Künstliche Intelligenz im Aargau: Spitäler erproben neue Therapien

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Künstliche Intelligenz im Aargau: Spitäler erproben neue Therapien
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Im Aargau werden an Spitälern bereits neue Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz erprobt. Die Palette reicht von Diagnosen bis zu Entlastung im Spitalalltag.

Könnte man Lungenkrebs verhindern, bevor dieser überhaupt entsteht? Warum verlieren Personen trotz «Abnehmspritzen» kein Gewicht? Für solche Fragen haben Spitäler im Aargau bereits Antworten gefunden.

Die Palette an Entdeckungen ist gross. Das Interesse an den Innovationen aus dem Aargau war gross. Im Hörsaal des Aarauer Kantosspitals wurden sechs aktuelle Projekte vorgestellt. Der Aargau will sein Potenzial als Nährboden für Innovationen nutzen.

Der Kanton liegt geografisch zwischen den Zentren Zürich und Basel, nahe an der ETH und an den Pharmaunternehmen, führt mit der FHNW eine eigene Fachhochschule, ein Hightech Zentrum, dazu in Villigen das Paul Scherrer Institut und den Park Innovaare. Dazu zwei grosse, moderne Kantonsspitäler: das KSA und das KSB. Dort können einerseits Neuerungen erprobt werden.

Andererseits geben gerade die direkten, praxisnahen Rückmeldungen der Spitäler Hinweis darauf, wo Optimierungsbedarf besteht und was den Patienten wie dem Personal aktuell besonders dienen würde. Weitere Gesundheitseinrichtungen wie die Klinik Barmelweid, die PDAG, die Reha Rheinfelden oder das Spital Muri gelten ebenfalls als Partner. Dazu Grossunternehmen wie Siemens, die Lenzburger Informatikfirma Hint AG und mehrere Start-ups.

«Auch in mir steckt ein kleiner Hypochonder»: Der Aargauer Wirtschaftsdirektor Dieter Egli hob die Bedeutung der Innovationen im Gesundheitsbereich für den Kanton hervor. «Ihre Arbeit sorgt mit dafür, dass der Aargau über seine Grenzen hinaus als Innovationsstandort wahrgenommen wird», sagte Volkswirtschaftsdirektor Dieter Egli bei der Eröffnung vom «Inno Health»-Anlass im Kantonsspital Aarau. Sechs aktuelle Projekte wurden dort vorgestellt. Projekt 1: Mit KI in die Zukunft vorausschauenKSA-Oberarzt Tician Schnitzler und sein Team nutzen Künstliche Intelligenz für das Lesen von Röntgenbildern.

Sich anbahnende Lungenerkrankungen wie Krebs können dadurch schon Jahre im Voraus erkannt werden. Dies habe bereits in mehreren Fällen zu einer besseren Diagnose geholfen. Kleine Tumore konnten entfernt werden, bevor sie unoperierbar geworden wären.

«Wir nutzen KI nicht nur, sondern entwickeln KI auch», erklärte er. Welche Räume im Spital sind derzeit verfügbar, wo sind die Geräte gerade? Solche sehr praktischen Fragen beschäftigen Spitalangestellte ständig. Daten dazu wären vorhanden, oft sind diese aber nicht vernetzt.

Ein Projekt von KSB, den Firmen Hey Patient und Siemens sowie dem Dachverband Digital Switzerland will das Datenchaos bündeln und den Spitalalltag optimieren. Auch ein älteres Spital könne zu einem «Smart Hospital» werden, sagte Philipp Schaad vom KSB. Die Technologie dafür sei bereits da. Durch neue Therapieansätze soll der Einsatz von Schmerzmitteln, die opiumartige Wirkstoffe enthalten, verringert werden können.

Dies dank Zusammenarbeit von Ärzten und Apothekern während der Therapie.

«Schmerz ohne Sucht» lautet ein entsprechendesSchon heute entlastet KI die Patientenadministration am KSA spürbar, sagte Finanzdirektor Christian Rittmann. Dies mit einem Einsparungspotenzial in der Höhe von rund einer Million Franken im Jahr, so das Ziel des Projekts. Die Angestellten werden entlastet und auch die Qualität des Spitalbetriebs soll steigen.

«Eine fertige Lösung gab es nicht, deshalb haben wir sie selbst für das KSA entwickelt. »Dass nicht alle Menschen gleich gut auf Diäten reagieren, ist bekannt. Doch warum auch die sogenannten Abnehmspritzen nicht bei allen gleich gut wirken, das wollte das KSA erforschen. Ärztin Katja Fredriksson hat mit ihrem Team Stoffwechselanalysen bei ihren Patienten durchgeführt und feststellen können, dass die Insulinresistenz der Schlüssel ist.

Je insulinresistenter die Patienten sind, je mehr ungesundes Fettgewebe sie haben, desto schlechter sprachen sie auf das Medikament Semaglutid in den Spritzen an.

«Das wurde so in keiner anderen Studie bisher gezeigt. »Sensoren analysieren menschliche Hustengeräusche und können genau sagen, wie hoch ein Erkrankungsrisiko ist. Peter Tinschert von der Firma Resmonics setzt diese am KSB bereits ein. Jeder kennt das: Man sitzt in einem Bus, es wird gehustet und geniest.

Das Empfinden, dass Viren im Raum schwirren, steigt.

«Wir haben uns gefragt, wie wir das objektiv erfassen können», sagte Peter Tinschert, Chef der Firma Resmonics. Sie hat Sensoren hergestellt, die dank KI das Infektionsrisiko in Räumen messen können. Dafür wird das Husten der Personen aufgenommen und als Frühwarnsystem genutzt. Durch die Echtzeitinformationen aus dieser Art digitalem Ohr können frühzeitig Infektionen erkannt, Gefahren für andere gebannt und die Spitalhygiene gezielter eingesetzt und so entlastet werden.

Im KSB kommen die Sensoren bereits zum Einsatz. Das Sparpotenzial für ein Spital mit 400 Betten schätzt Peter Tinschert auf bis zu 570'000 Franken im Jahr. Für 25'000 Franken im Jahr macht die Stadt an einem Projekt mit, das von den beiden Kantonsspitälern, der Stadt Baden und dem Kanton gegründet wurde.

Krebs bekämpfen dank Technologie aus Baden: Die Firma Varian rettet Leben auf der ganzen Welt Bei der Übernahme der Strahlentherapie-Sparte der ehemaligen BBC arbeiteten noch 45 Menschen am Standort Baden-Dättwil. Heute beschäftigt die Nachfolgefirma Varian dort 400 Personen. Baden festigt dadurch zunehmend die Stellung als Medtech-Zentrum der Schweiz. Copyright © Aargauer Zeitung.

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