Preisgekrönte Mikroskopaufnahme: Forschende zweifeln an Nikon-Siegerbild

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Preisgekrönte Mikroskopaufnahme: Forschende zweifeln an Nikon-Siegerbild
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Ein Video aus den Atemwegen eines Kindes gewinnt einen renommierten Wissenschaftswettbewerb. Doch Fachleute entdecken Auffälligkeiten. Nikon überprüft den Fall.

Forschende zweifeln an Nikon-Siegerbild – war KI im Spiel? Nikon-Wettbewerb Small World in Motion: Zu sehen sind Zilien in den Atemwegen eines Kindes mit einer seltenen Erbkrankheit.

Das Bild wurde mithilfe von KI nachbearbeitet. Das Siegerwerk eines renommierten Wettbewerbs für wissenschaftliche Mikroskopie sorgt für Kritik. Mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zweifeln daran, dass das ausgezeichnete Video in der gezeigten Form echt ist – und vermuten den Einsatz generativer» werden Videos und Aufnahmen ausgezeichnet, die mithilfe leistungsfähiger Mikroskope entstanden sind. Den ersten Platz belegte in diesem Jahr der Forscher Ning Xu von der Tsinghua-Universität in China.

Sein kurzes Video soll winzige haarähnliche Strukturen, sogenannte Zilien, in den Atemwegen eines Kindes mit einer seltenen Erkrankung zeigen. Die Zilien bewegen sich normalerweise rhythmisch und helfen dabei, Schleim und Fremdkörper aus den Atemwegen zu transportieren. Nach der Bekanntgabe des Gewinners meldeten mehrere Forschende Zweifel an der Aufnahme an. Sie verwiesen unter anderem auf Formen und Bewegungen, die nicht zum normalen Aufbau und Verhalten von Zellen passten.

Auch seien die dargestellten Zilien ungewöhnlich gross. Edward Phelps, ausserordentlicher Professor an der University of Florida, schrieb laut BBC unter einem Beitrag von Nikon auf Linkedin, einige Strukturen würden plötzlich «auftauchen und wieder verschwinden». Zilien schienen teilweise «aus dem Nichts» zu erscheinen. Der Doktorand Ian Donovan vom UT Southwestern Medical Center wies zudem darauf hin, dass im Ausgangsbild offenbar ein charakteristisches Wasserzeichen zu erkennen sei, das auf eine KI-generierte Aufnahme hindeuten könnte.

Auch zwei frühere Jurymitglieder äusserten gegenüber der BBC Zweifel an der Echtheit. Xu reagierte nicht auf eine Anfrage der BBC, äusserte sich aber online zu den Vorwürfen. Den Einsatz von KI bei der Bildbearbeitung bestritt er nicht. Generative KI sei jedoch weder zur Erzeugung des experimentellen Videos noch für die Zilien oder deren Bewegungen eingesetzt worden.

KI sei lediglich verwendet worden, «um Merkmale in den rekonstruierten Graustufenbildern zu unterscheiden und sichtbar zu machen», erklärte Xu. Die auffällige künstliche Einfärbung ist nicht Gegenstand des Streits: Solche Färbungen sind in der Mikroskopie üblich und nach den Wettbewerbsregeln erlaubt. Nikon teilte mit, Xu arbeite bei der Untersuchung kooperativ mit und habe zusätzliche technische Unterlagen eingereicht. Bislang sehe das Unternehmen keinen Verstoss gegen die Wettbewerbsregeln.

Nikon will sich erneut zu dem Fall äussern. Bei dem Wettbewerb geht es nicht nur um das Preisgeld von 3000 Dollar. Patrick Hickey, der in diesem Jahr den fünften Platz belegte, sagte der BBC, für Forschende sei es schön, die eigene Arbeit einem breiteren Publikum zeigen zu können. Wissenschaft und Kunst kämen bei solchen Bildern auf besondere Weise zusammen.

Sollte sich jedoch herausstellen, dass das Siegervideo entgegen den Regeln mit generativer KI verändert wurde, wäre das den anderen Teilnehmenden gegenüber unfair, sagte Hickey. Die Regeln untersagen generative KI zur Erzeugung von Bildinhalten; zudem müssen die Aufnahmen tatsächlich unter einem Mikroskop entstanden sein.

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