Zwischen Steinfluh und Hüsli führt der Rundgang an Spiel- und Rastpunkten vorbei. Die Geschichte von Lilly und Martin begleitet Kinder unterwegs.
Was braucht es, damit Kinder gerne wandern? Vielleicht einen Bach zum Planschen, Kühe am Wegrand, Feuerstellen für die Bratwurst – und eine Geschichte, die von Posten zu Posten weitergeht.
All das verbindet der Lillyweg in Urnäsch. Wir haben uns auf die Spuren der Geschwister Lilly und Martin begeben. Lillybeizli (Von Mai bis Oktober ist die Beiz sonntags den ganzen Tag geöffnet. Von Montag bis Samstag öffnet sie auf Anfrage.
Weitere InformationenAn diesem sonnigen Sonntagmorgen ist das Postauto 791 gut mit Wanderinnen und Wanderern gefüllt. Rucksäcke, Wanderschuhe und freudige Gesichter befinden sich im engen Raum des Fahrzeugs. Angekommen bei der Haltestelle Steinfluh erwartet uns bereits ein wunderschöner Blick auf die umliegenden grünen Berge und Hügel von Urnäsch. Die Haltestelle Steinfluh ist der Startpunkt dieser Wanderung.
Sie ist innert weniger Minuten mit dem Postauto vom Bahnhof Urnäsch aus zu erreichen. Zwar befinden sich bei der Haltestelle einige Parkplätze, doch es wird empfohlen, das Auto beim Kronenparkplatz oberhalb des Bahnhofs Urnäsch zu parkieren und von dort das Postauto zu nehmen. Oder gleich mit dem öffentlichen Verkehr anzureisen. Bei der Postauto-Haltestelle treffen wir auch schon auf die erste Postentafel.
Nun beginnt die Geschichte von Lilly und Martin. Sie wollen ihren Onkel Sämi besuchen. Für sie und für uns geht es daher kurz der Hauptstrasse entlang in den Wald. Über Baumwurzeln und eine Holzbrücke geht es zur Feuerstelle Steinfluh.
Zuvor treffen wir auf die zweite Postentafel, bei der Lilly und Martin sogenannte Steinmannli bauen, also Türme aus Steinen. Wir treffen auf Kinder, die es der Geschichte nachmachen. Währenddessen ertönt das Plätschern des Flusses Urnäsch. Wer jetzt schon Hunger hat, kann bei der Haltestelle Steinfluh eine feine Bratwurst bräteln oder sich auf den Bänken eine kurze Trinkpause genehmigen.
So wie es Lilly und Martin in der Geschichte bei Posten drei ebenfalls tun. Wobei bei der Feuerstelle gilt: Wegen der langen Trockenheit sollten die aktuellen Feuerverbote und -vorschriften des Kantons Appenzell Ausserrhoden beachtet werden. Während Eltern sich hier eine Pause gönnen, können Kinder die aufgehängten Kuhglocken läuten oder im vorbeifliessenden Fluss planschen. Nach dem Abstecher zu Posten zwei und drei, geht es den kurzen Weg zurück zur Haltestelle, ehe wir links die Strasse abbiegen und dem Wegpfeiler «Lillyweg» folgen.
Auf dem Wanderweg laufen wir stets rechts entlang des plätschernden Tosbachs. Mal geht es runter, mal geht es hoch, mal führt der Weg auf steinigem Waldboden, mal auf weicher Wiese. Immer wieder wärmt uns das Sonnenlicht, welches den Weg durch das Blätterdickicht sucht. Und die Kühe, welche friedlich neben dem Weg weiden, beobachten uns neugierig.
Auf dem Weg zum Gasthaus Rossfall treffen wir auf weitere Postentafeln von Lilly und Martin. Bei der Nummer sieben machen die beiden Geschwister uns auf etwas aufmerksam.
«Siehst du den Säntis? », steht auf der Tafel. Ein Blick zurück zeigt uns: Wir hatten den ganzen Weg über den Säntis im Rücken. Nun lässt sich der Ostschweizer Hausberg durch ein silbernes Guckrohr bewundern.
Beim Gasthaus Rossfall angekommen, sorgt eine grüne Rutschbahn für ordentlich Spass bei den jungen Wanderinnen und Wanderern. Das Restaurant ist zwar derzeit nicht in Betrieb und es wird noch nach einem Pächter gesucht. Doch an Verpflegung fehlt es nicht. Wanderinnen und Wanderer finden im Foyer des Gästehauses einen Getränke- und Snackautomaten für die kurzfristige Verpflegung.
Falls sie selbst etwas zum Essen und Trinken mitgenommen haben, dürfen sie die Holzbänke für ein Picknick benutzen. Hier müssen wir die Strasse überqueren und ein kurzes Stück zurücklaufen.
«Lillybeizli» steht auf einem weissen Wegweiser. Dort führt die Wanderung hin. Über eine Kuhweide gelangen wir wieder in den Wald. Auf der Tafel mit der Nummer zehn warnen Lilly und Martin gleich vor den bevorstehenden steilen Treppen, die wir zuerst hinab- und dann hinaufsteigen müssen.
Spätestens nach dem Treppensteigen ist Hunger garantiert. Doch bevor wir das «Lillybeizli» erreichen, stossen wir auf einen Hochsitz. Im hölzernen Turm lassen sich bei entsprechender Ruhe hiesige Wildtiere beobachten. Beim nächsten Posten, der Nummer zwölf, treffen wir auf eine weitere Feuerstelle.
An der laufen wir vorbei und können bereits aus der Ferne die dunkelbraune Fassade des «Lillybeizli» entdecken. Und im Hintergrund erstrecken sich die grünen Hügel des Appenzellerlands. In der Beiz lassen sich traditionelle Appenzeller Spezialitäten wie Käsefondue, Älplerrösti aber auch Schüblig oder kalte Küche in Form von Kartoffelsalat oder Wurst-Käse-Salat speisen. Wer lediglich etwas trinken möchte, findet eine breite Auswahl an kalten und warmen Getränken.
Nach der wohlverdienten Stärkung erwarten uns die letzten zwei Postentafeln, die die Geschichte von Lilly und Martin fertig erzählen. Beim Posten Nummer 13 bewundern die Geschwister die vielen Brennnesseln am Wegesrand, welche wir ebenfalls entdecken können. Die grossen Blätter des Pestwurzes, mit denen sie sich in der Geschichte vor dem Regen schützen wollen, bekommen wir jedoch nicht zu Gesicht. Der Lillyweg führt ein letztes Mal durch eine Kuhherde.
Wir gelangen nach dem letzten Abstieg zur letzten Feuerstelle und zur letzten Postentafel, der Nummer 14. Wie Lilly und Martin werden auch wir langsam müde. Wer kurz auf die Toilette muss, findet unweit der Feuerstelle ein ToiToi‑WC. Und in der Urnäsch können wir unsere Füsse im kalten Wasser abkühlen.
Nach dem letzten Aufstieg, der rund fünf Minuten dauert, erreichen wir die Haltestelle Hüsli. Wir warten nicht lange, schon kommt das gelbe Postauto, das uns zurück an den Bahnhof Urnäsch bringt. Wir verlassen den Lillyweg und verabschieden uns gedanklich von Lilly und Martin. Und freuen uns bereits, wenn wir sie ein weiteres Mal auf ihrem Weg begleiten können.
Diese Rundwanderung verbindet idyllische Natur mit süssem Genuss. Vom Bahnhof Flawil führt der Schoggiweg durchs Botsberger Riet bis ins Chocolarium. Ideal für Familien, die ihre Kinder vor dem Schoggi-Naschen zu etwas Bewegung animieren möchten. Eine Wanderung mit Aussicht – und vielen kleinen Überraschungen: Der Comicweg in Tufertschwil führt durch die Hügellandschaft des Toggenburgs und bringt auch Kinder gerne zum Wandern.
Bei dieser magischen Wanderung in Urnäsch geht es vorbei an Tier- und Fabelwesen aus Holz. Jedes erzählt seine eigene kleine Geschichte. Copyright © St. Galler Tagblatt. Alle Rechte vorbehalten.
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Freizeitaktivität Urnäsch Postauto
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