Ölpreise fallen, DAX erobert 25.000 Punkte zurück

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Ölpreise fallen, DAX erobert 25.000 Punkte zurück
Ölpreise, DAX, US-Arbeitsmarktdaten

Ölpreise geben nach Spekulationen über strategische Reserven nach. Der DAX gewinnt 1,2 Prozent und überschreitet 25.000 Punkte. US-Arbeitsmarktdaten im Fokus.

Die Ölpreise sind am Freitag gefallen, nachdem sie im frühen Handel kaum verändert notiert hatten. Spekulationen über eine Freigabe strategischer Ölreserven setzten die Notierungen im Vormittagshandel kräftig unter Druck. Der deutsche Leitindex DAX eroberte unterdessen die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten zurück und legte bis zu 1,2 Prozent auf 25.237 Zähler zu.

DAX erholt sich nach schwacher Woche

Der DAX hatte in der laufenden Woche zuvor vier Verlusttage in Folge verzeichnet. Am Freitag drehte der Index ins Plus und gewann zeitweise 1,2 Prozent. Der deutsche Leitindex übertraf damit die Marke von 25.000 Punkten. Auch der Schweizer Aktienmarkt notierte am Freitag kurz vor Mittag klar im Plus. Der Leitindex SMI zog bis 11.25 Uhr um 0,61 Prozent auf 13.711,28 Punkte an. Von den 20 Titeln legten 18 zu.

An den Märkten warten Investoren gespannt auf die US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag. Von ihnen erhoffen sie sich neue Hinweise auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Ein schwacher Job-Report könnte den Markt entlasten, da er die akuten Zinserhöhungssorgen dämpfen würde, sagte Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades. Ein starker Arbeitsmarktbericht drohe hingegen, die aktuelle Talfahrt drastisch zu beschleunigen.

Spekulationen über Ölreserven

Die EU-Staaten haben Insidern zufolge über einen französischen Vorschlag zur Freigabe zusätzlicher Dieselreserven beraten. Die Initiative sieht laut Reuters-Informationen vor, dass die EU-Staaten 50 Millionen Barrel Diesel auf den Markt bringen. Damit reagieren die EU-Länder auf Druck aus den USA, das Angebot zu erhöhen und so die gestiegenen Kraftstoffpreise zu senken. Zudem sollen die Mitglieder der Internationalen Energieagentur IEA 50 Millionen Barrel freigeben.

Ein Barrel umfasst 159 Liter. Die Ölpreise gerieten durch diese Spekulationen unter Druck. Die hohen Anleiherenditen sowie die gestörte Energieversorgung durch den Nahostkonflikt sorgen weiterhin für Kopfzerbrechen. Auch weitere Truppenverlegungen der USA in die Region helfen dabei nicht.

Unternehmensnews bewegen Einzelwerte

Der Generikaproduzent Teva ist bei seinem bereits angekündigten Vergleich im Streit mit US-Bundesstaaten wegen mutmasslicher Preisabsprachen einen Schritt weiter gekommen. Die beteiligten US-Staaten haben bei einem Bundesgericht in Connecticut die vorläufige Genehmigung der Einigung beantragt. Die Teva-Aktie legte 2,2 Prozent zu.

Der Pharmakonzern Roche hat ein Lizenzabkommen zum RNA-Portfolio mit Abogen erweitert. Die Basler lassen sich diesen Coup 575 Millionen US-Dollar kosten. Die Roche-Aktie gewann 0,5 Prozent. Die Privatbank Julius Bär kündigte am Morgen an, binnen Jahresfrist Aktien im Wert von bis zu 600 Millionen Franken zurückzukaufen. Die Aktie stieg um 2,7 Prozent.

Der schwedische Autobauer Volvo verabschiedet sich wegen schwieriger Geschäfte in China und den USA von seinen Jahreszielen. Obwohl das Geschäft in Europa stabil laufe, seien die Pläne für Absatz und Barmittelzufluss nicht mehr erreichbar, teilte das Unternehmen am Freitag in Göteborg mit. Für das gerade abgelaufene dritte Quartal erwartet der scheidende Konzernchef Håkan Samuelsson einen Gewinneinbruch und nannte zudem keine neuen Ziele für die nahe Zukunft. Die Volvo-Aktie sackte in Stockholm zunächst um fast acht Prozent ab, zuletzt lagen die Verluste bei rund drei Prozent.

Die Aktien des österreichischen Faserherstellers Lenzing setzen ihre massive Talfahrt fort. Nachdem die Papiere bereits am Donnerstag als Reaktion auf die Details einer Kapitalerhöhung deutlich nachgegeben hatten, fielen sie am Freitag an der Wiener Börse in der Spitze um rund 35 Prozent auf 12,72 Euro. Das Bankhaus Berenberg hat die Papiere auf Hold von Buy abgestuft und das Kursziel gesenkt. Die bevorstehende Kapitalerhöhung über 300 Millionen Euro lasse vermuten, dass der Hauptaktionär Suzano eher eine abwartende Haltung einnehme, anstatt sein Engagement auszubauen, hiess es zur Begründung. Analysten von Raiffeisen zufolge sorgt zudem das Ausmass der Verwässerung für Verkaufsdruck.

Ausblick auf die US-Arbeitsmarktdaten

Der Blick richtet sich am Nachmittag hauptsächlich auf die US-Arbeitsmarktdaten. Starke Daten wären zwar ein Zeichen für eine robuste Konjunktur, könnten aber gleichzeitig die Renditen erneut nach oben treiben und damit unmittelbar negativ auf die Aktienmärkte durchschlagen, erklärte ein Händler. Die Anleger hoffen auf Klarheit über den weiteren Kurs der Fed.

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