Die AEW betreibt seit dem Frühling eine neue Anlage zur Verbrennung von regionalen Holzschnitzeln am Standort Feldschlösschen. Sie ersetzt fossile Brennstoffe und liefert jährlich bis zu 12 Gigawattstunden an Fernwärme für rund 930 Haushalte in Rheinfelden. Der lange Winter wird zum entscheidenden Test für die Wirtschaftlichkeit der Investition.
Bis zu 3,5 Kubikmeter Holzschnitzel verbrennt die neue AEW -Anlage pro Stunde. Damit versorgt sie rund 930 Rheinfelder Haushalte mit Fernwärme. Beim Tag der offenen Tür zeigte sich, weshalb der erste Winter zum entscheidenden Test wird.
AEW betreibt seit dem Frühling beim Feldschlösschen eine neue Holzschnitzel-Dampfanlage für den Wärmeverbund Rheinfelden.ein und ersetzt damit grosse Mengen Heizöl und andere fossile Brennstoffe. Für Betrieb und Brennstoff setzen AEW und Partner auf regionale Holzschnitzel und rechnen mit 10 bis 12 Gigawattstunden pro Jahr.. Das sind die Mengen, die die neue Holzschnitzel-Dampfanlage der AEW auf dem Firmengelände der Feldschlösschen Getränke AG jährlich einspart.
Seit April dieses Jahres betreibt das Infrastrukturunternehmen im Auftrag des Wärmeverbunds Rheinfelden die moderne Anlage und beliefert über das Fernwärmenetz rund 930 Haushaltungen in Rheinfelden. Am Mittwoch, 23. September, hatten Interessierte die Möglichkeit, beim Tag der offenen Tür das neue Herzstück der Wärmeproduktion beim Brauereiriesen zu bestaunen.
«Letztendlich geht es darum, dass wir fossile Brennstoffe substituieren. Diese Vision verfolgt die Stadt Rheinfelden schon länger. In enger Zusammenarbeit mit ihr konnten wir 6,5 Millionen Franken in die neue Holzschnitzel-Dampfanlage und unseren Standort bei Feldschlösschen investieren», sagt Marc Ritter, CEO der AEW und Präsident des Verwaltungsrats des WVR. Bis sich diese Infrastrukturinvestition rechnet, dauert es einige Jahre.
Ritter erklärt: «Das sind Langzeitprojekte, die nicht nach kurzer Zeit amortisiert sind. Als Energieunternehmen rechnen wir in Dekaden. Bis die Anlage abgeschrieben ist, dauert es bestimmt 15 Jahre. » Nach dem Spatenstich im Mai 2025 konnte die Holzschnitzel-Dampfanlage im Frühjahr dieses Jahres in Betrieb genommen werden.
Drei grosse Luken im Boden beim Eingang des Feldschlösschen-Areals dienen zur Anlieferung des Rohstoffs. Zu Spitzenzeiten werden in der Anlage rund 3,5 Kubikmeter Holzschnitzel in der Stunde verbrannt.
«Das Holz darf dabei nicht zu trocken sein, sonst verbrennt es zu schnell. Optimal sind 40 Prozent Feuchtigkeit. Das Material, welches diesen Sommer aus den Wäldern kommt, weist gerade mal 15 Prozent auf. Deshalb müssen wir die Holzhackschnitzel wässern», erklärt Sacha Bolli, Mitarbeiter der AEW.
Er ist einer der beiden Fachleute, die die Anlage betreuen. Weil die Wälder der unmittelbaren Umgebung nicht genug Rohstoff liefern, müssen Holzhackschnitzel zugekauft werden. Diese stammen aber aus regionalen Forstgebieten. Mit der Produktion und Lieferung der Holzschnitzel wurde die Forstina AG aus Hunzenschwil beauftragt.
Durch ein Steilfördersystem werden die Holzschnitzel aus dem unterirdischen Silo ins benachbarte ehemalige Lokwartungsgebäude gefördert. Dort, wo sich früher die Mitarbeitenden um die Dampfloks der Brauerei kümmerten, steht über mehrere Stockwerke verteilt die moderne Verbrennungsanlage des österreichischen Herstellers Agro. Sie soll zehn bis zwölf Gigawattstunden Wärme pro Jahr liefern.
Mit der Anlage ergänzen die AEW und Feldschlösschen die drei bereits installierten grossen Kessel, in denen Biogas, Erdgas und das bei der Produktion von alkoholfreiem Bier aus dem Getränk entzogene Trinkethanol verbrannt werden.
«Wir sind sehr gespannt auf den Winter. Im Sommer läuft die Anlage nicht unter Volllast, aber in den kalten Monaten werden wir wichtige Erfahrungen sammeln können», sagt Bolli. Dann wird die Anlage täglich beliefert. Besonders vor dem Wochenende muss das Speichersilo bis oben gefüllt werden.
Das historische Schlossensemble in Rheinfelden bekommt einen mächtigen Nachbarn: Mit dem Spatenstich beginnt der Bau des neuen Logistikzentrums von Feldschlösschen. Vor allem seine Höhe beschäftigte Planer, Behörden und Politik über Jahre hinweg. Gebrauchtes Speiseöl aus der Gastronomie soll im Ernstfall helfen, ab 2031/32 die Stromknappheit abzuwenden. Zwei der vier geplanten Reservekraftwerke des Bundes, sind im Sisslerfeld geplant: Wie der Abruf funktioniert, weshalb zwei Tage Vorlauf bleiben und welche Logistik dahintersteckt.
Mit einem Festakt für geladene Gäste wurde am Freitag das 100-jährige Bestehen des Kraftwerks Ryburg-Schwörstadt gefeiert. Zwischen Rückblick und Ausblick wurde klar: Die Wasserkraft steht auch vor neuen Herausforderungen. Am Samstag öffnet das Kraftwerk seine Tore für die breite Öffentlichkeit. Copyright © Aargauer Zeitung.
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