Nach 30 Jahren steht ein Verdächtiger vor dem Bundesstrafgericht, der 1995 einen hochrangigen Beamten der ägyptischen Mission in Genf ermordet haben soll. Die Beweisführung ist jedoch dünn.
1995 bekannte sich eine islamistische Organisation zur Ermordung eines hochrangigen Beamten der ägyptischen Mission in Genf . Alaa El Din Nazmi wurde an einem Novemberabend in der Tiefgarage seines Wohnhauses erschossen. Neben der Leiche fand die Polizei einen Schalldämpfer, der aus gelbem Schaumstoff einer Kopfstütze und braunem Klebstreifen bestand. Die Organisation gab an, Nazmi habe undercover für den ägyptischen Geheimdienst gearbeitet und Europa ausspioniert. Der Fall verjährt 2023.
Nach dreißig Jahren steht nun ein Verdächtiger vor dem Bundesstrafgericht. Die Ermittlungen kamen dank technologischer Fortschritte in der Fingerabdruckanalyse und DNA-Spuren auf seine Spur. Sein linker Daumen soll einen Abdruck auf dem Schalldämpfer hinterlassen haben. Die DNA-Spuren sollen ebenfalls von ihm stammen. Die forensischen Untersuchungen zeigen, dass der Verdächtige den Schalldämpfer in der Hand gehalten hat. Der Gerichtsprozess veranschaulicht, welche Möglichkeiten neue Ermittlungsansätze bieten - und wo ihre Grenzen liegen. Die DNA-Spuren und Fingerabdrücke sind Indizien, aber sie erzählen keine Geschichte. 30 Jahre später lässt sich die Tat kaum rekonstruieren. Der Verdächtige, dessen Spitzname Momo ist, stammt aus der Elfenbeinküste und exportierte Schweizer Occasionsautos in seine Heimat. Er war zu seiner Zeit als Kleinkrimineller vorbestraft. 2018 kam die Polizei auf seine Spur und verhaftete ihn. Doch anderthalb Jahre später ordnete das Bundesgericht seine Haftentlassung an, weil die Beweislage zu dünn war. Die Bundeskriminalpolizei schleuste sogar einen verdeckten Ermittler in seine Zelle ein. Doch dabei fand sie wenig heraus. Seit drei Jahren sitzt Momo jedoch wieder in Haft. Die Bundesanwaltschaft ist für den Fall zuständig, weil es um einen Diplomatenmord geht. Sie verlangte 17 Jahre Freiheitsstrafe für den Mord und drei Jahre für die übrigen Delikte. Das Gericht sprach ihn vom Hauptanklagepunkt Mord frei, aber verurteilte ihn wegen einer langen Liste von Nebenpunkten, darunter Vergewaltigung. Da er keine Reue oder Einsicht zeigt, verhängt das Gericht eine hohe Freiheitsstrafe: 15 Jahre. Und den längsten möglichen Landesverweis: Nach dem Gefängnis muss er die Schweiz für 15 Jahre verlassen.
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