Martina Voss-Tecklenburg ist zurück in der Schweiz – und hat mit dem FCZ viel vor

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Martina Voss-Tecklenburg ist zurück im Schweizer Fussball. Die ehemalige Nationaltrainerin erklärt, weshalb sie sich für die FCZ-Frauen entschieden hat, welche Rolle ihre Familie dabei spielte – und mit welchen Ambitionen sie ihre neue Aufgabe angeht.

Startrainerin legt losMartina Voss-Tecklenburg ist zurück im Schweizer Fussball. Die ehemalige Nationaltrainerin erklärt, weshalb sie sich für die FCZ-Frauen entschieden hat, welche Rolle ihre Familie dabei spielte – und mit welchen Ambitionen sie ihre neue Aufgabe angeht.

Die vierfache Europameisterin Martina Voss-Tecklenburg übernimmt die FCZ-Frauen und kehrt damit in den Schweizer Fussball zurück. Die Nähe zu ihrer Familie in Düsseldorf und der Wunsch, wieder auf dem Platz zu arbeiten, waren entscheidend, so die ehemalige Nationaltrainerin der Schweiz und Deutschlands. Die 58-Jährige will nicht nur die erste Mannschaft weiterentwickeln, sondern auch den Nachwuchs einbeziehen. Und natürlich will sie mit den FCZ-Frauen auch Titel gewinnen.

«Ich habe die Schweiz immer im Herzen getragen», sagt Voss-Tecklenburg bei ihrer Vorstellung in Zürich. Zwischen 2012 und 2018 war sie Trainerin der Schweizer Nationalmannschaft und führte diese unter anderem erstmals an eine WM und eine EM. Den Kontakt zur Schweiz habe sie seither nie verloren. In den vergangenen zwei Jahren habe es verschiedene Möglichkeiten für eine Rückkehr in den Fussball gegeben.

Angebote seien aus dem Ausland gekommen, auch Tätigkeiten als Sportdirektorin seien ein Thema gewesen. Doch vieles habe nicht zu ihrer Lebenssituation gepasst. Beim FCZ sei das anders. Zürich sei von ihrer Heimat Düsseldorf schnell erreichbar.

Für Voss-Tecklenburg, die sich selbst als Familienmenschen bezeichnet, war dies ein wichtiger Faktor. Gleichzeitig habe sie gemerkt, dass sie wieder auf den Platz wolle.

«Ich sehe meine Kernkompetenz immer noch auf dem Platz. »Beim FC Zürich ist ihre Aufgabe zunächst klar definiert: Voss-Tecklenburg, die als Spielerin unter anderem vier EM-Titel mit Deutschland gewann, wird Cheftrainerin der ersten Frauenmannschaft. Sie will ihren Einfluss allerdings nicht darauf beschränken. Die 58-Jährige möchte auch den Nachwuchs kennenlernen, Trainings anderer Teams beobachten und sich mit den Verantwortlichen im gesamten Verein austauschen.

Dabei gehe es ihr nicht darum, beim FCZ alles umzukrempeln. Vielmehr wolle sie zunächst beobachten und herausfinden, wo sich etwas optimieren lasse. Die Voraussetzungen beurteilt sie positiv. Das Team habe in den vergangenen Wochen einen guten Eindruck hinterlassen.

In der Tat haben die FCZ-Frauen in dieser Saison noch kein einziges Spiel verloren und belegen hinter Double-Sieger Servette Chênois Platz 2. Voss-Tecklenburg sieht eine interessante Mischung aus erfahrenen Spielerinnen und jungen Talenten – und viel Potenzial im Nachwuchs. Sportlich formuliert sie einen hohen Anspruch: «Das Ziel muss es sein, wieder berechtigterweise um Titel mitzuspielen und vielleicht auch den einen oder anderen Titel zu holen.

» Mindestens ebenso wichtig sei ihr jedoch die Art und Weise, wie man ans Ziel kommen will. Der FCZ soll für etwas stehen und eine eigene Identität entwickeln. Voss-Tecklenburg sprach bei ihrer Vorstellung auch über die Zeit nach ihrem Ende als deutsche Bundestrainerin. Nach ihrem gesundheitlichen Zusammenbruch nach der WM 2023 sei es zunächst wichtig gewesen, Abstand zu gewinnen und sich die Frage zu stellen: «Was will ich überhaupt noch, welche Projekte interessieren mich?

» Ein Jahr lang habe sie den Fussball nicht besonders vermisst. Später näherte sie sich dem Sport wieder an, gründete unter anderem zusammen mit ihrem Schwiegersohn eine private Fussballschule und stand mit Kindern auf dem Platz. Dabei habe sie gemerkt, dass die Energie noch immer vorhanden sei – unabhängig davon, ob sie mit einem achtjährigen Kind oder einer Nationalspielerin arbeite. Auch eine erneute Tätigkeit als Nationaltrainerin wäre möglich gewesen.

Voss-Tecklenburg sagt, es habe vor der EM ein interessantes Angebot aus dem nahen Ausland gegeben. Sie habe sich aber bewusst gefragt: «Brauche ich das noch für mein Glück? Und die Frage habe ich mit Nein beantworten können. » Entscheidend sei vielmehr, ein Projekt zu finden, zu dem sie sich vollständig bekennen könne.

Dieses Projekt sieht sie nun beim FC Zürich. Direkt ins Tagesgeschäft eingreifen wird Voss-Tecklenburg zunächst nicht. Beim bevorstehenden Derby am Freitag gegen GC wird sie nämlich noch nicht an der Seitenlinie stehen. Stattdessen will sie die Abläufe beobachten, die Spielvorbereitung verfolgen und sich auf der Tribüne ein eigenes Bild machen.

Erst danach beginnt ihre Arbeit als Cheftrainerin so richtig. Bis zu ihrer Ankunft hatte sie bewusst nur mit wenigen Spielerinnen Kontakt, die sie bereits kannte. Sie wolle die Mannschaft und die Spielerinnen persönlich kennenlernen und ausführliche Vier-Augen-Gespräche führen, statt sich vorab mit kurzen Telefonaten ein Bild zu machen. Den Start erleichtern dürfte ihr auch, dass Interimstrainer Alessandro Mangiarratti und sein Team «einen riesigen Job gemacht» haben.

Darauf könne sie nun aufbauen.

«Jetzt liegt der Druck eigentlich bei mir. » Erstmals an der Seitenlinie stehen wird Voss-Tecklenburg dann nach der Nationalmannschaftspause am 16. Oktober im Spiel gegen St.Gallen. Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.

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