KI im Baugewerbe: Schweizer Baumeisterverband setzt auf künstliche Intelligenz

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KI im Baugewerbe: Schweizer Baumeisterverband setzt auf künstliche Intelligenz
Schweizerischer Baumeisterverband, Künstliche Intelligenz, Fachkräftemangel

Der Schweizerische Baumeisterverband setzt auf KI, um Administration zu bewältigen und dem Fachkräftemangel zu begegnen. Über 300 Personen nahmen an Workshops teil.

Der Schweizerische Baumeisterverband setzt verstärkt auf künstliche Intelligenz (KI), um administrative Aufgaben zu bewältigen und dem Fachkräftemangel in der Baubranche zu begegnen. Seit Anfang 2025 bietet der Verband KI-Workshops an, an denen bereits über 300 Personen teilgenommen haben. Die Nachfrage steigt weiter, wie Dominik Lüthi, Sprecher des Verbands, berichtet.

KI übernimmt administrative Aufgaben

KI wird vor allem dort eingesetzt, wo geplant, gerechnet und dokumentiert werden muss. Sie unterstützt bei Kalkulationen, der Arbeitsvorbereitung und anderen administrativen Tätigkeiten. Beispielsweise hilft sie bei der Planung, wann welche Straße geteert wird, wann Walzen und Bagger zum Einsatz kommen und wie Mitarbeitende eingeteilt werden, um Lärmschutzvorgaben einzuhalten. Auch bei der Berechnung von Offerten kann KI eine Baustelle effizienter planen.

Auf der Baustelle selbst spielt KI bislang eine kleinere Rolle. Der klassische Maurer arbeitet heute kaum direkt mit KI, so Lüthi. Allerdings greift man auf der Baustelle mittlerweile für Rapporte oder Baustellendokumentationen auf KI zurück.

Fachkräftemangel treibt Entwicklung voran

Angetrieben wird diese Entwicklung von zwei großen Herausforderungen der Branche: dem Fachkräftemangel und der Frage, wie man junge Menschen für den Bau begeistern kann. In der Baubranche fehlt Personal, gleichzeitig gibt es viel Arbeit. KI soll helfen, indem sie zeitaufwendige Büroarbeit übernimmt und somit die Mitarbeitenden entlastet. Die Branche hofft, mit moderner Technologie attraktiver für den Nachwuchs zu sein. Gleichzeitig kann KI Maurerinnen oder Poliere nicht ersetzen. Junge Leute wollen einen Job, den es in ein paar Jahren noch gibt, sagt Lüthi. Gerade darin sieht er einen Vorteil der Bauberufe.

Junge Berufsleute setzen auf KI

Wie selbstverständlich junge Berufsleute mit KI umgehen, zeigt der Blick auf die World Skills in Shanghai. Parallel zu den Wettkämpfen wird auf einer Konferenz über die Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt diskutiert. An den World Skills dabei sind auch die Schweizer Teilnehmer Arno Zehnder und Julian Fürer. Zehnder, Polymechaniker im vierten Lehrjahr, nutzt KI als digitalen Helfer bei der Fehlersuche: Wenn es eine Fehlermeldung gibt, frage er ChatGPT, statt ein Handbuch mit mehreren Hundert Seiten durchzulesen. Allerdings kennt er auch die Grenzen der Technologie. Bei älteren Maschinen fehlen der KI oft die nötigen Informationen.

Auch Julian Fürer, Anlagebauer im vierten Lehrjahr, setzt KI ein. Statt komplizierte Winkel und Biegungen von Chromstahlrohren selbst zu berechnen, lässt er sich von KI helfen: Sie rechne viel schneller als er. So gewinne er Zeit und sei effizienter. Bei anspruchsvolleren Fragestellungen stoße die KI aber rasch an ihre Grenzen. Fürer ist dennoch überzeugt, dass KI künftig in Werkstätten eine größere Rolle spielen wird. Auch in der Berufsschule werde das Thema wichtiger. Die Lehrpersonen würden KI zunehmend in den Unterricht einbinden.

Workshops und steigende Nachfrage

Seit Anfang 2025 bietet der Schweizerische Baumeisterverband KI-Workshops an. Über 300 Personen haben bereits teilgenommen, und die Nachfrage steigt weiter. Während zu Beginn vereinzelt Workshops stattgefunden hätten, sind es heute vier bis fünf pro Quartal. Der Verband plant weitere Kurse, um die Branche auf die Herausforderungen vorzubereiten.

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