Die Schweizer Nationalmannschaft startet mit zwei Siegen und sechs Toren in die Nations League. Zeki Amdouni überzeugt, Murat Yakins Wechsel sorgen für Diskussionen.
Die Schweizer Nationalmannschaft ist mit zwei Siegen, sechs Treffern und ohne Gegentor in die Nations League gestartet. Beim 2:0 in Schottland und im zweiten Gruppenspiel überzeugte das Team von Murat Yakin. Mit zwei weiteren Siegen gegen Slowenien am Samstag und Nordmazedonien am Dienstag könnte die Schweiz bereits den Wiederaufstieg in Liga A schaffen. Im Mittelpunkt steht Zeki Amdouni, der in Abwesenheit von Breel Embolo als Sturmspitze glänzt.
Zeki Amdouni überzeugt in der Nations League
Der 25-jährige Genfer hat in den ersten beiden Nations-League-Spielen drei Tore erzielt und einen weiteren Treffer vorbereitet. Damit liegt er derzeit auf einem Level mit Spielern wie Lamine Yamal, Erling Haaland oder João Felix.
Amdouni versteht es, sich zwischen Abwehr und Mittelfeld des Gegners zu bewegen und dort anspielbar zu sein. Von dieser Position aus leitet er immer wieder Angriffe ein, indem er Pässe spielt oder im Dribbling Raum gewinnt. Insgesamt elf Vorstösse ins letzte Drittel und 15 Abschlüsse zählten die Statistiker von GeniusIQ – mehr als jeder andere Spieler in der Nations League vor den Partien am Freitagabend.
Yakin hatte bereits im März über Amdouni gesagt, dass dieser bei voller Gesundheit ein sehr wichtiger Spieler mit einzigartigen Qualitäten sei. Nach einer langen Verletzungspause ist Amdouni nun wieder fit. Bei der WM war sein Einfluss noch gering, doch jetzt überzeugt er wieder.
Yakins Wechselentscheidungen sorgen für Irritation
In Schottland führte die Schweiz Mitte der zweiten Halbzeit mit 2:0, war in Überzahl und hatte über 70 Prozent Ballbesitz. Das Heimteam verzeichnete null Torschüsse. In dieser Phase brachte Yakin den 30-jährigen Vincent Sierro, den er nicht an die WM mitgenommen und erst Tage zuvor nachnominiert hatte.
Der 23-jährige Sanches musste bis zur 86. Minute warten, der 20-jährige Winsley Boteli kam gar nicht zum Einsatz. Stattdessen brachte Yakin den 29-jährigen Cedric Itten, der bei Werder Bremen bislang nur Jokereinsätze hatte. Yakin bevorzugt Spieler, die fügsam und treu sind und immer voller Freude zum Nationalteam reisen. Er ist kein Trainer, der jungen Spielern den roten Teppich ausrollt.
Bezeichnend ist, wie er Johan Manzambi erst zur Fixkraft beförderte, als ihm der 20-Jährige fast keine andere Wahl mehr liess. Yakin denkt nicht langfristig, er lebt im Moment. Und die Erfolge geben ihm recht.
Junge Spieler und Umbruch nach der WM
Das Team ist im Schnitt fast drei Jahre jünger geworden. Doch wäre dieser Umbruch auch ohne die Umstände zustande gekommen? Granit Xhaka und Breel Embolo wurden von alten Covid-Geschichten eingeholt, Denis Zakaria fiel verletzungsbedingt kurzfristig aus. Yakin moderiert den Wandel, setzt aber auf bewährte Kräfte.
Von Granit Xhaka weiss man längst, wie er das Spiel prägt. Oft hat der Captain eine Partie im richtigen Moment an sich gerissen und seine Mitspieler dirigiert. Bei Ardon Jashari fehlen solche Momente noch, doch er erhält Lob. Für ein Fazit des ersten Zusammenzugs nach der erfolgreichen WM ist es zu früh, doch die ersten beiden Partien haben mehrere Aspekte im Spiel des Nationalteams aufgezeigt.
Am Samstag in Luzern gegen Slowenien und am Dienstag gegen Nordmazedonien kann die Schweiz den nächsten Schritt machen. Amdouni dürfte auch dann den Vorzug vor Boteli erhalten, solange er in dieser Form spielt.
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