Nordkoreanische Kriegsgefangene in Südkorea aufgenommen

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Nordkoreanische Kriegsgefangene in Südkorea aufgenommen
Nordkorea, Südkorea, Wolodymyr Selenskyj

Zwei nordkoreanische Soldaten, die als Russland-Söldner in der Ukraine gefangen genommen wurden, sind in Südkorea aufgenommen worden. Bei den Asienspielen in Nagoya setzten sich zwei nordkoreanische Delegationsmitglieder ab und beantragten Asyl in Japan.

Zwei nordkoreanische Soldaten, die als Söldner an der Seite Russlands im Krieg gegen die Ukraine gekämpft hatten und in Kriegsgefangenschaft geraten waren, sind in Südkorea aufgenommen worden. Das bestätigte die südkorea nische Regierung am Mittwoch. Die beiden Männer hatten in Interviews und handschriftlichen Briefen an Organisationen für nordkoreanische Überläufer den Wunsch geäußert, nach Südkorea überzulaufen. Südkorea gewährt nordkoreanischen Flüchtlingen nach einer Sicherheitsüberprüfung die Staatsbürgerschaft.

Selenskyj schildert Schicksal der Soldaten

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits im vergangenen Jahr Bilder der zwei Soldaten auf seinem Telegram-Kanal veröffentlicht. Es soll sich um einen Scharfschützen und einen Aufklärungsoffizier handeln, die im Januar 2025 in der Region Kursk verwundet und anschließend von den Ukrainern medizinisch versorgt wurden. Einer der beiden Kriegsgefangenen trug auf den Fotos einen Verband um den Kopf, der andere hatte beide Hände bandagiert.

Am Mittwoch erzählte Selenskyj vor der UNO-Generalversammlung in New York Genaueres über das Schicksal dieser Soldaten. Er berichtete, einer von ihnen habe versucht, sich das Leben zu nehmen, als er begriff, dass er in Gefangenschaft geraten würde. Der Mann sei schockiert gewesen, dass das Schicksal ihn nicht sterben ließ. Selenskyj kritisierte das Regime von Kim Jong-un scharf dafür, dass es seinen Soldaten die Vorstellung eintrichtere, sie müssten unter allen Umständen sterben.

Nordkoreanische Truppen für Russland

Bereits 15.000 Soldaten soll Kim Jong-un seinem Verbündeten Wladimir Putin für den Krieg gegen die Ukraine geschickt haben. Bis November dieses Jahres. Selenskyj sagte in seiner UNO-Rede, es sei offenbar die Aufgabe der nordkoreanischen Truppen, die grossen Verluste der russischen Armee auszugleichen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Pjöngjang und Moskau stelle eine wachsende Gefahr für die Nachbarländer dar.

Russland profitiert vom Einsatz nordkoreanischer Soldaten in seinem Feldzug gegen die Ukraine. Nordkorea wiederum verdient am Verleih der Söldner Geld, zudem kann es durch die Erfahrungen aus dem Ukrainekrieg seine Waffensysteme auf den neuesten Stand bringen, und dies nicht nur bei der Drohnentechnik. Laut westlichen Geheimdiensten helfen russische Fachleute auch beim Aufbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms. Nach Angaben der USA verfügt Nordkorea über 57 sehr mächtige Atomwaffen. Schätzungen der südkoreanischen Regierung zufolge besitzt Nordkorea bereits 80 bis 120 Atomwaffen. Für Südkorea und Japan verschärft das die Bedrohungslage.

Asienspiele in Nagoya: Nordkoreaner beantragen Asyl

Unterdessen haben sich zwei Mitglieder der nordkoreanischen Delegation bei den laufenden Asienspielen in Nagoya abgesetzt, um in Japan um Asyl zu bitten. Das berichten Medien. Die 20. Asienspiele finden in Nagoya statt. Athletinnen und Athleten aus 45 Ländern nehmen daran teil. Die Delegation aus Nordkorea zählt 180 Mitglieder. Darunter sind rund 100 Aktive, die in vierzehn Sportarten antreten.

Normalerweise sendet Kim Jong-un regelmässig Raketen über das Japanische Meer, um die Wehrhaftigkeit seines Landes unter Beweis zu stellen und die Nachbarn Südkorea und Japan in Aufregung zu versetzen. Doch diesmal gibt es Nachrichten über Nordkoreaner, die nicht nach dem Geschmack des Machthabers in Pjöngjang sein dürften. Der Fall der zwei nordkoreanischen Soldaten ist politisch heikel, weil er zu scharfen Reaktionen aus Pjöngjang führen und die Verständigung zwischen den beiden Koreas weiter erschweren wird.

Ukraine bittet Südkorea um Luftabwehr

Für die Ukraine ist die Lage bedrohlich. Selenskyj hat die Regierung in Seoul um Unterstützung gebeten. Die Ukraine bemüht sich um südkoreanische Luftabwehrsysteme, da Patriot-Abfangraketen im Zuge des russischen Angriffskriegs und des Kriegs der USA gegen den Iran Mangelware geworden sind. Die Ukraine braucht die Abwehrtechnik dringend.

Russland hat seine Angriffe auf zivile Ziele in den vergangenen Monaten erheblich verstärkt. Die beiden nordkoreanischen Soldaten, die Südkorea übergeben wurden, könnten also auch eine Art Faustpfand sein, das Selenskyj für weitere Gespräche mit der Regierung in Seoul nutzt. Südkoreas Aussenministerium erklärte, dass man den freien Willen der Gefangenen respektieren wolle und im Einklang mit internationalem Recht und humanitären Grundsätzen handle.

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