Ein Reddit-Post löst eine Debatte über Leerlauf im Büro aus. Schweizer Daten zeigen: Jeder vierte Angestellte langweilt sich im Job – doppelt so viele wie 2016.
Ein Reddit-Post löst eine Diskussion aus, wie viel von einem achtstündigen Arbeitstag tatsächlich gearbeitet wird. Viele User berichten, ihre Aufgaben bereits nach zwei bis vier Stunden erledigt zu haben – der Rest sei Leerlauf.
Laut Schweizer HR-Barometer langweilt sich fast ein Viertel der Angestellten bei der Arbeit – doppelt so viele wie vor zehn Jahren.? Nach eigener Einschätzung nur einen Bruchteil davon.
«Mindestens die Hälfte der Zeit verbringe ich mit Nachrichten lesen», schreibt ein Mann auf Reddit. Seine eigentliche Arbeit in einerarbeiten. Sein Eindruck: Einige seien gerade einmal zwei bis drei Stunden am Tag tatsächlich beschäftigt. Mit seiner Frage, wie viel andere während eines Arbeitstags wirklich arbeiten, löst er eine Diskussion aus.
Viele Antworten zeigen: Mit seiner Erfahrung ist er offenbar nicht allein. Ein User aus der IT schreibt, dass es zwar Tage mit vielen Problemen gebe. An normalen Tagen könne er seine Arbeit aber auch in vier bis sechs Stunden erledigen. Grossraumbüro, volle Besetzung – doch wie viele der Angestellten arbeiten wirklich konzentriert?
Laut HR-Barometer langweilt sich fast ein Viertel zumindest manchmal. Ein anderer stimmt den zwei bis drei Stunden tatsächlicher Arbeit zu. Nur während einzelner Spitzen im Herbst und zu Jahresbeginn arbeite er über mehrere Wochen tatsächlich 40 Stunden unter hoher Auslastung. Für ihn stellt sich deshalb die Frage, ob das klassische 40-Stunden-Modell für gewisse Bürojobs überhaupt noch zeitgemäss ist.
Besonders frustrierend scheint dabei nicht nur zu viel, sondern auch zu wenig Arbeit zu sein. Der Verfasser des ursprünglichen Posts schreibt, dass er täglich zehn Stunden im Büro verbringen müsse. Mindestens die Hälfte davon verbringe er aber nicht mit Arbeit. Auf Dauer empfinde er das als «sehr zermürbend».
Dass Leerlauf im Job auch in der Schweiz ein Thema ist, zeigen die jüngsten Daten des Schweizer HR-Barometers von ETH Zürich, Universität Luzern und HSLU: Fast ein Viertel der befragten Beschäftigten gab an, sich bei der Arbeit zumindest manchmal zu langweilen. Zehn Jahre zuvor waren es erst 12 Prozent. Für die Untersuchung wurden über 2000 Angestellte aus der ganzen Schweiz befragt.
Gleichzeitig verbringen Vollzeitbeschäftigte hierzulande nach wie vor viel Zeit bei der Arbeit: Laut Bundesamt für Statistik arbeiteten sie zuletzt durchschnittlich 40 Stunden und 3 Minuten pro Woche. Wie viele dieser Stunden tatsächlich produktiv genutzt werden, sagen die Zahlen allerdings nicht aus. Doch längst nicht alle können über zu wenig Arbeit klagen. Ein User schreibt, in seinem Betrieb herrsche seit Jahren eine angeblich vorübergehende «Ausnahmesituation».
Er wisse teilweise nicht, wie er alle Aufgaben erledigen solle, weil ständig neue dazukämen. Ein paar langweilige Wochen würde er sich sogar wünschen. Auch im Büro kann die Auslastung stark schwanken. Eine Person aus der IT-Qualitätssicherung berichtet, dass sie in manchen Monaten bereits nach vier Stunden fertig sei.
In den vergangenen drei Monaten hätten dagegen selbst acht Stunden pro Tag nicht ausgereicht. Auch Berufsgruppen ausserhalb des Büros mischen sich ein: Ein Lehrer schreibt, er arbeite tatsächlich mehr als 40 Stunden pro Woche und komme tagsüber teilweise kaum zum Essen. Andere Berufsgruppen reagieren noch deutlicher. Ein Lehrer schreibt, er arbeite tatsächlich mehr als 40 Stunden pro Woche.
Tagsüber komme er teilweise kaum zum Essen. Auch ein Schlosser erklärt, dass er Vorgabezeiten einhalten müsse – viel Spielraum für Leerlauf gebe es deshalb nicht. Wie ist das bei dir? Wie viele Stunden deines Arbeitstags arbeitest du tatsächlich konzentriert?
Hast du regelmässig Leerlauf – oder eher im Gegenteil: deine Arbeitszeit reicht kaum aus? Und findest du, dass es okay ist, weniger als acht Stunden aktiv zu arbeiten, solange alle Aufgaben erledigt sind? Diskutiere mit dem Rest der Community in den Kommentaren oder schreibe deine Erfahrungen
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