Nur 10 Prozent sind mit Bundeskanzler Friedrich Merz zufrieden, 88 Prozent unzufrieden. Der ARD-Deutschlandtrend zeigt historische Tiefstwerte für Kanzler und Regierung.
Bundeskanzler Friedrich Merz verliert weiter an Rückhalt: Nur noch 10 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden, 88 Prozent äußern sich unzufrieden. Das geht aus dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap hervor, über den Apollo News berichtet. Demnach wurde seit Beginn des Deutschlandtrends noch nie ein niedrigerer Zustimmungswert für einen Bundeskanzler gemessen.
Historischer Tiefstwert für Merz
Gegenüber der vorherigen Erhebung verschlechterten sich die Werte nochmals deutlich. Der Anteil der mit Merz Unzufriedenen stieg um fünf Prozentpunkte, während seine Zustimmung um drei Punkte auf 10 Prozent sank. Für die Erhebung befragte Infratest Dimap vom 28. bis zum 30. September insgesamt 1303 Wahlberechtigte in Deutschland.
Die niedrigen Werte für den Kanzler sind ein Novum in der Geschichte des Deutschlandtrends. Bisher hatte kein Bundeskanzler derart schlechte Zustimmungswerte erreicht. Die Unzufriedenheit mit Merz hat somit ein Ausmaß erreicht, das in der Geschichte der Umfrage beispiellos ist.
Regierung und Koalition schwach bewertet
Auch die Bundesregierung erreicht sehr niedrige Werte. 89 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Koalition weniger oder gar nicht zufrieden. Lediglich 10 Prozent bewerten sie positiv. Das schlägt sich auch in der Sonntagsfrage nieder.
Die Union verliert einen Punkt und kommt auf 20 Prozent – laut Apollo News ihr schwächster Wert seit mehr als fünf Jahren. Die AfD liegt unverändert bei 27 Prozent. Die Grünen gewinnen einen Punkt und erreichen 16 Prozent, die SPD kommt auf 13 Prozent. Die Linke liegt bei 11 Prozent, die FDP bei 4 Prozent. Damit liegt die Union in dieser Umfrage sieben Prozentpunkte hinter der AfD.
Einzelne Minister mit besserer Zustimmung
Einzelne Mitglieder der Bundesregierung schneiden persönlich deutlich besser ab als der Kanzler. Außenminister Johann Wadephul (CDU) erreicht 34 Prozent Zustimmung, Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) 27 Prozent. Bei den SPD-Ministern kommen Finanzminister Lars Klingbeil auf 20 Prozent und Arbeitsministerin Bärbel Bas auf 17 Prozent.
Die Werte zeigen, dass die Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit insgesamt groß ist, aber einige Minister persönlich noch Vertrauen genießen. Besonders der Außenminister und der Innenminister erhalten vergleichsweise hohe Zustimmungswerte, während die Zustimmung für den Kanzler und die Koalition insgesamt auf einem historischen Tiefstand liegt.
Die Umfrage wurde vom 28. bis 30. September unter 1303 Wahlberechtigten durchgeführt. Die Ergebnisse deuten auf eine anhaltende Schwäche der Union und eine stabile Stärke der AfD hin. Die Regierungsparteien SPD und Grüne können leichte Zugewinne verzeichnen, während die FDP weiterhin knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert.
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