Martha Lillard, die wahrscheinlich letzte Person, die noch auf eine Eiserne Lunge angewiesen war, ist im Alter von 78 Jahren in Oklahoma gestorben. Sie hatte das Gerät seit einem Polio-Ausbruch 1953 genutzt. Ihr Tod markiert das Ende einer Ära, da Ersatzteile und Fachpersonal für die historischen Beatmungsgeräte kaum noch verfügbar sind.
Martha Lillard, vermutlich die letzte Nutzerin einer Eisernen Lunge, ist im Alter von 78 Jahren in Oklahoma verstorben. Sie war seit einem Polio -Ausbruch im Jahr 1953 auf das historische Beatmungsgerät angewiesen.
Ihr Tod markiert das Ende einer medizinischen Ära, denn Ersatzteile und Techniker für die alten Geräte sind kaum noch verfügbar. Lillard war eine von vielen, die in den 1940er und 1950er Jahren an Kinderlähmung erkrankten. Die Infektion lähmte große Teile ihres Körpers und schädigte ihre Atemmuskulatur dauerhaft. Trotz ihrer schweren gesundheitlichen Einschränkungen blieb sie selbstständig und kreativ: Sie malte, schrieb Gedichte und komponierte Musik am Klavier.
Während andere Polio-Überlebende später auf moderne Beatmungsgeräte umsteigen konnten, blieb Lillard auf die Eiserne Lunge angewiesen. Sie hatte verschiedene Alternativen ausprobiert, doch keine bot ihr die nötige Unterstützung beim Atmen, wie sie noch wenige Tage vor ihrem Tod dem Lokalsender KFOR mitteilte. Zuletzt verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand, auch infolge von Langzeitauswirkungen zweier Covid-19-Infektionen. Gleichzeitig wurde die Wartung des jahrzehntealten Geräts, das sie rund um die Uhr benötigte, immer schwieriger.
Ersatzteile aus den 1940er-Jahren waren kaum noch zu beschaffen, und es fand sich niemand mehr, der das Gerät reparieren konnte, wie ihre Schwester gegenüber KFOR berichtete. Erst im März 2024 war mit Paul Alexander ein weiterer bekannter Nutzer der Eisernen Lunge im Alter von 78 Jahren gestorben, der mehr als 70 Jahre damit gelebt hatte. Die Eiserne Lunge ist ein großer Metallzylinder, der Patienten durch Druckveränderungen beim Atmen unterstützt.
Das Gerät wurde vor der Einführung wirksamer Polio-Impfstoffe in den 1950er-Jahren zu einem Symbol für die Krankheit, die vor allem bei Kleinkindern dauerhafte Lähmungen hervorrufen und zum Tod führen kann. Das Virus wird oft über verunreinigtes Wasser verbreitet, eine Heilung gibt es nicht. Durch engagierte Impfkampagnen in den vergangenen Jahrzehnten gilt Polio seit Jahren als weltweit nahezu ausgerottet. Die WHO schätzt, dass dadurch bis heute rund 20 Millionen Menschen vor einer Lähmung und anderthalb Millionen vor dem Tod bewahrt wurden.
Lillards Tod unterstreicht, wie sehr sich die Medizin seit den großen Polio-Epidemien gewandelt hat, und er ist ein trauriges Kapitel für die letzten Patienten, die von dieser Technologie abhängig waren
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