Nach der Absage für den Bau einer Kantonsschule am Zeughausareal prüft die Stadt Lenzburg dieses Gelände sowie die Schützenmatte gleichwertig als dritten Schulstandort. Der Stadtrat strebt eine Entscheidung bis Ende Jahr an, um den steigenden Bedarf an Schulraum ab dem Schuljahr 2028/29 ohne Provisorien zu decken.
Die Stadt braucht mehr Schulraum. Nach der Kanti-Absage will Lenzburg die neue Ausgangslage nutzen und Klarheit schaffen. Das Zeughausareal ist als Standort für eine neue Kantonsschule vom Tisch.
Angrenzend dahinter befindet sich das Schulareal Lenzhard. Nach der Kanti-Absage für das Zeughausareal prüft die Stadt nun dieses Areal und die Schützenmatte gleichwertig. Die Wahl ist wichtig, weil ab 2028/29 zusätzlicher Schulraum gebraucht wird und Provisorien vermieden werden sollen. Auf die lange Bank schieben will der Lenzburger Stadtrat den Entscheid nicht: Bis Ende Jahr soll definitiv klar sein, wo der neue, dritte Schulstandort realisiert wird.
«Wichtig ist, dass wir vorwärts machen», sagt Stadtpräsident Andreas Schmid. Denn der Bedarf an zusätzlichem Raum für die Primarstufe zeichne sich bereits ab dem Schuljahr 2028/29 ab. Diesen Engpass gelte es rechtzeitig zu beheben – um möglichst auf Provisorien verzichten zu können. Für das Schuljahr 2035/36 fallen laut Prognosen dann zusätzlich neu vier Kindergärten, 16 Primarschul- und 15 Oberstufenklassen an.
Weiter entsteht ein zusätzlicher Bedarf an zwei Schulsporthallen für die Primarstufe sowie vier Schulsporthallen für die Oberstufe.dass die neue Kantonsschule in Windisch gebaut wird – und nicht auf dem in Bahnhofsnähe gelegenen Zeughausareal in Lenzburg. Für dieses bestand seit 2022 ein Vorvertrag für das Baurecht.
«Diese Absage eröffnet uns neue Möglichkeiten», sagt Schmid. «Wir wollen die Entwicklung als Chance nutzen, um für Lenzburg die beste Lösung für unseren Schulraum zu finden. »Für das Zeughausareal wird nun – wie für die Schützenmatte bereits erfolgt – eine Nutzwertanalyse durchgeführt.
«Wir wenden die gleichen Kriterien an, um eine Vergleichsmöglichkeit zu haben und eine fundierte Entscheidung treffen zu können», hält der Stadtpräsident fest. «Wir wollen keine Zeit verlieren. » «Wir wollen die neuste Entwicklung als Chance nutzen», sagt Stadtpräsident Andreas Schmid. Das Bild entstand an der Einweihung des neuen Gebäudes des Weiterbildungszentrums.
In einer Medienmitteilung vom Freitag weist die Stadt darauf hin, dass die Abklärungen für das Zeughausareal bereits vertieft werden. Es zeige sich, dass sich der Standort insbesondere für die Heilpädagogische Schule eigne wie auch für einen zusätzlichen Primarschulstandort sowie als Ergänzung zum benachbarten Oberstufenstandort Lenzhard. Noch zu beantworten seien die raumplanerischen Fragen, «insbesondere die Bewilligungsfähigkeit der Schulnutzung». Ebenfalls zu klären sei, ob und zu welchen Bedingungen die Ortsbürgergemeinde ihr Zeughausareal zur Verfügung stellen will.
Knapp 20'500 Quadratmeter gross ist die Parzelle. Dieser neue Standort würde auch Spielraum bieten für die Optimierung der bestehenden Anlage Lenzhard, führt die Stadt in der Medienmitteilung weiter aus. Für ein Gesamtsanierungskonzept für das Schulareal Lenzhard. In diesem Rahmen wird nicht nur geprüft, welche Gebäude erhaltenswert sind, sondern auch, wo bauliche Verdichtungen, Umnutzungen oder ergänzende Ersatzneubauten sinnvoll sind.
Auf Basis dieser Erkenntnisse werde sich nun herausstellen, ob und welche Erweiterungen der Oberstufe auf dem Zeughausareal geplant werden können, um beide Standorte optimal aufeinander abzustimmen, steht in der Medienmitteilung. Bei den Kindergärten hält der Stadtrat an der dezentralen Organisation fest.
«Aus schulorganisatorischen Gründen sollen diese künftig minimal als Doppelkindergartenstandorte geführt werden. Hierfür stehen genügend Optionen offen, die in die Planung aufgenommen werden», heisst es dazu in der Medienmitteilung. In dieser wird Stadtpräsident Schmid folgendermassen zitiert: «Unser Ziel ist es, eine Schulraumentwicklung zu realisieren, die für die Schülerinnen und Schüler eine gute Lernumgebung bietet, für die Lehrpersonen attraktiv ist und für die Stadt realistisch ist. ».
Diese ist zwar von Bedeutung für das gesellschaftliche und kulturelle Leben der Stadt – aber sanierungsbedürftig. Das Tragwerk weist Feuchtigkeitsschäden auf, der Blitzschutz reicht nicht mehr aus. Mit einem neuen Schulstandort an dieser Lage machte der Stadtrat den Neubau einer Dreifach-Turnhalle zum Thema. Und ohne?
Stadtpräsident Andreas Schmid verweist auf Nachfrage auf den Kredit von 250'000 Franken, der vom Einwohnerrat im März dieses Jahres bewilligt wurde: für die gezielte Ertüchtigung der Mehrzweckhalle, um die schwersten Mängel zu beheben und die Räumlichkeiten für die nächsten fünf Jahre betreiben zu können. Was danach passiere, stehe aktuell nicht fest, so Schmid. Für das sanierungsbedürftige Gebäude werde ein separates Projekt lanciert.
Von der veralteten Schliessanlage bis zum kritischen Dachstuhl: Lenzburg plant, in den Unterhalt von städtischen Gebäuden zu investieren – und beim Personal aufzustocken. Die Schützenmatte wird dritter Schulstandort – Stadtrat zeigt sich erfreut über PerspektivenCopyright © Aargauer Zeitung. Alle Rechte vorbehalten. Eine Weiterverarbeitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung zu gewerblichen oder anderen Zwecken ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von Aargauer Zeitung ist nicht gestattet.
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