Der Finanzdirektor hat die Politik im Landkanton geprägt. Zuletzt geriet er aber immer mehr in die Kritik.
Noch am Mittwoch präsentierte Anton Lauber das Budget für das kommende Jahr und gab bekannt, dass die Baselbieter Kantonskasse wiedermachen wird: Einen Tag später lüftet der Finanzdirektor nun das Geheimnis um seine persönliche, politische Zukunft.
Im Landrat macht er am Donnerstagmorgen publik, dass er bei den Gesamterneuerungswahlen im nächsten Frühjahr nicht mehr antreten wird. Nach vierzehn Jahren in der Baselbieter Regierung ist für ihn Schluss.
«Ich bin mit Herz, Leib und Seele Regierugnsrat», sagte er am Donnerstag. Mit seinem 65-jährigen Geburtstag habe er angefangen, sich Gedanken über seine politische Zukunft zu machen. 14 Jahre wäre er im nächsten Juni im Amt. Er blickt wohlwollend auf diese Zeit zurück.
«Selbstverständlich war auch nicht immer alles einfach. » Dann sagt er, dass er an den kommenden Gesamterneuerungswahlen 2027 nicht mehr antritt.
«Ich habe mit zwei lachenden Augen gearbeitet, nun gehe ich mit zwei lachenden Augen», sagt er im Rückblick auf seine Anfangszeit und mit Blick auf seinen Rücktritt. «Meine Frau hat jetzt auch das Recht, mehr meiner Zeit zu haben. Sie wollte mich nicht als Regierugnsrat im Amt, das war ihr völlig egal. Jetzt hat sie auch verdient, dass ich ihr etwas zurückgebe.
» Er freue sich nun noch auf die nächsten neun Monate im Regierungsamt. Er dankt neben seinen Mitarbeitern seinen Regierungskollegen. Fest steht: Der Allschwiler hat die Baselbieter Politik in den letzten Jahren geprägt. Als Finanzdirektor führte er den Kanton aus der Verschuldung und brachte dem Baselbiet finanzpolitisch ruhigere Jahre ein.
Ein grosser Erfolg ist für Lauber die Senkung der Vermögenssteuer, die er 2022 an der Urne durchgebracht hat. Darüber hinaus sagt man ihm nach, dass er im Regierungsrat der unangefochtene Leader ist, der das Gremium seit Jahren anführt. Gleichzeitig geriet er zuletzt aber vermehrt in die Kritik. Einerseits kratzten verspätet veranlagte Immobiliensteuern oder schwankende Kantonsrechnungen an seinem Image, und besonders die politische Linke tadelte ihn für seinen Sparkurs.
Andererseits sorgte Lauber im Kontext desrund um die Basellandschaftliche Kantonalbank für Negativschlagzeilen. Nach wie vor ist unklar, welche Rolle er in der ganzen Affäre spielte. So gesehen ist sein Rückzug konsequent. Wobei er durchaus überraschend kommt.
Ursprünglich hiess es nämlich, dass sich der 65-Jährige bis Ende August entscheiden würde, wie es für ihn weitergeht. Und weil er diese Frist verstreichen liess, war man sich unter Beobachtern in den vergangenen Tagen mehrheitlich einig, dass er weitermacht – auch um den Sitz für seine Partei zu sichern. Lauber wäre wegen seiner Bekanntheit ziemlich sicher wiedergewählt worden, wenn er eine weitere Legislatur angehängt hätte. In der Mitte geht es nun darum, einen Nachfolger zu finden.
Infrage kommen eigentlich nur zwei Namen: Parteipräsident und Fraktionschef Pascal Ryf – wobei Letzterer eher nach Bern schielt und wohl lieber als bürgerlicher Ständeratskandidat portiert werden würde . Erhalten Sie die wichtigsten und spannendsten News aus der Region, der Schweiz, der Welt und dem Sport.
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