Mit 19 Jahren sass Tijjani Reijnders noch an der ALDI-Kasse und zweifelte an seiner Fussballkarriere. Heute gehört er zu den bestbezahlten Spielern der Welt. Seinen Wechsel nach Saudi-Arabien und die rund 100 Millionen Euro Verdienst rechtfertigt der Niederländer bemerkenswert offen.
Mit 19 Jahren sass Tijjani Reijnders noch an der ALDI-Kasse und zweifelte an seiner Fussballkarriere. Heute gehört er zu den bestbezahlten Spielern der Welt. Seinen Wechsel nach Saudi-Arabien und die rund 100 Millionen Euro Verdienst rechtfertigt der Niederländer bemerkenswert offen.
Tijjani Reijnders arbeitete mit 19 Jahren noch als Kassierer bei ALDI und kämpfte lange um den Durchbruch im Profifussball. Über AZ Alkmaar und eine Leihe zu RKC entwickelte er sich schliesslich zum niederländischen Nationalspieler. 2023 wechselte Reijnders für knapp 25 Millionen Euro zur AC Milan, später für rund 55 Millionen zu Manchester City. Dort war er mit seiner offensiveren Rolle unter Pep Guardiola jedoch nicht vollständig zufrieden. Nun wechselt der 28-Jährige für rund 61 Millionen Euro zu Al-Qadsiah nach Saudi-Arabien.
Über vier Jahre soll er dort etwa 100 Millionen Euro verdienen und erklärt offen, damit auch kommende Generationen seiner Familie finanziell absichern zu wollen. Mit 19 Jahren erhält Tijjani Reijnders einen Vertrag. Bei der Supermarkt-Kette ALDI.
«Jeden Tag nach der Schule fuhr ich in den Laden», erzählt er gegenüber «Sein Fussballtraum scheint weit entfernt. «Ich hatte in meiner Heimatstadt bei PEC Zwolle unterschrieben, sass aber in den ersten drei Spielen auf der Bank. Bei der U19-Mannschaft. » Kurz darauf wechselt Reijnders zu AZ Alkmaar.
«Aber dann sass ich zwei Jahre lang in der zweiten Mannschaft von AZ fest. Das war schwer: Man ist 21 Jahre alt, sieht, wie Gleichaltrige in die Nationalmannschaft berufen werden, und fragt sich, ob das für einen selbst jemals passieren wird. Man kann nur eine gewisse Zeit lang ein ‹Talent› sein», blickt Reijnders zurück. Doch die Chance kommt nicht.
«In der Mitte meines dritten Jahres wurde ich an den RKC ausgeliehen, der am Tabellenende der Eredivisie stand. Diese sechs Monate haben mir einen Neuanfang ermöglicht. In der folgenden Saison bekam ich ein paar Einsätze in der ersten Mannschaft als Einwechselspieler, aber ich habe nie etwas Besonderes geleistet. » Die magere Bilanz: 22 Spiele, 0 Tore.
Sein Vater – selbst ehemaliger Fussballprofi – fordert ihn mit einer Wette auf, mehr aufs Tor zu schiessen. Das Resultat: In der nächsten Saison gelingen dem zentralen Mittelfeldspieler sechs Treffer. Die AC Milan sichert sich seine Dienste 2023 und überweist kolportiert knapp 25 Millionen Euro an die Holländer. Auch in der Elftal gibt er sein Debüt.
In seinem zweiten Jahr bei den Rossoneri bucht Rejinders 15 Tore , ehe Manchester City lockt. Die Engländer überweisen für ihn Medienberichten zufolge 55 Millionen Euro. Mit Trainer Pep Guardiola spricht er erst bei der Vertragsunterschrift. Reijnders erhält einen Fünfjahresvertrag.
Die erste Spielzeit bei den Citizens verläuft durchaus ordentlich , aber richtig glücklich ist Rejinders bei den Skyblues nicht. Auch weil er unter dem spanischen Star-Trainer oft als offensiver Mittelfeldspieler auf der Zehnerposition ranmuss, obwohl er sich selbst mehr als «klassische Nummer 8» sieht, der sich zwischen den Linien bewegt.
«Während der Saisonvorbereitung merkte ich, dass es bei City wieder in diese Richtung ging. Da begann ich mich zu fragen, ob ich noch eine Saison auf diese Weise spielen wollte. Die ehrliche Antwort lautete: Nein. Ich wollte mich nach etwas anderem umsehen», erklärt Reijnders gegenüber Atlético Madrid und Juventus zeigen Interesse, auch aus England gibt es Anfragen.
Doch keiner kann die finanziellen Forderungen von City erfüllen – bis Al-Qadsiah um die Ecke kommt: Die Saudis können die geforderten 61 Millionen Euro überweisen. Doch der Spieler selbst musste zunächst noch überzeugt werden.
«Viele Leute denken, dass die Karriere als Spitzenfussballer vorbei ist, wenn man sich für einen solchen Schritt entscheidet. Anfangs dachte ich genauso», so Reijnders. Doch die Gespräche mit Al-Qadsiah-Trainer Brendan Rodgers wirken.
«Er sagte mir, dass ich hier problemlos drei oder vier Jahre spielen und danach nach Europa zurückkehren könne. Mittlerweile gibt es genügend Beispiele dafür. Genau das ist auch mein Ziel. »Zusätzliche Motivation für den 28-Jährigen ist das Geld – Reijnders soll in Saudi-Arabien über vier Jahre hinweg rund 100 Millionen Euro verdienen – wie er offen zugibt: «Man kann natürlich immer den moralisch Überlegenen spielen, aber ich glaube, bei einem solchen Angebot würde jeder Ja sagen», sagt Reijnders.
«Nach meiner Karriere möchte ich nicht mehr arbeiten müssen. Schon nach meiner Zeit bei City wäre das nicht nötig gewesen, aber jetzt kann ich auch die kommenden Generationen finanziell absichern. »Reijnders weiter: «Wenn diese Entscheidung bedeutet, dass auch meine Enkel einmal sorgenfrei leben können – warum sollte ich es dann nicht tun? »Der neue Nationaltrainer Xavi kann auch mit der Entscheidung seines Schützlings leben.
«Wenn man die Liga verfolgt, sieht man, dass das Niveau keineswegs schlecht ist. Und wenn ein Spieler dort gute Leistungen zeigt, habe ich kein Problem damit, ihn aufzubieten. » Reijnders spürt unter Xavi eine neue Energie innerhalb des Oranje-Teams.
«Nach der ersten Besprechung hatte ich sofort Lust, auf den Platz zu gehen. Neue Ideen und eine neue Art, Fussball zu spielen. Ich glaube, das tut auch der Mannschaft gut. » Gut möglich, dass Reijnders seinem zweiten spanischen Lehrmeister noch viel Freude machen wird.
Xavi wird sein Debüt als Bondscoach am Donnerstagabend im Nations-League-Heimspiel gegen Deutschland geben. Der Fussball-Klassiker ist auch für Jürgen Klopp die Premiere als Bundestrainer.
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