- Mannomann! Ist das «starke» Geschlecht nur noch Mangelware?

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Klassisch «männliche» Tugenden haben es derzeit nicht leicht. Vor allem nicht solche, die mit dem «alten Europa» und seinen «weissen» Eliten verbunden sind. Denn die globale Zukunft, sie soll vor allem weiblich sein – divers, empathisch, konsensorientiert.

Ich bin Jahrgang 1961. Wenn ich mich in meine Kindheit zurückversetze, erinnere ich mich an die Zeit der klassischen Rollenverteilung. Mein Vater gab den Tarif durch. Für alle. Ohne Diskussion.Personen-Box aufklappen Personen-Box zuklappen Franz Kasperski ist Redaktor und betreibt in der Zürcher Altstadt die GeschichtenBäckerei: ein kleines Kulturzentrum für alle, die schreiben .

Keine heilige Instanz in der FrauenfrageIch erinnere mich an den katholischen Priester, der uns Messdienern im Sommer gerne unter den Messdienerrock fasste: «Kratzt das nicht an den nackten Beinen?» und der meinte, die eigentliche Krone der Schöpfung seien Männer. «Frauen sind unrein und müssen einmal im Monat aufs Feld stehen und die Unreinheit ausbluten lassen», zitierte unser Pfarrer gerne einen Kirchenvater.

Die Grenzen des frauenbewegten MannesSpäte 1970er-Jahre. Natürlich wollte ich kein «Pascha» sein wie mein Vater. Ich wurde ein frauenbewegter Mann, las die «Emma», Frauenliteratur von Silvia Plath, Virginia Woolf, Gabriele Wohmann bis Karin Struck und scheiterte beim Versuch, einen Frauenbuchladen zu betreten. Tage später stand ein selbstgemaltes Schild vor dem Laden: «Männer müssen draussen bleiben.» Schade.

Sie fanden es «lääääässig» – ich hasse dieses «lässig» mit fünf «ä» –, dass ich da bin, «wo sich die wirklich wichtigen Dinge im Leben abspielen». «Ja wenn die Dinge so wichtig sind, warum seid ihr dann nicht da?» – «Ich kann’s mir nicht aussuchen.» Das waren die Dialoge bei Light-Zigaretten. In meinem Alltag sind Geschlechterzuschreibungen aufgelöst: Stärke, Empathie, Tränen, Durchsetzungsfähigkeit sind für mich keinem Geschlecht zugeordnet. Autor: Franz Kasperski In dieser Zeit waren die Rollenmuster aufgebrochen, das Männerbild und die Erwartungen wurden vielfältiger. Die klassischen Vorstellungen existierten weiter, als müsse Mann beides sein: retro und modern. Bei den Frauen genauso.

Einiges schien faul um mich herum. Bei einigen Paaren in meinem Bekanntenkreis flog in der Zeit der Mittvierziger- und Anfangsfünfziger-Krise jede Menge Geschirr. Das begann damit, dass sich die Männer schwere Motorräder kauften. Der Ruf der Freiheit und des Abenteuers hatte sie wieder ereilt, sie wurden Jäger und Ritter, zogen aus der ehelichen Wohnung aus und bald sass eine Jüngere hinten auf dem Motorrad.

Mängelliste MannWas mir noch auffällt, ist, dass in meiner Kindheit und Jugend Männer waren, wie sie eben sind. Heute gibt’s das so nicht mehr, «der Mann» als homogene Kategorie. Mir scheint, seit 15 Jahren wird «der Mann» als Mängelliste bewirtschaftet unter Überschriften wie: der «verwirrte Mann», der «überforderte Mann», der «ermüdete Mann», der «toxische Mann».

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