Die MGM Resorts Aktie fällt nach dem Rückzug der Übernahmeofferte von People Inc um über zehn Prozent. Oracle sichert sich gegen Kosten bei Rechenzentrum ab.
Die Rücknahme eines milliardenschweren Übernahmeangebots hat die Aktien des US-Kasinobetreibers MGM Resorts auf Talfahrt geschickt. Die Titel verloren an der Wall Street um mehr als zehn Prozent auf 33,73 US-Dollar. Damit fielen sie auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten und gaben alle Gewinne seit der Ankündigung der Offerte im Juni wieder ab.
Der Medienkonzern People Inc, der bislang mit einem Minderheitsanteil von 27 Prozent an MGM beteiligt ist, zog sein schweres Angebot zurück, alle restlichen Anteile an dem Kasinobetreiber zu erwerben. Als Grund für den Rückzug nannte Diller, man habe nicht das Gefühl gehabt, dass sich die Dinge so entwickelten, wie man es sich erhofft hatte.
Oracle sichert sich gegen Rechenzentrumskosten ab
Der Software- und Datenbankkonzern Oracle unternimmt Schritte, um sich vor hohen Kosten für ein riesiges Rechenzentrum zu schützen, das derzeit in New Mexico errichtet wird. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet, habe Oracle dem Projektentwickler Blue Owl eine Mitteilung unter Berufung auf höhere Gewalt zugestellt, um damit gegebenenfalls Zahlungen aufzuschieben, falls das Rechenzentrum nicht wie geplant im Jahr 2028 in Betrieb genommen werden könne.
Unternehmen berufen sich üblicherweise auf höhere Gewalt, um von vertraglichen Verpflichtungen entbunden zu werden, wenn unvorhersehbare Probleme auftreten. Oracle beabsichtige, Zahlungen aufzuschieben, falls das Projekt mit dem Namen Jupiter ins Stocken geraten und nicht wie geplant 2028 ans Netz gehen sollte, hiess es im Bloomberg-Bericht weiter. Reuters konnte die Meldung nicht unabhängig überprüfen. Oracle und Blue Owl reagierten zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Das Projekt sei von baulichen Widerständen und behördlichen Rückschlägen geprägt. Oracle wolle sich vor möglichen Kostensteigerungen bei einem grossen Rechenzentrumsprojekt in New Mexico schützen und habe dem Projektentwickler Blue Owl dazu eine Erklärung über sogenannte höhere Gewalt übermittelt, meldete Bloomberg unter Berufung auf Insider.
Anleihemarkt unter Druck: Renditen auf höchstem Stand seit 2004
Eine weitere Verkaufswelle am Anleihemarkt trieb die Renditen 30-jähriger Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 2004. Ausgelöst wurde sie durch die Rücknahme des Übernahmeangebots für MGM Resorts. Laut Simon Wiersma von der ING rückt zudem die Sorge vor einer höheren Inflation wieder in den Mittelpunkt.
Die Warnung eines iranischen Vertreters, dass die geopolitische Lage im Nahen Osten weiter eskalieren und auf noch mehr Regionen übergreifen könnte, hatte die Märkte zusätzlich belastet. Die Aktien von MGM Resorts verbuchten einen Kursrückgang von 9,4 Prozent. Für die Anteilsscheine von Everpure ging es hingegen um fast 18 Prozent nach oben. Der Anbieter von Flash-Speichern und Datenmanagement-Lösungen überzeugte die Anleger mit seinem mittelfristigen Umsatzausblick.
Die Aktie von Everpure wurde zum Verkauf empfohlen. Analyst Steven Enders glaubt, dass die Aktie zuviel vorweggenommen habe, mit Blick auf die Chancen in puncto KI-Strategie des Speicherplatzanbieters. Vor einigen Tagen hatte der Kurs das höchste Niveau seit der Frühphase des Börsengangs im Jahr 2018 erreicht.
Gipfeltreffen und Zinsentscheidung im Fokus
Investoren blickten mit Spannung auf das Gipfeltreffen des US-Präsidenten Donald Trump mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping, bei dem es um die Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI), den Iran-Krieg und die Spannungen um Taiwan gehen soll. Noch vor den für Donnerstag geplanten Gesprächen erklärte US-Finanzminister Scott Bessent, dass die beiden Wirtschaftssupermächte bereits vereinbart hätten, ihren Waffenstillstand im Handelsstreit bis zum 10. Januar zu verlängern.
Diese Verlängerung fiel kürzer aus, als von US-Vertretern im Vorfeld angedeutet worden war, bietet jedoch mehr Zeit, um eine längerfristige Einigung zu erzielen, schrieben die Analysten der ING. Der Leitindex gab am Donnerstagnachmittag um 0,2 Prozent auf 25'352 Punkte nach. Zwischenzeitlich hatte der Leitindex bis zu ein Prozent eingebüsst und damit erneut die 100-Tage-Durchschnittslinie getestet. In der Vorwoche war der Index weiter bergab gegangen, der am Dienstag noch ein Rekordhoch verbucht hatte. Für den technologielastigen Leitindex liegt die Indikation des Brokers IG eine Stunde vor dem Auftakt knapp ein Prozent tiefer bei 30'177 Punkten.
Händler schätzen die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im kommenden Monat inzwischen auf 71 Prozent ein. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe erreichte den höchsten Stand seit 2004.
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