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Ölpreise unter Druck setzen Anleihenmärkte

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Ölpreise unter Druck setzen Anleihenmärkte
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Die jüngst wieder gestiegenen Ölpreise haben die Anleihenmärkte unter Druck gesetzt. Die Renditen in der Schweiz und in Deutschland bewegen sich in Spannen, die seit Ausbruch des Nahostkriegs bis Mitte Mai üblich waren. Für die USA sieht es anders aus: Die Renditen sind nach dem Ausverkauf in der zweiten Maihälfte noch nicht auf das Niveau zurückgekehrt, das sich nach Ausbruch des Nahostkriegs als neues Gleichgewicht herausgebildet hatte.

Die jüngst wieder gestiegenen Ölpreise setzen auch die Anleihenmärkte unter Druck. Das bedeutet, dass zugleich die Verzinsung der Papiere steigt.

Allerdings bewegen sich die Renditen in der Schweiz und in Deutschland in Spannen, die seit Ausbruch des Nahostkriegs bis Mitte Mai üblich waren. Für zehnjährige Obligationen aus der Eidgenossenschaft bedeutet dies ein Niveau zwischen 0,3 und 0,4%. Für deutsche Bundesanleihen liegt die Spanne zwischen 2,95 und 3,1%.

Für die USA sieht es anders aus: Die Renditen sind nach dem Ausverkauf in der zweiten Maihälfte noch nicht auf das Niveau zurückgekehrt, das sich nach Ausbruch des Nahostkriegs als neues Gleichgewicht herausgebildet hatte. Die zehnjährigen US-Staatspapiere rentieren am Mittwoch mit fast 4,50% weiterhin höher als die zuvor üblichen 4,20 bis 4,45%. Noch immer sind es die realen Zinsen, die das Geschehen an den US-Märkten bestimmen: also die Renditen nach Abzug der Inflationsprämie, die Anleger im Schnitt verlangen.

Das heisst, dass eher Sorgen um die Staatsfinanzen die Renditen treiben. Diese Woche richtet sich der Blick bereits auf die in den nächsten zwei Wochen anstehenden Notenbanksitzungen. Am nächsten Donnerstag dürften die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25% erhöhen. Von Kollegen in der Schweiz und den USA wird eine Woche später erwartet, dass sie ihre Leitzinsen unverändert lassen.

Für die Eurozone ist bemerkenswert, dass der jüngste Teuerungsschub bereits Spuren in den kurzfristigen Inflationserwartungen hinterlässt. Für Dezember war die erwartete Inflationsrate von 4 Mitte Mai auf 3,5% Ende des Vormonats zunächst gesunken. Diese Woche machte sie bis Mittwoch einen Sprung auf 3,75%. Dies hat nicht nur mit dem steigenden Ölpreis zu tun, sondern auch mit den vorläufigen Inflationsdaten vom Mai.

Diese hatten zwar mit dem Rückgang der Energiepreise auf Monatssicht (saisonbereinigt) gezeigt, dass der Energiepreisschock für die Konsumentinnen und Konsumenten abebbt. Doch zugleich stiegen die Kosten für Dienstleistungen im Warenkorb der Privathaushalte. Für Dienstleistungen wie Coiffeure, Museumsbesuche oder Reisen mussten die Konsumenten des Währungsraums im Schnitt 0,49% mehr bezahlen als im April. Das ist der stärkste monatliche Anstieg seit April des Vorjahres.

Auf das Jahr hochgerechnet entspricht dies einem Anstieg der Dienstleistungspreise von April auf Mai um 6%, nach einem Plus von 4,3% im Vormonat. Die Währungshüter achten allerdings besonders auf die Kernpreise. Zu diesen zählen neben den Dienstleistungen auch die Industriegüter ohne Energie. Das Momentum, also die Veränderung gegenüber drei Monaten zuvor, gibt bei der Kerninflation keine Entwarnung.

Bereits den zweiten Monat in Folge liegt es auf das Jahr hochgerechnet bei rund 3%. So schnell dürfte damit die Jahresrate der Kernpreise kaum sinken; sie lag im Mai mit 2,5% so hoch wie seit April des Vorjahres nicht mehr. Die Tauben im EZB-Rat haben schlechte Karten, wenn sie eine Zinserhöhung am Donnerstag verhindern wollen

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