Meta fällt, SMI leicht tiefer: Zinsen belasten die Börsen

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Meta fällt, SMI leicht tiefer: Zinsen belasten die Börsen
SMI, Meta, Anleiherenditen

Der SMI gibt leicht nach, Meta und andere Tech-Werte fallen. Steigende Anleiherenditen und Zinssorgen belasten die Märkte, während Nestlé und Novartis gefragt sind.

Der Schweizer Leitindex SMI gab am Donnerstagnachmittag um 0,2 Prozent auf 25'352 Punkte nach. Zwischenzeitlich hatte er bis zu ein Prozent eingebüsst und damit erneut die 100-Tage-Durchschnittslinie getestet. In der Vorwoche war der Index weiter bergab gegangen, nachdem er am Dienstag noch ein Rekordhoch verbucht hatte.

US-Futures schwächer, Meta unter Druck

Für den technologielastigen US-Leitindex Nasdaq liegt die Indikation des Brokers IG eine Stunde vor dem Auftakt knapp ein Prozent tiefer bei 30'177 Punkten. Meta fällt im vorbörslichen Handel deutlich. Der Kursrückgang steht im Zusammenhang mit einer weiteren Verkaufswelle am Anleihemarkt, die die Renditen 30-jähriger Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 2004 trieb.

Laut Simon Wiersma von der ING rückt die Sorge vor einer höheren Inflation wieder in den Mittelpunkt. Die Warnung eines iranischen Vertreters, dass die geopolitische Lage im Nahen Osten weiter eskalieren und auf noch mehr Regionen übergreifen könnte, hatte die Märkte zusätzlich verunsichert.

Die Gegenbewegung im Technologiesektor zeigt sich vorbörslich bei allen Mitgliedern aus der Gruppe der sogenannten Glorreichen Sieben. Nahe am Vortagsniveau liegend, zeigte sich der Markt relativ robust. Nach dem guten Lauf der vergangenen Tage, den Fantasie für den eigenen KI-Agenten Muse ausgelöst hatte, kam die Aktie von Micron unter Druck. Sie wurde zum Verkauf empfohlen mit dem Argument des Experten Steven Enders, dass die Aktien zu viel vorweggenommen haben für die Chancen, die mit der KI-Strategie des Speicherplatzanbieters verbunden sind. Vor einigen Tagen hatte der Kurs das höchste Niveau seit der Frühphase des Börsengangs im Jahr 2018 erreicht.

Bei MGM Resorts gibt es vorbörslich einen Rückschlag um zehn Prozent. Der bislang mit einem Minderheitsanteil beteiligte Medienkonzern People hat seine Übernahmeofferte für die restlichen Anteile an der Hotel- und Casinokette zurückgezogen.

Nestlé und Novartis gefragt, SNB belässt Leitzins

Der bekannte Anbieter von Flash-Speichern und Datenmanagement-Lösungen überzeugte die Anleger mit seinem mittelfristigen Umsatzausblick. Die entsprechende Zielsetzung für das Jahr 2028 liege über den Erwartungen, hiess es.

Am Mittwoch hatte der Markt stark unter Druck gestanden, was auch vor Handelsbeginn am Donnerstag das Geschehen an der Wall Street bestimmte. Der vorbörsliche Handel verdeutlicht, dass sich die Nervosität noch verstärkt hat. Der VIX-Index ist um 8,3 Prozent gestiegen – ein deutliches Zeichen dafür, dass der Renditeschock vom Mittwoch die Märkte eher verunsichert als beruhigt zurückgelassen hatte. Im Handelsverlauf über Nacht kletterte die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen um weitere 10 Basispunkte, während die Rendite 30-jähriger US-Anleihen auf den höchsten Stand seit 2004 stieg.

John, Präsident der New Yorker Notenbank Fed, erklärte dabei, die Ära der expliziten, sehr direkten Forward Guidance sei vorbei, und verwies auf gestiegene Erwartungen hinsichtlich der Realzinsen als treibenden Faktor für diese Entwicklung.

Der SMI gibt um 0,31 Prozent auf 19'693,18 Punkte nach. Dass sich die Einbussen am Schweizer Markt in Grenzen halten, ist vor allem den Kursgewinnen der Schwergewichte Nestlé und Novartis zu verdanken. Logitech und Partners Group geben mit Verlusten von 0,8 Prozent noch deutlicher nach. Belastet wird die Stimmung von weiterhin hohen Ölpreisen und steigenden Anleiherenditen.

Der Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) beliess ihren Leitzins wie erwartet bei null Prozent. Gleichzeitig erhöhte sie ihre Inflationsprognose nur leicht. Ob damit Zinserhöhungen auch hierzulande in absehbarer Zeit wahrscheinlicher werden, wird von Ökonomen unterschiedlich beurteilt.

Die Aktien der Grossbank (-1,9 Prozent) setzen ihre Vortagesverluste fort. Am Mittwoch hatte sich der Ständerat für eine deutliche Verschärfung der Eigenmittelvorschriften für die Grossbank ausgesprochen.

Ölpreise und Frankreich im Fokus

Die Ölpreise liegen bei je Fass. Experten zufolge sind die Anleger hin- und hergerissen zwischen der Hoffnung auf eine Beilegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran und der Aussicht auf eine vorerst anhaltend angespannte Versorgungslage.

Die Spekulationen auf weitere Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) anheizen. Besonders heftig ist der Ausverkauf in Frankreich, wo die hohe Verschuldung und politische Ungewissheit die Anleger umtreiben. Die Rendite der zehnjährigen französischen Staatsanleihen steigt auf 4,689 Prozent und markiert den höchsten Stand seit Ende Juli 2008. Der Renditeaufschlag, den Anleger für zehnjährige französische Staatsanleihen im Vergleich zu deutschen Papieren verlangen, klettert auf 111 Basispunkte und damit auf den höchsten Stand seit Mitte 2012.

Zusätzlichen Druck bringen die stark gestiegenen Renditen am US-Anleihemarkt. Die Rendite 30-jähriger Treasuries erreichte den höchsten Stand seit 2004. Steigende Renditen machten Staatsanleihen zunehmend attraktiver und könnten Kapital aus Aktien abziehen, heisst es am Markt. Auch robuste Konjunkturdaten stützen die Zinssorgen.

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