbaumaterialien wie Beton, Kies, Sand, Asphalt und Mauerwerk an, wovon knapp zwölf Millionen Tonnen wiederverwertet wird. Mehr als fünf Millionen Tonnen, insbesondere Mischabbruch, befinden sich noch nicht in einem Kreislauf.

Eine Kampagne des Amts für Umwelt des Kantons Thurgau, des Thurgauischen Baumeisterverbands und von Baustoff Kreislauf Thurgau zeigt auf, wo und wie Recyclingbaustoffe eingesetzt werden können. Unsere Aufgabe ist es nun, Bauherren und Planer über Recyclingbaustoffe aufzuklären. Denn das Recycling fängt schon früh an. Bei einem eingereichten Baugesuch ist es meist schon zu spät, betont Thomas Imhof. Planer seien gefordert, schon mit Recyclingbaustoffen zu planen und diese in Offerten einbauen zu lassen. Gleichzeitig verstehe Imhof auch, dass Recyclingbaustoff abschreckend wirken könne. Es komme vielleicht der Gedanke auf, die Qualität sei nicht gut genug. Diese Sorge kann ich nicht teilen. Es stimme auch, dass Recyclingbaustoffe durch den grossen Aufwand nicht günstiger als normale Baustoffe seien.

Veranstaltungen und Zuversicht

Wir führen auch regelmässig Veranstaltungen durch, zu denen wir Bauherren und Planer einladen. Wir wollen diese an den Punkt bringen, vermehrt auf Recyclingstoffe zurückzugreifen. Natürlich brauche es die Bereitschaft der beteiligten Personen. Wir können den Kreislauf nur weiter ankurbeln, wenn wir Klarheit schaffen. Wir sind aber zuversichtlich, ist doch die Qualität des Recyclingbaustoffes sehr hoch.

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