Petition gegen Frühschule in Herisau: Mutter will Stundenplan ändern

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Petition gegen Frühschule in Herisau: Mutter will Stundenplan ändern
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Die Schule setzt auf einen frühen Start mit Spielzeit vor dem Unterricht. Eine Mutter fordert nun eine Änderung und verweist auf fehlenden pädagogischen Nutzen.

Bereits um 7.55 Uhr beginnt für einige Kinder an der Schule Kreuzweg in Herisau der Unterricht – und zwar mit Spielen. Eine Mutter sieht darin wenig Sinn und hat eine Petition gegen die verpflichtende Frühschule gestartet.

Im Schulhaus Kreuzweg in Herisau beginnt die Frühschule für Kinder der Unter- und Mittelstufe um 7.55 Uhr mit Spielen. Mutter Julia Born hat dagegen eine Petition gestartet und will die Frühschule abschaffen oder freiwillig machen. Sie kritisiert, dass ihr Kind früher aufstehen müsse, um dann nur zu spielen. Darin sieht sie keinen pädagogischen Wert.

Im Kindergarten darf ein Kind noch so richtig Kind sein: etwa Häuser aus Legosteinen bauen, mit Puppen spielen oder Gemüse aus Holz verkaufen. Wenn es dann in die Schule kommt, ist damit vorerst Schluss. Rechnen, Schreiben, Lesenlernen – das steht jetzt auf der Stundentafel. Ganz ad acta wird das Spielen im Herisauer Schulhaus Kreuzweg nicht gelegt.

Im Gegenteil: In der Frühschule vor dem eigentlichen Unterrichtsstart wird es sogar explizit gefördert. Für einige Eltern der betroffenen Kinder besteht darin ein Problem. Julia Born aus Herisau hat deshalb auf der Plattform petitio.ch, welche von CH Media betrieben wird, eine Petition gestartet. Sie möchte die Frühschule am Schulhaus Kreuzweg abschaffen oder zumindest freiwillig machen.

Denn: Sie sieht keinen Sinn darin, ihr Kind früher in die Schule zu bringen, nur damit es den Unterricht mit Spielen beginnt. Für die 3. bis 6. Primarklassen beginnt der Schulunterricht an der Schule Kreuzweg regulär um 8.20 Uhr. An vier Tagen in der Woche findet jedoch die Frühschule – die bereits um 7.55 Uhr startet – statt.

Die Klassen werden dann in Halbklassen unterrichtet. Heisst also: Jede Gruppe geht zweimal in der Woche in den Frühunterricht. Über diesen Stundenplan zeigte sich Julia Born aus Herisau irritiert. Sie erfuhr von ihrem Sohn, dass während der Frühschule nur gespielt werde.

Zwar freue er sich jeweils darauf, sinnvoll findet das seine Mutter jedoch nicht.

«Ich sehe den pädagogischen Wert dahinter nicht», sagt Born. «Mein Sohn kann auch zu Hause spielen. » Ausserdem hat ihr Kind ohnehin Mühe beim frühen Aufstehen, dass die Zeit dann so genutzt wird, ist für Born unverständlich. Mit ihrer Meinung ist Born nicht alleine.

Andere Eltern würden ihre Sorgen teilen. Deshalb sprach die Mutter das Thema bei einem Elternabend an. Dort hiess es: Die Kinder würden die Struktur benötigen. Denn die Klasse sei anspruchsvoll zu unterrichten.

Zuerst wird 15 Minuten gespielt, dann hätten die Schülerinnen und Schüler zehn Minuten Zeit, um «herunterzufahren». Ehe dann der reguläre Unterricht beginnt. Mit dieser Erklärung zeigt sich Born nicht zufrieden. Die Mehrheit der Eltern hätte an diesem Abend signalisiert, dass sie die derzeitige Struktur nicht befürwortet.

Trotzdem schlägt die Onlinepetition, welche Born Mitte September gestartet hat, noch keine hohen Wellen. Bisher haben nur neun Personen unterzeichnet.

«Die Schule ist kulturell sehr durchmischt und viele scheuen sich, online einen Haken zu setzen», sagt Born. «Selbst wenn die Umfrage anonym ist. »Mit ihrer Petition fordert Born, dass die Frühschule nur dann stattfindet, wenn sie «einem klaren pädagogischen Zweck dient». Ansonsten soll die Teilnahme freiwillig sein oder der Frühunterricht soll ganz abgeschafft werden.

«Ausserdem macht das keine andere Schule in Herisau so», ergänzt Born. Ebenfalls stellt die Petitions-Initiantin das Wohl der Kinder betreffend eines altersgerechten Tagesrhythmus in den Raum. Für Born ist klar: Für viele andere Eltern ist der Frühunterricht an der Schule Kreuzweg ebenfalls nicht ideal. Deshalb hofft sie auf mehr Unterstützung.

Aktuell ein schwieriges Unterfangen, denn die Herbstferien dauern noch bis zum 16. Oktober an. Danach möchte Born ihr Anliegen nochmals mehr verbreiten, sodass sicher die Eltern aus der Klasse unterschreiben. Aber nicht nur die – auch die Eltern der restlichen betroffenen Klassen möchte sie überzeugen.

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