Jared Kushner verhandelt über die Zukunft von Gaza, während seine Firma Affinity Partners von Investitionen in israelische Rüstungsunternehmen profitiert, die am Gazakrieg verdienen.
Jared Kushner, Schwiegersohn von Donald Trump, führt Gespräche über die Zukunft von Gaza und soll das Friedensabkommen, das Trump bereits im September vergangenen Jahres verkündet hatte, zum Ziel führen. Gleichzeitig profitiert seine Private-Equity-Firma Affinity Partners von Unternehmen, die am Gaza krieg verdienen. Kushner entgeht der Offenlegungspflicht, weil er offiziell kein Regierungsamt bekleidet.
Kushners Rolle als ehrenamtlicher Gesandter
Jared Kushner ist offiziell ehrenamtlicher Gesandter und bekleidet keine Regierungsposition. Wäre er Teil der Regierung, würde ihn das zur Offenlegung seiner Finanzen verpflichten. Diese Konstellation ermöglicht es ihm, seine diplomatische Tätigkeit und seine geschäftlichen Interessen parallel zu verfolgen, ohne die üblichen Transparenzauflagen zu erfüllen.
Laut einem Bericht von CNN hat Kushners Firma Affinity Partners kurz vor Trumps Amtsantritt im vergangenen Jahr die Investition in Phoenix Financial verdoppelt. Phoenix Financial ist ein in Tel Aviv ansässiges Unternehmen, das Hunderte Millionen Dollar in Elbit Systems investiert hat, einen israelischen Rüstungskonzern, der unter anderem vom Gazakrieg profitiert.
Investitionen in Rüstungsunternehmen
Kushner selbst habe Phoenix Financial als beste Investition seiner Firma bezeichnet. Sie hält zwar keine direkten Anteile an den neun von CNN identifizierten Unternehmen, die Firma profitiert jedoch davon, wenn Phoenix Financial Gewinne erzielt. Die Investments von Affinity Partners sind bisher offenbar nicht aufgeflogen, weil Kushner eine Überprüfung des potenziellen Interessenkonflikts umgangen hat.
Kushners Anwalt erklärte gegenüber CNN, der Schwiegersohn des Präsidenten habe niemals an den Entscheidungen von Phoenix über Investitionsziele mitgewirkt oder diese geleitet. Außerdem habe er keinerlei Beteiligung an der Entscheidung zum Kauf, zum Halten oder zum Verkauf eines der neun von CNN hervorgehobenen Unternehmen. Laut dem Anwalt sei jede Andeutung, dass Jareds diplomatische Tätigkeit die Investitionen von Phoenix Financial in die von CNN genannten Unternehmen beeinflusst habe, falsch.
Kushners Dialog mit Phoenix Financial
CNN berichtet, dass Kushner selbst im vergangenen September gegenüber Forbes erklärte, er pflege einen sehr aktiven Dialog mit Phoenix Financial und treffe sich alle paar Wochen mit deren Führung. Das sei laut Kushners Anwalt korrekt, doch Kushners Kontakt zur Geschäftsführung von Phoenix Financial sei deutlich zurückgegangen. Das, seit Kushner sich wesentlich stärker in ehrenamtlichen gemeinnützigen und diplomatischen Aktivitäten engagiert.
Die Enthüllung wirft Fragen auf, wie Kushner seine diplomatische Mission, das Friedensabkommen für Gaza voranzutreiben, mit seinen finanziellen Interessen vereinbart. Während er offiziell als Vermittler auftritt, profitiert sein Unternehmen von Investitionen in Unternehmen, die direkt oder indirekt am Krieg verdienen.
Das Friedensabkommen, das Trump im September vergangenen Jahres verkündet hatte, ist bislang nicht umgesetzt. Kushner soll nun die Gespräche über die Zukunft von Gaza führen und das Abkommen zum Abschluss bringen. Ob seine geschäftlichen Verflechtungen dabei eine Rolle spielen, bleibt offen.
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